Presseschau 23.05.: Großmeister und Großmeisterin

Bob Dylan – von Bob Dylan kann man ja nicht genug kriegen. Das denken wir uns bei ByteFM und das denkt sich auch die Qualitätspresse. Da keiner zu spät zur Geburtstagsparty kommen will, gratuliert man schon seit vergangener Woche arg fleißig, den eigentlichen 70. am Dienstag vorausfeiernd. Auf den Gabentisch kommt jetzt noch ein umfangreiches Dossier der Jungle World, mit Texten von Klaus Walter, Gerhard Henschel, Jonas Engelmann u. v. a. Apropos Gabentisch: Worüber könnte sich Dylan, der Großmeister, freuen? Über etwas Ultra-Feminines von Warpaint, über einen selbstgebackenen Apfelkuchen von Alela Diane oder vielleicht über ein gutes Buch („The Fortunes Of Richard Mahony“) von Cate Blanchett? Der Guardian bringt eine Vorschlagsliste.

Und jetzt zu Kate Bush, der „Großmeisterin“, wie der Spiegel in der Überschrift dichtet. Von Kate Bush kann man auch nicht genug bekommen, aber im Gegensatz zu Boby Dylan macht sie sich rar. Zwölf stattliche Jahre lagen auseinander zwischen „The Red Shoes“ von 1993 und ihrem letzten Album „Aerial“ mit neuem Material. Jetzt hat die britische Sängerin überarbeitete Versionen der Alben „The Red Shoes“ und „The Sensual World“ veröffentlicht; „Director’s Cut“ heißt die CD. Im Interview mit Christoph Dallach spricht sie über die Musikindustrie und die Unzufriedenheit über den eigenen Output. Diese Unzufriedenheit war auch die Motivation für „Director’s Cut“. Ziemlich down-to-earth gibt sich Bush im Gespräch mit Spiegel Online. Ob sie denn wisse, dass viele HipHop-Titanen wir 2pad oder Dr. Dre sie verehrten? „Das ist mir bewusst, und ich kann dazu nicht viel mehr sagen außer, dass ich es überraschend und unfassbar cool finde.“ Da kratzt es die Bush wahrscheinlich auch nicht, dass sie in den britischen Charts nur auf Platz 2 und hinter Adele gelandet ist.

Davor kann uns in dieser Woche auch keiner bewahren: Lady Gaga veröffentlicht ihr neues Album „Born This Way“ und hat im Wirbelwind die Medien für sich erobert. „Born This Way“ sei nach Meinung der Zeit Online eine Zumutung. „Isolierender, einsam machender Ostblocksound“, der ein Gefühl vermittle, „als quetsche man den Körper in einen engen, nur an schwierigen Stellen dehnbaren Overall im Leopardenmuster.“ Währenddessen gibt Billboard eine Track-By-Track Review des Lady Gaga-Albums. Zum Song „Scheiße“ heißt es: „Apparently she’s speaking gibberish that sounds German but isn’t, kind of like this dated take on club techno.“ Und der Rollingstone schüttelt nur traurig mit dem Kopf: dieser „Lakritze-mit-Lachs-Stilmix“ sei eine echte Zumutung. „Das aktuelle Britney-Spears-Album ist musikalisch meilenweit interessanter.“ Na, wenn das mal keine Ansage ist.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Presseschau 31.05.: Fame and Fortune : ByteFM Magazin
    Mai 31, 2011 Reply

    […] Da hatte die Lady einfach zu viele Ideen im Kopf, als sie 2010 das Video zur Beyoncé-Zusammenarbeit „Telephone“ drehte. So viele, dass sie es mittlerweile selbst nicht mehr ertragen kann. “All I see in that video is my brain throbbing with ideas – and I wish I had edited myself a little bit more”, sagt Lady Gaga und weiß der NME. Wir fragen uns, ob die geplante Veröffentlichung eines Weihnachtsalbums nicht auch eine Idee zu viel ist. Doch Gagas Erfolg scheint ungebrochen. Man erwartet, dass ihr aktuelles Album „Born This Way“ noch in dieser Woche auf Platz 1 der britischen Charts klettert und damit Adele vom Thron schmeißt. Das hatte nicht mal Kate Bush hinbekommen (wir berichteten). […]

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