Zum 45. Geburtstag von Thom Yorke

Thom Yorke

„I think the most important thing about music is the sense of escape.“

Der wichtigste Aspekt der Musik sei, dass sie ein Entkommen, ein Flüchten ermöglicht – so Thom Yorke in einem Interview. Dieses Element hat er mit seiner Band Radiohead schon immer gut umgesetzt und mit den Jahren weiterentwickelt. Für ihn selbst war die Musik in seiner Jugend eine große Stütze, die ihm eine andere Welt eröffnete. Yorke, der 1968 in der Mitte Englands in Northamptonshire geboren wurde, musste in seiner Jugend oft mit seinen Eltern umziehen. Von Geburt an war sein linkes Auge gelähmt, deswegen wurde er an jeder Schule aufs Neue Opfer von Spott und Hänseleien. Das änderte sich, als er an die Abingdon School kam. Die hatte ein eigenes Gebäude für den Musikunterricht. Yorke verbrachte viele Nachmittage damit, Klavier zu spielen. Die Gitarre beherrschte er schon mit 11 Jahren.

An der Abingdon School sollte Yorke die die zukünftigen Bandmitglieder von Radiohead treffen – Ed O’Brien, Phil Selway, Colin Greenwood und Jonny Greenwood. Zuerst machten sie zusammen unter dem Namen „On A Friday“ Musik – den Proberaum durften sie nämlich nur an Freitagen aufsuchen. 1988 zog Yorke nach Oxford, um dort Kunst, Philosophie und Englisch zu studieren. Die anderen zogen auch weg, um an die Uni zu gehen. Doch beeindruckenderweise fanden alle Anfang 1991 wieder zusammen. Sie benannten sich in Radiohead um, erhielten bald einen Plattenvertrag und veröffentlichten 1993 ihr Debüt – „Pablo Honey“.

Das Album landete zwar in den UK-Charts, allerdings ließ der große Erfolg auf sich warten. Erst nachdem sich Radiohead mit Produzent Nigel Godrich zusammentaten und das Album „The Bends“ veröffentlichten, gelang ihnen der Sprung an die Chartspitze. Bis 2011 folgten sieben weitere Alben, auf denen sie stehts ihren Sound weiterentwickelten. Neben Krautrock, Free Jazz und klassischen Einflüssen experimentierten sie auch immer mit elektronischen Klangfarben.

„But there were times when we used the electronic sounds, because it was more brittle, more exciting … One of the things we were most excited about was ending up with a record where you weren’t quite sure where the human starts and the machine ends.“

Thom Yorke, der bei Radiohead für den Gesang, die Gitarre und das Piano verantwortlich ist, ließ seinem Talent jedoch auch mit anderen Musizierenden freien Lauf. Darunter fallen Zusammenarbeiten mit Björk, DJ Shadow oder Modeselektor. Im Jahr 2006 veröffentlichte er sein Soloalbum „The Eraser“ und ist zudem seit 2012 mit Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist Flea und Nigel Godrich als Supergroup Atoms For Peace unterwegs. Dabei kann er nicht einmal Noten lesen.

Und als hätte er sonst noch nicht genug um die Ohren, engagiert sich Yorke in diversen politischen Kampagnen. Darunter „Make Poverty History – Deine Stimme Gegen Armut“ und Make Trade Fair. 2009 schlich er sich als Journalist getarnt in die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen.

Für Thoms engagierten Einsatz für gesellschaftspolitische Themen ebenso wie für seinen Einfluss auf die Popmusik der letzten 20 Jahre bedanken wir uns und gratulieren herzlich zu seinem 45. Geburtstag.

In einem Interview antwortete York einmal auf die Frage, mit welchem Song er sein allerletztes Konzert beenden würde, mit: Neil Young – „Fuckin‘ Up“. Hoffentlich haben wir bis dahin noch jede Menge Zeit.

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