Presseschau 31.05.: Fame and Fortune

In Hamburg ist es ja so: Wenn die Queen Mary, das Schiff, ein- oder ausläuft, dann rennen alle wie bekloppt zum Hafen, winken noch bekloppter, und dann hupt die Queen mit etwas Glück zurück. Bei Roger Daltrey von The Who war es in letzter Zeit eher so: Wenn er Konzerte ankündigte, kam kaum jemand, nicht mal zum Winken. Zuletzt verkaufte er so wenig Tickets, dass er drei Konzerttermine in Großbritannien absagen musste. Warum also nicht auf das fahrende Schiff aufspringen, quasi auf der Erfolgswelle mitschwimmen, und Kabarett machen? So etwas muss sich Daltrey gedacht haben, denn ohne Witz, er hat ein Engagement als Kabarettist auf der Queen Mary 2. Der NME berichtet.

Da hatte die Lady einfach zu viele Ideen im Kopf, als sie 2010 das Video zur Beyoncé-Zusammenarbeit „Telephone“ drehte. So viele, dass sie es mittlerweile selbst nicht mehr ertragen kann. „All I see in that video is my brain throbbing with ideas – and I wish I had edited myself a little bit more“, sagt Lady Gaga und weiß der NME. Wir fragen uns, ob die geplante Veröffentlichung eines Weihnachtsalbums nicht auch eine Idee zu viel ist. Doch Gagas Erfolg scheint ungebrochen. Man erwartet, dass ihr aktuelles Album „Born This Way“ noch in dieser Woche auf Platz 1 der britischen Charts klettert und damit Adele vom Thron schmeißt. Das hatte nicht mal Kate Bush hinbekommen (wir berichteten).

Auf den Hund gekommen, so könnte das Motto der Tagung zum 50-jährigen Bestehen des documenta-Archivs lauten, die in diesem Jahr der US-Performance-Künstlerin und Musikerin Laurie Anderson gewidmet ist. Ihre besondere Zuneigung zum Vierbeiner dokumentiert die Künstlerin in einem Video, in dem sie, oh Wunder der Technik, einen Hund, nämlich ihren eigenen namens „Lolabelle“, zur Welt bringt. Filme wie diese haben Laurie Anderson zu einer „Pionierin“ der Performance-und Video Kunst werden lassen, als welche sie auf dem 50-jährigen Jubiläum des documenta-Archivs gewürdigt wird, wie die taz berichtet.

„Salute Mr. Gil Scott-Heron for his wisdom and poetry! May he Rest in Paradise.“ Das schreibt Wu Tang-Clan-Mitglied Ghostface Killah über den am Freitag verstorbenen US- amerikanischen Musiker und Poeten Gil Scott-Heron (wir berichteten). Auch viele andere namenhafte Künstler zollen Scott-Heron in diesen Tagen Respekt für sein Lebenswerk, berichtet der NME. US-Rapper Eminem betont den Einfluss des Musikers auf den Hiphop. Der Frontmann von Radiohead, Thom Yorke, veröffentlichte eine Liste von neun Songs, an denen Scott-Heron in irgendeiner Form mitgewirkt hat. Snoop Dogg bezeichnete Scott-Heron als „1 of tha greats“.
Mehr zu diesem Thema weiß Klaus Walter in der heutigen Ausgabe des ByteFM Magazins ab 15 Uhr zu berichten.

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