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Bordermusic


Alle zwei Wochen | Montag 21 - 22 Uhr

Ist Countrymusic der Soul des weißen Mannes oder Soul die Countrymusic des schwarzen Mannes? Weiß Robert Wyatt Rat?

Hat Moondog einen Song darüber geschrieben? Oder sollten wir alle einfach mehr spiritual Jazz aus den siebziger Jahren hören?

Warum haben Inseln spezielle Musik? Und was hat psychedelische italienische Musik mit Pasolini zu tun? Sollte man Moses Asch von Folkways Records posthum einen Nobelpreis verleihen? Sind wirklich alle Jorge Ben-Platten so gut? Kann man aserbaidschanischen Folkjazz, Tropicalia und My Bloody Valentine in einer Radiosendung spielen und keiner schaltet aus?

Die Antwort auf diese Fragen und etliches mehr erhaltet Ihr alle 2 Wochen in Bordermusic. Vielleicht.

Genres:
Americana, Avantgarde, Blue Grass, Blues, Country, Dub, Exotica, Experimental, Folk, Global Folk, Improvisierte Musik, Jazz, Noise, Old Time Music, Post-Punk, Psychedelic, Rock'n'Roll, Soul, Surf

ByteFM: Bordermusic vom 16.10.2017

Sendung vom 16.10.2017

Good Time Charlie's Got The Blues

Wie immer im Herbst regnet es förmlich neue Alben, die besten und relevanten hat Bordermusic für Euch rausgesucht. Musik von u.a. JD McPherson, Melanie de Biasio, Andrew Weathers, Billy Childish. Dazu auch dieses Mal eine weitere Ausgabe der Bordermusic Sessions, heute mit einem exklusiven Song von Frankie Lee.

Mit 33 Jahren veröffentlichte Frankie Lee 2015 sein Debüt “American Dreamer“, nicht unbedingt das typische Alter für ein erstes Album. Im Allgemeinen legt der aus Minnesota stammende Gitarrist und Sänger keinen großen Wert auf eine typische Karriere als Musiker. Für ihn ist es völlig normal, auf einer Farm oder als Tischler zu arbeiten, anstatt den normalen Wahnsinn aus Release, Promo und Tour zu absolvieren.

Sein Album “American Dreamer“ ist sehr autobiografisch, kein anderer als Frankie Lee selbst ist hier der Träumer. Musikalisch erinnert es an Bob Dylan, Neil Young oder Steve Earl - unter der traditionellen und freundlichen musikalischen Fassade verbirgt sich jedoch inhaltlich sehr viel Wut. Wut auf Investoren, die Städte wie Austin oder Nashville in unbezahlbare Orte verwandeln, Wut auf Konzerne, die es den Farmern unmöglich machen, von ihrer Arbeit zu leben. Er beschreibt ein Amerika, das seinen Traum verloren hat und stattdessen den Celebrities und Stars bei deren Leben zuschaut, erstarrt in Erwartungen und Angst.

Frankie Lee ist viel herum gekommen in den letzten zehn Jahren: in Nashville traf er gleich am ersten Tag Merle Haggard, mit JD van Zandt, dem Sohn des tragischen Country-Großmeisters Townes van Zandt, hat er in Austin Möbel gebaut. Er zog nach Los Angeles und spielte mit den Allah-Las und Cass McCombs, musste mit ansehen, wie sich Freunde und Familie trotz mehrerer Jobs immer weiter verschuldeten und hat selbst immer wieder auf verschiedenen Farmen gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

2014 büßte Frankie Lee bei einem Arbeitsunfall fast seine linke Hand ein. Unfähig zu arbeiten und Gitarre zu spielen zog er sich für eine Weile zurück zu seiner Mutter nach Stillwater, Minnesota und komponierte dort einhändig auf dem Piano die Songs für “American Dreamer“ und verarbeitete seine Erfahrungen der letzten Jahre in seinen Texten. Auf dem Opener “High and Dry“ fordert er “Grow Your Own“: „Meine Freunde glaubten alle, es ginge darum, sein eigenes Dope anzubauen, aber ich meinte Obst und Gemüse. Wahrscheinlich geht es aber um das selbe. Du bist, was du ißt und umgekehrt“. “East Side Blues“ wiederum ist „eine Ode an die Kapitalisten und Investoren die jede einzelne Straße meiner Heimatstadt zerstört und sie durch sinnlosen Müll ohne Substanz ersetzen haben“.

Frankie Lee ist immer noch unterwegs, immer noch wie John Steinbeck in “Travels with Charley“ auf der Suche nach seinem Traum. Momentan nimmt er sein zweites Album auf. Für Bordermusic hat er exklusiv eines seiner Lieblingslieder aufgenommen, ein Cover von “Good Time Charlie's Got The Blues“ von Danny O'Keefe, live mit seinem Nagra Field Recorder und einem Mikrofon auf der Veranda in Stillwater, Minnesota.



1.  Frankie Lee / Where Do We Belong
American Dreamer / Loose
2.  JD McPherson / Undivided Heart And Soul
Undivided Heart And Soul / New West
3.  Wild Billy Childish & Ctmf / In The Devil’s Focus
Brand New Cage / Damaged Goods
4.  Twink / Suicide
Think Pink / Sire
5.  Ariel Pink / Dedicated To Bobby Jameson
Dedicated To Bobby Jameson / Mexican Summer
6.  Andrew Weathers Ensemble / The Proper Dream Always Projects The Phantom
Build A Mountain Where Our Bodies Fall / Full Spectrum
7.  Lajoie/Tuttle / Revolution Rag
American Primate / Burger
8.  King Krule / Vidual
The Ooz / XL
9.  King Krule / Logos
The Ooz / XL
10.  Melanie Biasio / Afro Blue
Lillies / Pias
11.  The Saxophones / Aloah
Single / Full Time Hobby
12.  Johnny Cash / Aloah Oe
American VI Ain’t No Grave / American Recordings
13.  Frankie Lee / Good Time Charlie’s Got The Blues
Bordermusic Sessions / Not On Label / Bordermusic
14.  Bert Jansch / When The Sun Comes Up
The Black Swan / Drag City
15.  JD McPherson / Hunting For Sugar
Undivided Heart And Soul / New West
16.  Frankie Lee / East Side Blues
American Dreamer / Loose

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tomwaits vor drei Wochen
sehr gut. stehe schon in den startlöchern und freue mich drauf :-)

tillbordermusic vor drei Wochen
@tomwaits Vielen Dank fürs zuhören, lieber tomwaits, heute 21:00 gibt es den zweiten Teil von Border Dinamita, wieder eine sehr tropische Angelegenheit!

tomwaits vor einem Monat
Was eine Wahnsinnssendung - viiiielen Dank; Les Loups Noirs haben mich weggehauen!

tillbordermusic vor 8 Monaten
Ja, wir sind ganz sanfte Cowboys hier bei Bordermusic. Aber auch zart. Und ein wenig soft. Vielen Dank!

elisa_ vor 8 Monaten
Wunderwunderschön! So sanft! Vielen Dank - hach!

tillbordermusic vor 9 Monaten
Hallo Lutz Katzensilber, so hatte ich mir das vorgestellt. Vielen Dank, Till

katzensilber vor 10 Monaten
So eine schöne Stunde voll wunderbarer Musik... Beim Hören konnte ich nebenher die Mondfinsternis betrachten, was den Zauber noch verstärkte. Vielen Dank und Grüße sendet Lutz

tillbordermusic vor einem Jahr
Hi Patrick, Das zu hören tut gut! Vielen Dank Till

patrickgabler vor einem Jahr
Danke, Danke, Danke für alle diese großartigen Sendungen!!!

tonfoncszky vor einem Jahr

tillbordermusic vor einem Jahr
Liebe Elisa, vielen Dank für die Blumen!

elisa_ vor einem Jahr
Was für eine Bereicherung! Vielen Dank für die grandiosen Sendungen!

tillbordermusic vor einem Jahr
Lieber Martin, Vielen Dank für die erneuten freundlichen Worte! Es macht mir auch nach wie vor sehr viel Spaß, noch ist kein Ende abzusehen..... Viele Grüße aus Berlin Till

dehcho vor einem Jahr
Gratuliere zum Jubiläum, Herr Kober ! BORDERMUSIC ist eine meiner absoluten Favoriten auf Byte. Ich hoffe wir werden hier auch noch das 10. oder 20. Jahr Bordermusic erleben ! Herzlichen Dank und Grüße Martin aus Schleswig

ulli_dc vor 2 Jahren
Wunderbare Sendung! Jam, Specials, Fun Boy Three, ... Great stuff! Vielen Dank für das Hörvergnügen!

xmu vor 2 Jahren
Eine großartige Sendung heute, vielen Dank dafür, Alligator-Man!

1958nichaels vor 2 Jahren
Ich höre die Sendung heute zum ersten Mal aufmerksam und bin begeistert. Das war genau das Richtige für einen entspannten Sonntagmorgen.

tillbordermusic vor 2 Jahren
Ja, den guten alten Rodigan hab ich auch immer gerne gehört...schön, daß es Gefallen gefunden hat! Und selbstverständlich Merry Christmas zurück

ulli_dc vor 2 Jahren
Wow! Was für eine schöne Weihnachtssendung! Das hat mir total gefallen - vor allem hat sie mich an eine uralte Sendung von Rodigans Rocker bei BFBS erinnert - voller "christmas songs from Jamaika"! Wunderbar! I wish you a merry christmas!

tillbordermusic vor 2 Jahren

melanie deletang vor 2 Jahren
wunderschöne Sendung, danke für diese entspannende und verträume Folkstunde.

sbec1974 vor 2 Jahren

tillbordermusic vor 2 Jahren
Das freut mich sehr! Vielen Dank! Ich werde selbstverständlich versuchen, dieses Niveau zu halten...dazu muss ich aber meine Seele an den Teufel verkaufen...

dehcho vor 2 Jahren
Ganz großes Radio. Mich hat diese Sendung berührt und bewegt. So etwas erlebt man nicht so häufig. Herzlichen Dank !

schwarzerkaiser vor 2 Jahren

tillbordermusic vor 2 Jahren
Yes, Matana Roberts mit "how much would you cost" von der LP "coin coin Chapter 1: gens de couleur libre". Scheinbar hat die Anzahl von 22 Songs das Playlist-Format gesprengt, davor lief noch Mississippi John Hurt mit Candyman.

senest vor 2 Jahren
@schwarzerkaiser: Das müsste von Matana Roberts gewesen sein. Den Titel habe ich aber auch gerade nicht parat …

schwarzerkaiser vor 2 Jahren
Ganz tolle Sendung. Kann es sein, dass das letzte Lied auf der Playlist fehlt - das war so was ganz ruhiges, eine Frau singt, minimale Gitarrenbegleitung! Help!
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