Zum Tod von Amy Winehouse

Zwei Alben, eines davon großartig, und eine Handvoll Stücke mehr: Am Samstag verstarb Amy Winehouse, bevor sie ihr großes Talent zur vollen Blüte bringen konnte. ByteFM erinnert an eine Künstlerin, deren Schicksal seit ihrem 2006er Album „Back To Black“ besiegelt schien.

In den letzten fünf Jahren gab es von Amy Winehouse leider mehr Boulevard-Schlagzeilen als Songstrophen. Der am 23.07. eingetretene Tod der Sängerin ist der traurige Schlusspunkt eines menschlichen Dramas, das von den entsprechenden Medien und ihren Konsumenten in sensationsgieriger Echtzeit-Beobachtung genüßlich ausgebreitet und aufgesogen wurde. Dank viraler und massenmedialer Verbreitung jedes Videos, Fotos und sonstigen Infobytes werden seit einigen Jahren die ehedem privaten Bereiche der sogenannten Celebrities zur Langzeit Horroshow in der Dauer-Hauptsendezeit der Social Media Timelines. Amy Winehouse hatte hier die Rolle der „Marge Simpson of junkie retro soul“ (Sasha Frere-Jones) im Tabloid-Bestiarium der Tragödien, irgendwo auf der musikalisch wertvolleren Seite von Britney, Lindsay & Co..

Woran sie gestorben ist („Überdosis“, „gebrochenes Herz“ etc.) wird nun nochmal nachgereicht werden können von BildSunTMZ und Konsorten, und sicherlich wird es noch eine Reihe Aufnahmen geben, die Amy Winehouse irgendwo irgendwann gemacht hat und die nun den spärlichen Kanon der Winehouse-Erbschaft posthum vergrößern werden.

Auch bei ByteFM möchten wir an die Musikerin Amy Winehouse erinnern. Im Programm daher am 25.07. im Magazin am Nachmittag und Abend jeweils Amy Winehouse Nachrufe.

Die Kollegen der schreibenden Zunft haben bereits einiges vorgelegt:

Hier eine Reihe von deutschsprachigen Nachrufen aus der Süddeutschen Zeitung, der FAZ, von Spiegel Online und dem deutschen Rolling Stone, sowie sehr gute Texte bei FM4 hier und hier).

In England ist die Aufmerksamkeit dem Thema gegenüber natürlich am größten. Hier die Todesmeldung und ein Nachruf aus dem Guardian,  hier der Nachruf auf NME.com und hier von den Kollegen bei der BBC.

Ein sehr guter Artikel über Amy Winehouse zu Lebzeiten erschien anläßich ihrer Grammy Gewinne 2008 im New Yorker (hieraus stammt auch das oben genannte Zitat von Sasha Frere-Jones).

R.I.P. Amy Winehouse.

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Diskussionen

6 Kommentare
  1. posted by
    เกม
    Jul 24, 2011 Reply

    Sie war eine wundervolle Sängerin mit einer beindruckenden Stimme – tragisch.

  2. posted by
    Michael K
    Jul 25, 2011 Reply

    Ich war kein Fan, aber es ist trotzdem traurig was die Sucht aus einem Menschen machen kann.

  3. posted by
    schade
    Jul 26, 2011 Reply

    Nein, es ist tragisch, was die Medien aus einem ohnehin schon kranken Menschen machen!

  4. posted by
    Banker
    Aug 16, 2011 Reply

    Das hart Pop-Business verkraftet definitiv nicht jeder. Wenn Jemand ohnehin eher labil ist kann er daran zerbrechen.

  5. posted by
    Chiptuning
    Jan 5, 2012 Reply

    Schlimm ist das der Tot hier wieder bis zum letzten ausgequetcht wird.
    Es geht halt nur um Kohle, der Mensch zählt nicht.

  6. posted by
    Sarah
    Jan 9, 2012 Reply

    Und der ach so liebe Vater der sich jetzt die Seele aus dem Kopf heult, warum hat der nicht vor 10 Jahren was unternommen.
    Aber jetzt an jedem Mikrofon… Bääähhh

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