Presseschau 11.06.: Lunatic Fringe

Alice Cooper möchte eine eigene Castingshow ins Leben rufen, berichtet der NME. Dabei soll es sich um eine Rock-And-Roll-Version der britischen Castingsendung „The X Factor“ handeln. Cooper sagte, er würde gerne eine TV-Sendung sehen, die wirkliche Rock-Songwriter entdecke. Bereits existierende Shows bieten das bislang nicht. Cooper gab zudem an, heutige Rockbands hätten keine Haltung mehr und setzten sich nicht mehr in Szene. Seine Generation sei das Gegenteil gewesen. Lieber sehe er sich inzwischen Popstars wie Lady Gaga, Katy Perry oder Shakira an. Das möchte er ändern. Seine Show solle den Namen „Lunatic Fringe“ tragen, zu deutsch in etwa „Irrsinniges Randgebiet“.

Um aktuelle Musik in einen größeren Kontext einordnen zu könnnen, ist es wichtig, sich auch mit der Musikgeschichte auszukennen. Musikkritiker des Guardian und des Observer geben ihren Lesern nun die Möglichkeit, sich mithilfe eines interaktiven Guides über die Historie moderner Musik zu informieren. Los geht es heute mit dem Genre Pop. Jeden Tag wird im Laufe der nächsten sieben Tage ein Genre hinzukommen, über dessen Geschichte man sich anhand von 50 Schlüsselmomenten informieren. Tolle Idee, tolle Umsetzung!

Die taz schreibt aus Anlass des Berliner Festivals „Radical Riddims“, bei dem Popkünstler aus Brasilien oder Südafrika zu Gast sind und ihre Produktionsweisen vorstellen, über die globale Pop- bzw. Tanzmusik. Der Hype um James Blake und seine Weiterentwicklung des Dubstep in den letzten Monaten wird als Ausgangspunkt genommen, um davon wegzublicken und sich stattdessen mit DJs und Produzenten zu beschäftigen, die „die wirklich neuen Impulse in der Clubkultur setzen.“ Schließlich schöpfe auch James Blake nur aus deren Reservoir. Ohne die Soundsystemkultur karibischer Einwanderer in Großbritannien beispielsweise sei Blakes freier Umgang mit Stimme, Stille und Bass undenkbar. Passend dazu beschäftigt sich Klaus Walter in seiner Sendung Was ist Musik am morgigen Sonntag ab 20 Uhr mit dem Dub.

Von einer Renaissance des Saxofons ist bei der Spex die Rede. Lange Zeit hatte das Instrument keinen guten Ruf, was nicht zuletzt an Liedern wie Joe Cockers Version von Randy Newmans „You Can Leave Your Hat On“ lag, das als Synonym für „schmierige Striptease-Musik“ steht. Doch nun scheint sich das zu ändern. Es werden einige Beispiele von aktuellen Liedern genannt, in denen das Saxofon eine wichtige Rolle spielt: unter anderem Mainstream-Pop-Stücke wie Lady Gagas neue Single „The Edge Of Glory“ oder Katy Perrys Stück „Last Friday Night (T.G.I.F)“, aber auch Lieder abseits des Mainstreams wie Planningtorocks „Doorway“ oder Patrick Wolfs „The City“.

Beim Magazin The Quietus ist ein Textschnipsel aus Tom Waits‘ neuem Album zu sehen. Das Bild stammt von der Facebook-Seite von Waits. Auf ihm sind einige Worte, die mit Kreide auf eine Tafel geschrieben sind, vor der ein Mikrofon steht, zu sehen. Geheimnisvoll wirkt das, denn mehr ist über das nächste Tom-Waits-Album bislang auch nicht bekannt.

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