Steely-Dan-Gitarrist Walter Becker ist tot

Foto des Steely-Dan-Gitarristen Walter Becker (Foto: CC-BY-SA 4.0)Seine Arrangements machten den Jazz-Rock salonfähig: Musiker und Steely-Dan-Mitgründer Walter Becker. (Foto: CC-BY-SA 4.0)

Der US-amerikanische Musiker Walter Becker ist gestern im Alter von 67 Jahren gestorben. Becker hatte mit seinem Studienfreund Donald Fagen 1971 die einflussreiche Jazz-Rock-Band Steely Dan gegründet. Er war in der Gruppe als Lead-Gitarrist, Co-Songwriter und Background-Sänger tätig. Fagen und Becker waren stets die einzigen konstanten Mitglieder der Band. Beckers komplexe Arrangements waren ein wichtiger Bestandteil des unnachahmbar optimistischen Sounds von Steely Dan. Er und Fagen wurden häufig als die Lennon/McCartney des Jazz-Rocks bezeichnet.

Becker wurde am 20. Feburuar 1950 in New York geboren. Während seines Studiums am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York, lernte er Fagen kennen, mit dem er schnell erste musikalische Projekte begann. Ihre erste große Zusammenarbeit war der Soundtrack zum Film „You’ve Got To Walk It Like You Talk It Or You’ll Lose That Beat“, in dem der US-amerikanische Comedian Richard Pryor einen seiner ersten Auftritte hatte.

Das Steely-Dan-Debüt „Can‘t Buy A Thrill“ erschien 1972. Becker spielte in den Anfangstagen der Band noch E-Bass, Fagen übernahm den Hauptgesang und Keyboards. Erst 1974 wechselte er für das Album „Pretzel Logic“ zur elektrischen Gitarre. Es folgten mit „Katy Lied“ und „The Royal Scam“ kommerziell erfolgreiche und von der Kritik gelobte Langspieler, ihren größten Erfolg feierten sie jedoch 1977 mit „Aja“. Das Album gilt als ihr Meisterwerk: 40 warme, einladende Minuten Musik. Beckers und Fagens komplexe Jazz-Harmonien arbeiteten nicht gegen, sondern unterstützen den Pop. „Aja“ hatte die besondere Ehre, in das offizielle US-amerikanische National Recording Registry aufgenommen zu werden.

1981 gingen Becker und Fagen ein Jahr nach ihrem Album „Gaucho“ getrennte Wege. Der lange Aufnahmeprozess der Platte und persönliche Probleme trieben die beiden Musiker auseinander. Becker zog mit seiner Familie nach Hawaii auf eine Avocado-Farm. Im Vergleich zum eingangs erwähnten Songwriter-Duo bekamen Becker und Fagen jedoch eine Gelegenheit, sich wieder zusammenzuraufen: Ab 1993 gingen sie wieder gemeinsam auf Tour, und veröffentlichten mit „Two Against Nature“ und „Everything Must Go“ zwei neue Steely-Dan-Alben.

Donald Fagen schrieb in einem Presse-Statement kurz nach Beckers tot: „Walter Becker war mein Ko-Autor, Bandkollege, und mein Freund“. Auch andere Musiker wie Ryan Adams, Mac DeMarco und John Darnielle (The Mountain Goats) bekundeten in den sozialen Medien ihr Beileid:

rest in peace Walt. Hope there's a good guitar tech up there.

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