Zum 75. Todestag von Robert Johnson

Robert Johnson

Robert Johnson hatte ein kurzes Leben, aber er hat soviel Bedeutendes hinterlassen, dass er zur Blueslegende schlechthin wurde. Der Bluesmusiker wurde in Mississippi geboren. Seine ersten Lebensjahre waren von vielen Umzügen geprägt. Irgendwann landete er in dem kleinen Ort Robinsonville, wo er seine erste Frau kennenlernte. Wenn er nicht auf den Feldern arbeitete, spielte Robert Johnson liebend gern Mundharmonika in der Gesellschaft anderer Musiker wie Charley Patton und Willie Brown. Sein Gitarrenspiel konnte die alten Herren allerdings nicht beeindrucken, egal wie oft er übte. Erst ein Schicksalsschlag machte ihm zu dem gefeierten Bluesmusiker, als der er heute bekannt ist. Seine Frau starb sehr jung bei der Geburt ihres ersten Kindes. Daraufhin ging Johnson auf Wanderschaft durch Mississippi.

Als er einige Jahre später nach Robinsonville zurückkehrte und ein Konzert spielte, waren die anderen Bluesmusiker der Stadt schwer verblüfft. Robert Johnson spielte so schnell und gewandt wie kaum ein anderer. Er hatte sich eine Technik zu eigen gemacht, die sein Gitarrenspiel so klingen ließ, als würde er sich gleichzeitig auf dem Bass begleiten. Damals entstand die Legende, die seit jeher untrennbar mit dem Musiker verbunden ist. Robert Johnson soll soviel daran gelegen haben, ein beeindruckender Blues-Gitarrist zu werden, dass er einen Pakt mit dem Teufel schloss. Angeblich traffen Johnson und der Teufel an einer Wegkreuzung in der Nähe der Dockery-Plantage in Mississippi aufeinander. Dort stimmte der Leibhaftige Johnsons Gitarre und nahm dafür seine Seele entgegen.

Vielleicht war dies auch eine Geschichte, die Neider verbreitet haben. Andere Zeitzeugen sagten, dass Johnson auf seiner Wanderschaft einen Lehrmeister namens Ike Zinneman traf. Da von diesem Musiker kaum etwas überliefert ist, halten sich die Gerüchte über den teuflischen Pakt hartnäckig. Robert Johnson wurde in jedem Fall zu einem der bedeutendsten Bluesmusiker aller Zeiten. Sie nannten ihn den „King of the Delta Blues Singers“. Zu seinen Lebzeiten nahm Johnson einige Lieder in San Antonio und Dallas in Texas auf. Seinen Unterhalt verdiente er sich allerdings dadurch, dass er unentwegt an unterschiedlichen Orten auftrat. Von den Aufnahmen erschienen in den 60ern und 70ern zwei Compilations, welche gute 60 Jahre nach Johnsons Tod als Box-Set neuaufgelegt wurden. Dieses verkaufte sich über eine Million mal – mehr als jede Bluesplatte zuvor.

Heute ist Robert Johnson eine große Legende des Blues. Es erschienen unzählige literarische und filmische Verarbeitungen seines Lebens und seine Musik gilt als wichtiger Einfluss für den Rock’n’Roll. Unter anderem die Rolling Stones, Robert Plant und Eric Clapton nennen Johnson als Vorbild.

Die Umstände seines Todes sind ebenso mysteriös wie die musikalische Werdensgeschichte Johnsons. Man sagt, er sei bei einem Konzert in der Nähe von Greenwood, Mississippi von einem eifersüchtigen Mann, mit dessen Frau der Musiker geflirtet haben soll, vergiftet worden sein. Nach diesem Konzert verbrachte Robert Johnson einige Tage ruhelos im Bett und erlag schließlich der Krankheit, die ihn schwächte. Das war am 16. August vor 75 Jahren.

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