Sónar Festival 2011: Der Bass wummert im Village – Tag 1

Von rene

Toro Y Moi und Band im SonarVillage – © 2011 Sónar Festival, Oscar Garcia

Gute elektronische Musik gibt es auf dem Sónar – dem Festival für elektronische Musik und Multimediakunst in Barcelona – reichlich. Doch sich alles anzuhören, ist unmöglich. Also bleibt dem ambitionierten Musikreporter nur ein Platz im SonarVillage. Auf immergrünen Kunstrasen und vor mittelalterlichen Bauwerken steht hier eine Bühne, die mit ordentlich Bass den Hof zwischen Macba, dem Museum für zeitgenössische Kunst, und CCCB, dem Zentrum für zeitgenössische Kultur, beschallt.

Das Programm für alle Zu-spät-Gekommenen startet mit einem kurzen Blick auf Toro Y Moi und seine Band, der das Zepter an den Londoner-DJ Floating Points übergibt. Nach kurzer Umbau- und Planungsphase bespielt er das Village mit seinem soliden, aber spannungsarmen Set. Dabei legt er Nummern auf, die zwischen House, Funk und Jazz liegen. Das Publikum quittiert seine Bemühungen um ausgelassene Stimmung mit verhaltenem Mitwippen. Danach kommt mit Little Dragon eine außergewöhnlich gute Band auf die Bühne. Ihr Auftritt glänzt mit neuen Stücken ihres bald erscheinenden dritten Albums „Ritual Union“. Aber auch ihre alten Stücke finden den Weg in die Ohren der Gäste. Hier zeigt sich, warum Little Dragon eine sehr gute Live-Band sind – die alten Stücke erstrahlen in neuem Gewand und tauchen in minimalistische Arrangements. Wer jetzt versucht, die Bühne zu wechseln oder das Village zu verlassen, wird bald belehrt.

Im SonarDome – ein großes Zelt auf dem Festivalgelände – spielt gerade das Brandt Brauer Frick Ensemble. Ihren Auftritt kann man sich nur noch durch die Fensterscheiben der zweiten Etage des Macbas ansehen – das Zelt ist einfach zu voll. Kurz sieht man den Arm des Cellisten. Für mehr ist kein Platz und keine Zeit. Denn im SonarVillage macht sich DELS warm. Mit seinen Reims sorgt der MC aus London dafür, dass das Publikum langsam auftaut. Dabei überrascht seine gute Stimme. Er beendet seinen Auftritt mit dem bekannten „Shapeshift“. Danach ist mehr Platz im SonarDome. Ein Belgier steht an den Turntables. San Soda heißt der junge Mann, der noch klassisch mit Vinyl auflegt. Das führt dazu, dass die Musik manchmal springt. Schuld daran ist die tanzende Menge vor ihm, die seine Plattenteller kurz zum Erschüttern bringt. Trotzdem macht San Soda seine Sache gut – im SonarDome ist die Stimmung ausgelassen. Im Village sorgt derweil Eskmo für den richtigen Ton. Mit Hilfe seiner Stimme und einem kleinen Glockenspiel verziert er seinen Auftritt. Während er seinen Geräuschen mit dem Effektcomputer den richtigen Feinschliff verpasst, endet der erste Tag.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Der Bass wummert im Village « duofrei
    Aug 10, 2011 Reply

    […] Bericht erschien im ByteFM-Magazin. Du bist hier: duofrei » Text » Sónar Festival 2011 bei ByteFM – Der Bass wummert im […]

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