Zum Tod von France Gall

Zum Tod von France Gall Sie war eine der vielseitigsten Künstlerinnen Frankreichs: France Gall (Foto: Universal Music Austria)

Von psychedelischem yé-yé bis zu Grand-Prix-Pomp, von deutschsprachigem Schlager bis zu Synth-Pop: France Gall hat im Verlauf ihrer drei Dekaden umspannenden Karriere so einige Haken geschlagen. Gestern ist die wandlungsfähige Interpretin von Songs wie „Ella, Elle L‘a“ und „Poupée De Cire, Poupée De Son“ an ihrer langjährigen Krebserkrankung gestorben.

Isabelle Geneviève Marie Anne „France“ Gall wurde am 9. Oktober 1947 in Paris geboren. Ihr Vater war der Autor Robert Gall, der bereits für Edith Piaf Texte schrieb. Er ermutigte seine Tochter, Songs aufzunehmen und an Labels zu schicken. Mit Erfolg: Als France Galls erste Single „Ne Sois Pas Si Bête“ erschien, war sie gerade einmal 16 Jahre alt.

Serge Gainsbourg und der Grand Prix

Wenige Wochen später lernte sie Serge Gainsbourg kennen. Der Pariser Künstler sollte Gall bis ins Jahr 1972 als Songwriter begleiten. 1964 schrieb er ihre nächste Single, den stampfenden yé-yé-Song „N’écoute pas les idoles“. Ein Jahr später gewann sie mit seinem Song „Poupée De Cire, Poupée De Son“ den Eurovision Song Contest, damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson.

Unter der Hand des ewigen Provokatuers Gainsbourg driftete Galls Musik jedoch in den folgenden Jahren immer weiter in Richtung Seltsamkeit ab. Ein gutes Beispiel: Ihre 1967er-Single „Nefertiti“, ein bizarres Stück Psychedelic-Pop, untermalt mit orientalischen Percussions und verstrahlten Streichern.

Michel Berger und Erfolg in Deutschland

Parallel zu ihrer zunehmend experimentellen Phase in Frankreich konnte France Gall überraschende Erfolge in ihrem Nachbarland erzielen: Mit Songs wie „Ich liebe dich, so wie du bist“, „Mein Herz kann man nicht kaufen“ und „Dann schon eher der Piano Player“ (viele davon aus der Feder vom späteren Italo-Disco-Pionier Giorgio Moroder) eroberte France Gall die deutschen Schlager-Charts.

1973, kurz nach dem Ende ihrer Zusammenarbeit mit Gainsbourg, lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen: Den Songwriter Michel Berger. Seit ihrer Hochzeit im Jahr 1976 sang sie ausschließlich Songs aus seiner Feder. Eines dieser Stücke war France Galls letzter großer Erfolg „Ella Elle L‘a“, Bergers Synth-Pop-Ode an Ella Fitzgerald (zu Deutsch: „Ella hat‘s drauf“).

Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1992 zog France Gall sich langsam aus der Öffentlichkeit zurück. Seit ihrem letztem Album „France“ (1996) war sie nur noch in einigen wenigen Interviews zu sehen, ihr letztes Konzert spielte sie im selben Jahr. Am 7. Januar 2018 ist sie in ihrer Heimatstadt Paris gestorben. Sie wurde 70 Jahre alt.



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