Prince ist gestorben

Foto von Prince mit GitarrePrince (Foto: NPG Records)

Der US-Musiker Prince ist tot. Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, starb das Multitalent am 21. April im Alter von 57 Jahren in seinem Haus in Minnesota.

Geboren wurde er am 7. Juni 1958 als Prince Rogers Nelson – in eine nicht nur große, sondern auch musikalische Familie: Prince hatte sieben Geschwister, die Eltern hatten sich über ihr gemeinsames Jazzspielen kennengelernt. Der Vater hinterließ Prince ein Klavier, sehr bald schon kamen weitere Instrumente dazu, die sich der Jugendliche selbst beibrachte – darunter auch ein Synthesizer. Knapp volljährig nahm Prince im Studio Moonsound in Minneapolis seine ersten Songs auf.

Seit seinem Debüt „For You“ 1978 verging kaum ein Jahr ohne neues Album, kaum ein paar Monate ohne Nachrichten um den Sänger, Produzenten, Multiinstrumentalisten, Songschreiber und Entertainer.
Nicht immer waren die Nachrichten um ihn musikalischer Natur: Ein spektakulärer Streit mit seiner Plattenfirma, neue Bands, neue Namen, die aus den Rechtsstreits hervorgingen, eine oft missverstandene Äußerung über das Ende des Internets, eine legendäre Superbowl-Halbzeit-Show im Platzregen, Engagements als Schauspieler und Regisseur (u. a. „Purple Rain“, dessen Soundtrack auch einen Oscar bekam).

Dennoch hat Prince es immer geschafft, seine Musik nicht zu einem Randphänomen zu machen. Er veröffentlichte zuletzt, 2014, mit „Art Official Age“ und „PlectrumElectrum“ gleich zwei Studioalben auf einmal, war mit seiner Band 3RDEYEGIRL auf Tour und setzte sich gegen Polizeigewalt in den USA ein („Baltimore“).

Der siebenfache Grammy-Gewinner arbeitete mit zahlreichen anderen Größen des internationalen Popgeschäfts zusammen, komponierte unter anderem für Stevie Nicks, Madonna und Patti LaBelle. Doch er spielte auch selbst sehr gern die Songs anderer Künstlerinnen und Künstler, coverte z. B. „Creep“ von Radiohead (unten zu hören) oder „Best Of You“ von den Foo Fighters.

Für viele stellte Prince den Sound der eigenen Jugend, fügte dem Popgeschäft die nötige Prise Funk zu. Und so wird ihm nun nicht nur von denjenigen, mit denen er zusammengearbeitet hat, sondern auch aus anderer Ecke Tribut gezollt. Schauspieler Samuel L. Jackson zeigt sich schockiert („Massive Loss for us all!“) und US-Präsident Obama schrieb: „Today, the world lost a creative icon. […] Nobody’s spirit was stronger, bolder, or more creative.“

Prince’ „goldene Dekade“ waren die 80er, doch blieb er immer innovativ und veröffentlichte wegweisende Alben – das meint unser Moderator Norman Müller und widmet Prince am Freitag, dem 22. April, ab 15 Uhr zwei Stunden Live-Programm bei ByteFM.

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