Sziget Festival 2019: vier Acts, die Ihr sehen müsst

Foto vom Sziget Festival 2018

Das Sziget Festival lockt jedes Jahr mehr als 500.000 BesucherInnen nach Budapest

Bei mehr als 1000 Programmpunkten und einem schier endlosen Line-up, das die über 500.000 BesucherInnen auf dem Sziget Festivals bestaunen können, fällt es leicht, den Überblick zu verlieren. Vom 7. bis 13. August wird die Donauinsel Hajógyári in Budapest wieder zur Heimat für Bands und SolokünstlerInnen aus aller Welt, von gigantischen Stadion-Acts wie Ed Sheeran oder Foo Fighters bis zu absoluten NewcomerInnen. Da gerade letztere in der Unmenge an möglichen Konzertbesuchen gerne mal untergehen, haben wir hier vier Empfehlungen versammelt, die Ihr dieses Jahr auf dem Sziget Festival sehen solltet.

Stella Donnelly

In der Musik von Stella Donnelly wirkt das Schwere leichtfüßig. Auf ihrem kürzlich erschienenen Debütalbum „Beware Of The Dogs“ analysierte die Australierin dysfunktionale Beziehungen und toxische Maskulinität – aber nicht in wütenden Break-up-Songs oder Riot-Grrrl-Hymnen, sondern in empathischen Indie-Pop-Songs, in denen Gitarren wie betrunken jauchzen und jede gesungene Silbe von einem Lächeln vorgetragen wird. Ihre Konzerte mögen sich gutgelaunt anfühlen, doch man sollte stets genau zuhören, worüber Donnelly da gerade singt. In ihrer hinterlistigen Kombination aus Text und Musik zeigt sich eine sehr mehrdimensionale Künstlerin.

Khruangbin

Im Vergleich zu Donnellys poetischem Indie-Pop verzichten Khruangbin auf Texte. Das texanische Trio lässt seine Musik wortlos für sich selber sprechen: ein instrumentaler Cocktail aus Thai-Funk und Surf-Rock, der keine Ländergrenzen kennt. Gitarrist Mark Speer lässt persisch angehauchte Tonleitern aus seinem Instrument fließen, die wie feine Kumulus-Wolken über den tiefenentspannten Zeitlupen-Grooves der Rhythmusgruppe Laura Lee und Donald Johnson schweben. Musik, die zum Träumen und zum Tanzen einlädt.

Algiers

Auch in den Songs von Algiers prallen verschiedenste Einflüsse aufeinander. Die Musik der Band aus Atlanta ist aber mehr Molotow-Cocktail als Piña Colada: wütender Post-Punk und Industrial trifft auf feurigen Soul und Gospel aus dem Hause Stax Records. Algiers lassen verschiedene Formen der Protestmusik aufeinanderprallen, die 60er- auf die 80er-Jahre. Wenn Franklin James Fisher zu singen beginnt, klingt er wie ein apokalyptischer Priester, der vor Faschismus warnt – und unbequeme Fragen zur Vergangenheit heraufbeschwört.

Sena Dagadu

Sena Dagadu wurde in Ghana als Tochter einer ungarischen Mutter und eines ghanaischen Vaters geboren. Die Heimat der Rapperin und Sängerin mag die ghanaische Hauptstadt Accra sein, doch ihr musikalisches Zentrum ist Budapest – der Austragungsort des Sziget. In der lebendigen Underground-HipHop-Szene der Stadt begann ihre Karriere. Mittlerweile hat sie zwei Soloalben und unzählige Kooperationen veröffentlicht, auf denen sie neben ihren mächtigen Rap-Skills auch ganz nebenbei Soul-Crooning und Rock-Refrains mit spielerischer Leichtigkeit meistert. Sena Dagadu lässt sich nicht in Schubladen stecken – genau wie das Festival selbst.

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