White Wine – „Who Cares What The Laser Says?“

Cover des Albums Who Cares What The Laser Says? von White WineVeröffentlichung: 25. März 2016
Web: whitewinemusic.com
Label: This Charming Man

Bandtherapeutischer Tipp: Wenn du viel mehr Hingabe in ein Musikprojekt reinbutterst als der Rest deiner Gruppe, lohnt es sich, deine Energien eher auf ein neues Vorhaben zu konzentrieren als auf regelmäßige Kompromissgespräche. Das dachte sich auch Joe Haege, als es mit 31Knots nicht mehr so wirklich vorwärts ging, und gründete – weil ihm auch neben Touren mit The Dodos und Menomena viel Tatendrang übrig blieb – sein Soloding White Wine. Mit dem Tontechniker Fritz Brückner war es Musiker-Liebe auf den ersten Blick und nach einer gemeinsamen Tour durch Deutschland ist Haege von Portland, Oregon, nach Leipzig gezogen und Brückner fester Bestandteil von White Wine geworden. Das Album „Who Cares What The Laser Says?“ wurde auch in der sächsischen Wahlheimat aufgenommen.

Nach einem surrenden Arpeggio zu Anfang von „Is This Weird?“, das das Bild „Raumschiff gelandet“ vermittelt, steigen White Wine gleich ein in die schräge Theatralik, die ihr Album bestimmt. Die dynamische Brachialität, die 31Knots zu eigen war, ist auch auf den zehn Tracks zu hören, sie hat es jedoch ins Varieté verschlagen. Joe Haege dirigiert mit seinem durchdringenden Gesang das Geschehen. Seine Stimme wandelt zwischen tänzelnder Dünnhäutigkeit und stabiler Rockröhre, lässigem Augenzwinkern und versteinerter Miene. Darum gruppieren sich die ebenso wandelbaren Gitarren und Synthesizer und einige eingestreute Samples.

Die Rhythmusgruppe operiert im Mix im Hintergrund, klingt oft blechern. Wenn White Wine in Stücken wie „Where’s My Line?“ und „Bullet Points Like Swords“ sich jedoch mit viel Elan entladen, dürfen kräftige Schläge auf die Toms und rumpeliges Beckenrasseln auch mal im Rampenlicht stehen. Songs wie „Sitting On A Bench“ übersetzen innere Aufgewühltheit in hektische, dabei sortierte Arrangements. Mit seiner LoFi-Emotionalität erinnert das Album an Eels zu „Electro-Shock-Blues“-Zeiten.

Die kleinen Schocks verlassen White Wine auch nicht, wenn sie sich bei Songs wie „A Drink And A 6 Lane Freeway“ und „Relic On File“ ausgestattet mit schwirrenden Streichern und Glockenspiel in angenehm fließender Dur-Stimmung geben. Eine durchgehende Unruhe macht „Who Cares What The Laser Says?“ aus. Sie lässt White Wine spielerisch die ein oder andere Rockpose einnehmen, nur um sie in der nächsten Sekunde zu zerbeulen und veräppeln.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „White Wine“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

White Wine live, präsentiert von ByteFM:

05.05.16 Karlsruhe – KOHI
06.05.16 Nürnberg – Hemdendienst
10.05.16 Mainz – Schon Schön
24.05.16 Halle (Saale) – Hühnermanhattan
25.05.16 Dresden – Scheune
26.05.16 Hamburg – Uebel & Gefährlich
27.05.16 Neustrelitz – Immergut Festival
28.05.16 Erfurt – Kalif Storch
03.06.16 Düsseldorf – This Charming Man Festival
04.06.16 Berlin – Torstraßen Festival
16.06.16 Leipzig – Conne Island
18.06.16 München – Milla

 

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