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Kramladen

Noa, Kari, Sophie mit Volker Rebell

ByteFM: Kramladen vom 08.11.2012

Ausgabe vom 08.11.2012: Noa, Kari, Sophie mit Volker Rebell

Drei großartige Sängerinnen und Songschreiberinnen stehen im Mittelpunkt dieses Kramladens: Noa aus Israel, Kari Bremnes aus Norwegen und Sophie Hunger aus der Schweiz. Auch wenn Noa, Kari und Sophie höchst unterschiedliche Musikerinnen sind, verbindet sie doch aktuell zweierlei. Alle drei sind im November auf Deutschland-Tour und haben neue, hörenswerte Alben veröffentlicht.

Sophie Hungers neues Album, ihr bislang drittes, heißt „The Danger Of Light“ und enthält erneut originell gestaltete Songs von eigenwilligem Gepräge. Stilistisch will keine Schublade passen. Man könnte sagen, ihre Musik oszilliert zwischen Indie-Pop, Jazz, Chanson, Kammermusik und Singer/Songwriter-Idiom. Auch wenn sie selbst nicht erklären kann, wie ihre Songs entstehen und wovon sie letztlich handeln, sind ihre Texte doch sehr beredt und wortgewandt. Als roter Faden scheint sich das Thema der unaufhaltsamen Veränderung in allen Lebensbereichen durch die Songtexte ihres neuen Albums hindurch zu ziehen. Die Selbstbehauptung eines fragilen Ichs in einer unüberschaubaren Welt kommt im Song „What It Is“ zur Sprache. Nach wortreichen, fast philosophischen Strophen verkündet der Refrain mit entwaffnender Offenheit: „I don’t know what it is.“ Sie hat keine Rezepte, keine Antworten. In Interviews sagt sie häufig, sie habe keinen blassen Schimmer, das sei ihr alles selbst ein Rätsel, usw. Ist das Koketterie oder Verweigerung etwas zu Ende zu denken, oder sich festzulegen? In ihren Songtexten wird sie oft aber beschreibend konkret, wenn sie sich in die Gedankenwelt eines Amokläufers versetzt, oder wenn sie über Frontsoldaten aus Afghanistan singt, die vor eine Untersuchungskommission zitiert werden, oder wenn sie sich fragt, wie sich die New Yorker Freiheitsstatue fühlt, die doch fest einbetoniert und alles andere als frei ist.
Neben der normalen CD ist das Album „The Danger Of Light“ auch als Doppel-Vinyl-LP zu haben und mit einer zweiten CD als „Deluxe Edition“. Dort finden sich interessanterweise je eine Coverversion von Bob Dylan („One Too Many Mornings“ aus dem Album „The Times Are A-Changing“ von 1964) und Jacques Brel („Ne Me Quitte Pas“ von 1959) und eine Hommage an Leonard Cohen mit dem Titel „First We Leave Manhattan“. Sophie Hunger ist zur Zeit auf Europa-Tournee und wird ab dem 13.11. in Deutschland auftreten (Köln, Hannover, Hamburg, Berlin, München, Frankfurt, Heidelberg. Einige Konzerte sind bereits ausverkauft.

Seit dem 01.11. ist Kari Bremnes auf Konzertreise unterwegs durch Deutschland. Im Gepäck hat sie ihr neues Album „Og Sa Kom Resten Av Livet“ („Und dann der Rest deines Lebens“). Auch ihre neuen Songs pulsieren in einer entspannten Atmosphäre, sind mit Feingespür arrangiert und atmen die Freiheit von weiten, einsamen Landschaften, über denen das fahle, blaue Licht des Polarkreises liegt.
Über das durchgängige Thema ihres neuen Albums sagte Kari Bremnes in einem Interview: „Ich wollte auf diesem Album etwas erzählen über die Wege, die man so im Leben beschreitet und wo sich Wege kreuzen. Da, wo ich mich jetzt befinde, kann ich sowohl nach vorne als auch zurückschauen. Und in beiden Richtungen gibt es viele Geschichten zu erzählen. Meine Kinder werden erwachsen und sind in dem Alter, wo sie zuhause ausziehen. Und meine Eltern sind inzwischen alt. Ich stehe genau in der Mitte und wollte etwas darüber erzählen, wie sich das anfühlt. Es ist auf jeden Fall ein sehr starkes Gefühl und ich habe damit zu kämpfen. Auf der einen Seite ist es eine sehr traurige Angelegenheit, die Zeit verstreicht, sie läuft ab. Auf der anderen hat es eine gewisse Süße, ich sehe meine Kinder, jung, vital und offen für das Leben. Es geht darum, dass sich Anfang und Ende treffen, und es ist faszinierend, selber in der Mitte zu stehen.“
Das neue Album mag nicht ihr musikalisch bestes in der langen Reihe ihrer bislang 15 Alben sein, doch es hat mehr als genug wärmende Kraft und seelentiefe Melancholie, um den Zuhörer mit den Unzulänglichkeiten der Welt zu versöhnen.

Ab dem 11. November wird auch Noa auf deutschen Bühnen zu erleben sein (und zwar in Erlangen, Mainz, Hannover, Karlsruhe, Düsseldorf, Dortmund, Hamburg, Berlin, München und Stuttgart). Noa geht diesmal mit dem neapolitanischen Solis String Quartet auf Tour und gibt ihren Songs damit einen kammermusikalischen Ausdruck. Gleich zwei Alben sind von Noa (am 14. September) veröffentlicht worden. Zum einen das orchestrale „Israeli Songbook – Noa Classic“, aufgenommen mit dem Jerusalem Symphony Orchestra, beinhaltend eine Zusammenstellung von Liedern, die zwischen 1920 und 1970 in Israel entstanden sind und den Schmelztiegel der israelischen Kultur musikalisch darstellen, was in der Orchesterfassung zum Teil schwere Kost ist. Zum anderen erschien das Live-Album „Classic Noa and The Solis String Quartet, live in Israel“, dessen Musik und Songrepertoire der aktuellen Tournee entspricht. Einige ihrer großartigen Songs, die man aus ihrem Debütalbum von 1994 kennt, interpretiert sie neu in kammermusikalischem Stil. Gesanglich ist Noa vielleicht noch besser als früher und ihre Fähigkeiten als Perkussionistin haben nicht nachgelassen.

Ein Konzertbesuch lohnt sich ganz sicher, sowohl bei Noa, als auch bei Kari Bremnes und Sophie Hunger, den drei großartigen Sängerinnen und Songschreiberinnen, die im Mittelpunkt dieses Kramladens stehen.

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Playlist

1.  L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik)
Touch Me There / Zappa Records
2.  Sophie Hunger / Holy Hells
The Danger Of Light / Two Gentlemen, Rough Trade
3.  Sophie Hunger / What It Is
The Danger Of Light / Two Gentlemen, Rough Trade
4.  Sophie Hunger / First We Leave Manhattan
The Danger Of Light / Two Gentlemen, Rough Trade
5.  Kari Bremnes / Like For Dagen Gar Ned
Og Sa Kom Resten Av Livet / Strange Ways Indigo
6.  Kari Bremnes / Det skjer na med oss alle underveis
Over En By / Strange Ways Indigo
7.  Kari Bremnes / You’d Have To Be Here
You’d Have To Be Here / Strange Ways Indigo
8.  Noa and The Solis String Quartet / Wildflower
Classic Noa, live in Israel / Pinorrekk Records, Edel Kultur
9.  Noa / Wrap It Up With Love
Blue Touches Blue / Polydor, Universal
10.  Noa / Waltz To The Road
Genes & Jeans / Emarcy, Universal
11.  Noa And The Solis String Quartet / Eye Opener (Pokeach)
Classic Noa, live in Israel / Pinorrekk Records, Edel Kultur
12.  Noa And The Solis String Quartet / Mishaela
Classic Noa, live in Israel / Pinorrekk Records, Edel Kultur