Submotion Orchestra – „Colour Theory“ (Rezension)

Cover des Albums Colour Theory von Submotion OrchestraSubmotion Orchestra – „Colour Theory“ (Counter)

7,0

So einen entspannten Umgang mit den unterschiedlichsten Facetten von elektronischer Musik bekommen vermutlich nur englische Acts hin. Die siebenköpfige Gruppe Submotion Orchestra kommt aus der ehemaligen Industriestadt Leeds und wandelt von Platte zu Platte ihren Sound. Statt bassigem Dub oder Garage sind auf „Colour Theory“ hypnotische Beats zu hören, als Grundlage von Jazz-getünchten, aber auch housigen Arrangements.

Auch das vierte Album von Submotion Orchestra lässt sich in kein Genre einordnen. Die Band um den Produzenten Ruckspin und Vokalistin Ruby Wood erzeugt trotzdem eine klangliche Homogenität, die zwischen melancholischen Klanglandschaften, deep-housigen Clubtracks und Soul-gespickten Texturen schwebt.

Der Opener leitet die Platte mit einem sanft fordernden Beat ein, dazu fließende Elektronik und Ahnungen von Vocal-Samples. „Kimono“ wandert mit nicht minder angezogenem Tempo zwischen effektgespicktem Jazz und Zen-Sounds. Das lang gezogene, glänzende „In Gold“ geht dank des Gesangs von Ruby Wood runter wie Öl, angetrieben von Post-Dubstep-Rhythmen. Clacks und Clicks nehmen bei „Red Dress“ tranceartigen Bläsern die Schwere. Und mit „Amira“ und „Ao“ (Letzteres mit Catching Flies als Gast) finden sich schön fluide, mit warmem Hall gespickte Housetracks auf dem Album.

Ob auf der Tanzfläche, auf dem Heimweg oder beim Runterkommen zu Hause: Die intime Atmosphäre, die Submotion Orchestra auf der Länge von zehn Tracks schaffen, ist überall der richtige Begleiter. „Colour Theory“ zieht langsam an und bezirzt einen ganz mühelos mit seinen komplexen Beatkonstruktionen, unaufgeregten synthetischen Sounds und eleganten Gast-Vocals.

Label: Counter
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