Zum Tod von Almut Klotz

Klotz+Dabeler (Foto: Facebook)
Bild: Klotz+Dabeler (Quelle: Facebook)

Almut Klotz, Musikerin, Autorin, Labelgründerin und Chorleiterin ist vergangene Woche im Alter von 51 Jahren an Krebs gestorben.

1962 wird Klotz im Badischen geboren. Mitte der 1980er Jahre verlässt sie den Schwarzwald jedoch und zieht nach Berlin. 1988 ist ein wichtiges Jahr für Klotz, denn gemeinsam mit der taz-Autorin Christiane Rösinger und Funny Van Dannen gründet sie die Band Lassie Singers, die zwischen 1991 und 1996 vier Alben aufnehmen. Alle Alben der Band haben einen Lo-Fi-Sound, den man auch als „unpoliert“ oder „do it yourself“ bezeichnen kann. Dieser Sound und die deutschen, etwas lakonischen Texte der Band prägen die deutsche Indie-Szene nachhaltig und gelten unter anderem als Vorbild der Riot Grrrl-Bewegung.

1998 löst sich die Band nach zehn Jahren auf. Doch damit ist Almut Klotz‘ Musikkarriere noch lange nicht beendet: Sie gründet – erneut gemeinsam mit Christiane Rösinger – das Label Flittchen-Records sowie die Flittchen-Bar und schließt sich außerdem der Band Parole Trixi von Sandra Grether und Elmar Günther an. Doch schon nach kurzer Zeit verlässt Klotz die Band, um kurz darauf der nächsten beizutreten: Maximilian Heckers und Jim Avignons Maxi Unter Menschen. 2001 gründet Klotz dann den Popchor Berlin. „Popchor“ klingt ursprünglich eher nach christlichen Gemeinden und klassischem Gesang, doch nicht bei einem Chor von Almut Klotz. Hier werden unter Leitung der Musikerin Coverversionen bekannter Popsongs zum Beispiel von David Bowie, The Smiths oder sogar Missy Elliott auf die Bühne gebracht. Begleitet wird der Popchor von neu abgemischter Musik von Kissogramm, dem Hamburger Musiker Reverend Christian Dabeler und anderen.

Doch Klotz interessiert sich nicht nur für Musik in verschiedenen Facetten, sondern auch für das Schreiben und Literatur. So beginnt sie 1997 auch als freie Journalistin zu arbeiten und veröffentlicht unter anderem eine regelmäßige Kolumne in der Berliner Zeitung. Doch Klotz‘ schriftstellerische Ambitionen sind mit einer Kolumne noch nicht erfüllt: 2005 veröffentlicht sie gemeinsam mit – ihrem mittlerweile Lebensgefährten – Reverend Christian Dabeler den Roman „Aus dem Leben des Manuel Zorn“, der in der „Reihe Popliteratur“ erscheint. Drei Jahre später folgt der Erzählband „Tamara und Konsorten“.

2007 beginnt Almut Klotz schließlich ihr letztes Bandprojekt Klotz+Dabeler, wie der Name schon andeutet, mit ihrem Lebensgefährten und veröffentlicht das Album „Menschen An Sich Mit“. 2010 erscheint die Single „Höp Höp Höp/ Mylord“. Diesen Freitag kommt das neue Klotz+Dabeler Album „Lass Die Lady Rein“ heraus. Wie Klotz‘ Biographie zeigt, ist ihr Einfluss auf die Kulturlandschaft vielfältig und wird wohl noch einige Zeit anhalten, auch wenn sie ihren Abschied von der Bühne nicht wie geplant wahrnehmen kann.

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