Presseschau 23.07.: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?

Schaut man aus dem Fenster, mag man es schon gar nicht mehr Sommerloch nennen. Herbst scheint es plötzlich zu sein. Haben wir so lange geschlafen? Und die Nachrichten werden auch vor allem durch die dramatischen Ereignisse in Norwegen überschattet.

Da flüchtet man schnell in die wenigen Ereignisse, die die Popwelt zu bieten hat. Die Pet Shop Boys spielten am gestrigen Abend in Hamburg als Vorband von Take That. Hannah Pilarczyk von Spiegel Online war zusammen mit rund 43.000 weiteren vor Ort in der Imtech-Arena. Das legendäre Popduo spielte eine halbe Stunde seine größten Hits, bevor die mittlerweile zur „Man-Band“ gereiften Take That die Bühne betraten. Ein Spektakel, bei dem sich etliche Höhe-, aber auch ein paar Tiefpunkte jagten. Die „Progress-Tour“ an sich übertrifft selbst die hochgesteckten Erwartungen und bricht lässig allerlei Rekorde, wie man es bei Billboard nachlesen kann.

Ebenfalls auf Spiegel Online findet sich die Wahrheit über das Cover des Rolling Stones. Dort wird auf eine Studie über die rasant ansteigende Sexualisierung der Pop-Kultur von Erin Hatton und Mary Nell Trautner verwiesen. 1006 Titelbilder des Musik-Magazins „Rolling Stone“ aus den Jahren 1967 bis 2009 werteten die beiden Soziologinnen aus, und kamen zu dem Ergebnis, dass auch beim „Rolling Stone“ die sexualisierte Darstellung von Frauen im Lauf der Jahrzehnte rapide zugenommen hat.

Robert Iwanetz nimmt für die taz die Band Liturgy aus New York unter die Lupe, die die Speerspitze der neuen US-Black-Metal-Szene bilden und als Erneuerer des Black Metal gehandelt werden. Sie stehen für die Abkehr vom düsteren Kirchenanzünder-Image, das die skandinavischen Erfinder des Genres pflegten.

Greg Kot schreibt für Popmatters über das Konzert der Band Wild Flag und bezeichnet diese Zusammenkunft von Musikerinnen als „the most exciting new rock band I’ve seen this year“. Wild Flag, das sind Ex-Mitglieder von Sleater Kinney (Carry Brownstein und Janet Weiss) Helium (Mary Timony) und The Minders (Rebacca Cole), alte Helden der Riot Grrl-Bewegung. Mary Timony spricht über das große Glück und die Freiheit, die sie beim Musizieren empfindet. Das selbstbetitelte Debüt soll im September auf Merge erscheinen.

Kein Unbekannter in dem Umfeld ist Ex-Pavement Sänger Stephen Malkmus. Der meldet sich, wie Pitchfork nun berichtet, via Blog zu Wort. Nun aber empfahl er auf seiner Website einige Bands: u.a. EMA und Real Estate und machte seinem Hass Luft, in dem er vor allem über die Band U2 und Dominique Strauss-Kahn, den ehemaligen geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds herzog. So schrieb er beispielsweise über U2: „U2 played chicago the other night. This tour is the biggest grossing tour ever. Amazing. They are tiny ants on stage. It’s been said that these big shows just don’t work no matter how much money you throw at production. I agree.“ (From where this particular writer was sitting, that U2 Chicago show worked just fine.)“.

Das könnte Dich auch interessieren:

Team Dresch – „Your Hands My Pockets“ 2019 scheint ein gutes Jahr für Riot-Grrrl zu werden. Erst kündigen Sleater-Kinney ihre Rückkehr an – und nun veröffentlichen die Queercore-Heldinnen Team Dresch ihren ersten neuen Song in 19 Jahren. Unser Track des Tages.
Sleater-Kinney veröffentlichen neue Single „Hurry On Home“ Sleater-Kinney sind zurück. Die Riot-Grrrl-Ikonen haben die erste Single ihres neuen, von St. Vincent produzierten Albums „The Center Won't Hold“ veröffentlicht. Und die klingt altbekannt und aufregend neu zugleich.
David Berman (Silver Jews) ist zurück: Neues Album als Purple Mountains Als Kopf der Band Silver Jews schrieb David Berman einige der schönsten Indie-Americana-Songs der 90er-Jahre. Die letzten zehn Jahre verbrachte der New Yorker im kreativen Exil – nun kehrt er mit der neuen Band Purple Mountains zurück.


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.