Janet Jackson – „Got Til It’s Gone“

Foto von Janet Jackson

Janet Jackson (Fotos: Chuando and Frey)

Wenn Ihr heute nur einen Song hört, dann diesen: Egal ob brandneu, historisch relevant oder einfach toll. Mit unserem Track des Tages stellen wir Euch täglich einen hörenswerten Song vor.

Mit dem schillernden R&B ihrer Alben „Control“ und „Janet.“ hatte Janet Jackson sich nach und nach als eigenständige Künstlerin etabliert, die auch ohne die Hilfe ihrer einflussreichen Pop-Familie die Charts toppen konnte. Trotzdem schwebte stets der Schatten ihres großen Bruders Michael, dem größten Pop-Star seiner Zeit, über ihr. Doch 1997 hatte sie ihn endgültig überholt. Während Michael Jackson mit „Dangerous“ und den folgenden Skandalen seinen eigenen Legenden-Status zu zerstören drohte, lieferte Janet Jackson mit ihrem Album „The Velvet Rope“ ein genauso introspektives wie gesellschaftskritisches Meisterwerk ab. Allen voran: Die Leadsingle, durch deren Refrain die gesamplete Stimme von Joni Mitchell geistert. Mitchell wird heute 75 Jahre alt – und „Got Til It‘s Gone“ ist unser Track des Tages.

Mitchell war schon lange eine von Jacksons großen Inspirationen: „Jonis Songs sprachen mich auf eine persönliche, intime Art und Weise an“, sagte sie einst dem Magazin Jet. In „Got Til It‘s Gone“ lässt sie Mitchell den Refrain von „Big Yellow Taxi“ singen, der in Kombination mit Jacksons zu der Zeit stark ausgeprägter Depression zu einem traurigen Mantra wird: „You don‘t know what you‘ve got til it‘s gone.“ Trotz der allgegenwärtigen Melancholie strahlt der Song aber auch eine unschlagbare Coolness aus, dank dem von Beat-Legende J Dilla inspirierten Trip-Hop-Groove und dem butterweichen Rap-Feature von A-Tribe-Called-Quest-MC Q-Tip. Ein ungewöhnlicher Hit, der große Trauer mit tröstender Coolness vereint.

Hört Euch unseren Track des Tages hier an:

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