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Was ist Musik


Wöchentlich | Sonntag 19 - 20 Uhr

„Wir sind zusammen doch nicht allein, ein Lied kann eine Brücke sein, mit einem Rhythmus und einem Ton, verlier'n wir uns in der Illusion“, singt der Kölner House-Crooner Justus Köhncke und das klingt besser als es sich liest.

Der Refrain ist eine Frage: Was ist Musik?
Antworten in dieser Sendung.

Sweet Soul Music, Fast Money Music, Music is my hot hot sex, Roxy Music, Galoppmusik, Musical Youth, Music for evenings, Music for Airports, How I learned to hate Rock'n'Roll, I love Rock'n'Roll, This is Music added to my day, Funky Drummer, Im Alter fängt man an sich für Countrymusik zu interessieren, They can't take away our Music, Music sounds better with you, Hauptsache Musik, Elevator Music, Electric Guitars, Musik der frühen Jahre, Musical Drum Sound, I came to love the Music, Strings of life, Make your own kind of music, Verstärker, Music of my mind, We are ugly but we have the music.

Was ist Musik?

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ByteFM: Was ist Musik vom 12.10.2014

Sendung vom 12.10.2014

Musik für Baumarkt-eröffnungen und Autohaus-einweihungen? NRBQ

Es war einmal ein Labelmacher in Berlin. Er veröffentlichte Berliner Außenseitermusik von Frieder Butzmann und Die Zwei. Aber auch Throbbing Gristle, Gregory Isaacs und Musik aus Sierra Leone. 1988 bringt der Mann auf seinem Label „God Bless Us All“ raus, ein Album von NRBQ. In der Produktinformation steht:
„NRBQ – New Rhythm & Blues Quartett – ist in jeder Stilrichtung zu Hause. Sie spielen eigene Kompositionen, Rock & Roll, Jazz und eigenwillig interpretierte Standards – und obwohl die Band nie probt (dafür bleibt bei 20 Auftritten im Monat auch kaum Zeit), spielt sie selbst harmonisch komplizierte Stücke fehlerfrei aus dem Stand.
Trotz ihrer vielseitigen, musikalisch perfekten Könnerschaft will die Band nicht als `unkategorisierbar´ kategorisiert werden. `Der Stempel `außergewöhnlich´ ist irgendwie lächerlich´ sagt Terry Adams. `Wenn du nicht wie eine Rhythmusmaschine spielst, nach der die Leute immer im selben Tempo tanzen können, beschweren sie sich.´
NRBQ – eine Band für gestern, heute - und für immer.“
Sagt der Berliner Labelmacher Burkhardt Seiler, alias Zensor, 1988.


Es war einmal ein Labelmacher in Berlin. Er veröffentlichte Platten meist deutscher Künstlerinnen wie Christiane Rösinger, Jacques Palminger & The Kings Of Dub Rock und Ja, Panik. 2014 bringt der Mann auf seinem Label „Brass Tacks“ raus, ein Album von NRBQ. In der Produktinformation steht:
„NRBQ sind die Mutter aller Eklektizismus-Bands. Schon auf ihrem 1969er Debüt-Album coverten sie Sun Ra, spielten Eddie Cochran-Rock & Roll und komponierten die tollsten Popsongs, was Yo La Tengo, Bonnie Raitt, Paul McCartney, Elvis Costello oder den Chefnörgler Keith Richards zu ihren größten Fans gemacht hat. Sie sind die ewige Lieblingsband vom Drehbuchautor Marc Scully, was sie zur wohl unbekanntesten Band macht, die jemals bei den Simpsons einen Auftritt hatte. Was aber auch dazu führte, das Sponge Bob Schwammkopf immer wieder ihre Lieder sang. Aus der Original-Quartett ist leider nur noch Keyboarder und Sänger Terry Adams übrig, aber die aktuelle Besetzung, die seit nunmehr 8 Jahren zusammen spielt lässt für eingefleischte NRBQ Fans keinen Wunsch offen. Das neue Album „Brass Tacks“ zeigt NRBQ in ihrer ganzen prächtigen Vielfalt.“
Sagt der Berliner Labelmacher Maurice Summen, 2014.



Hier ein Text aus der jungle world 2008


Zu Unrecht vergessene Musik, Teil vier: maurice summen erkennt in der Band NRBQ die Simpsons der Rockmusik
von Maurice Summen
NRBQ sind die glorreiche Antithese zu allem, an dem die Rolling Stones schuld sind. Wir erinnern uns: Britische Bands hatten den afroamerikanischen Rhythm &Blues für sich entdeckt, und die Beat-Invasion wurde nach Elvis Presley als das erste globale Pop-Phänomen abgefeiert. Aus Beatmusik wurde Rock, aus Rock wurde Progrock, als Antithese zu Progrock entstand Punkrock, und am Ende stand Grungerock und Yoko Ono hieß plötzlich Courtney Love.
Welche Rolle spielen die Stones in diesem Zusammenhang? Die Rolling Stones sind der ursprünglichen Idee immer treu geblieben: »Weiße Jungs spielen schwarzen Rhythm & Blues.« Sie hatten eigentlich nur einen Fehler. Sie wurden zu Superstars auf Ewigkeit. Es kann offenbar nur einen von jeder Sorte geben: einen King, eine Madonna, eine M.I.A. oder, in der Dorf-Eisdiele: nur eine Best-Of-CD von Eros Ramazzotti.
Selbst wenn heutzutage alte Hits von Them, der alten Band von Van Morrison (»Gloria«), im Radio laufen, hört man den besoffenen Kneipenbesucher aus dem Raucherzimmer grölen: »Hey, geil! Mach mal lauter: die Stones!« Zum Verwechseln komisch.
NRBQ sind gar keine britische Band, sondern eine amerikanische aus Miami, Florida. Von allen Gruppen, die von der britischen Invasion gleichermaßen inspiriert sind wie vom amerikanischen Country & Western, sind sie die versierteste. NRBQ hätten mit ihren wunderbaren Songs theoretisch das Potenzial gehabt, auf den Radio-Hitwellen bis nach Hannover getragen zu werden, aber es kam anders. Das, was diese Band auf ihren 34 Alben veröffentlicht hat, gehört dennoch zu den schönsten, vielseitigsten und humorvollsten Beispielen, bei denen sich Rhythm & Blues und Redneck-Hillbilly treffen.
NRBQ wurden 1972, nach zwei Alben, von Columbia-Records wegen ihrer Erfolglosigkeit fallengelassen. Sie gründeten ihr eigenes Musiklabel, »Scraps« war die erste Veröffentlichung. Gemessen an den Rolling Stones sollte man das Wort »Erfolg« im betriebswirtschaftlichen Sinne im Zusammenhang mit NRBQ besser vergessen. Es geht um die Musik: »Scraps« wirkt noch heutzutage, nachdem wir sämtliche Stufen der Rockmusik hinter uns gebracht haben, wie ein liebevoll zusammengestelltes Buffet. Da gibt es die Popsongs, die der Bassist Joey Spampinato geschrieben hat, der Jahre später übrigens als Gast auf »Talk is cheap«, dem Solodebüt von Keith Richards, zu hören ist. Da sind sie wieder: die Rolling Stones! Dann bestechen NRBQ auch mit den an Thelonious Monk erinnernden Atonalitäten des wirren Keyboarders Terry Adams. Bei keiner anderen Band hört man größere Freude am Spielen.
Ergänzt werden Adams und Spampinato von Al Anderson an der Gitarre, Tom Ardolino am Schlagzeug und Frank Gadler, dem Sänger. Er verließ die Band zwar wenig später, aber NRBQ, das »New Rhythm & Blues Quintet«, bestanden in der restlichen Besetzung bis 1994.
»Scraps« ist nicht einmal das beste Album der Band. Es ist einfach eines von vielen großartigen Alben. Aber mit »Scraps« begann eine einzigartige, produktive Phase, die über 20 Jahre lang dauerte.
Auf Youtube findet man einige Livevideos von NRBQ. Sie spielen irgendwo in der Einöde, nachmittags auf Volksfesten vor desinteressierten Gestalten, die sich an Biertischen festhalten. Man kennt solche Ereignisse auch in Deutschland. So stellt man sich das gruselige Ende einer Bandkarriere vor: der Auftritt auf dem Volksfest, zur Eröffnung eines Baumarkts, auf dem Stadtfest in Schwerte, beim örtlichen Fernsehsender. Doch in den Videos auf Youtube kann man hören und sehen, welch überwältigende Band spielt. Da verliert auch das triste Szenario vollkommen an Bedeutung. Ich rutsche jedes Mal vor Ehrfurcht unter die Bürotischplatte.
Den größten Respekt, den NRBQ bis heute in den Medien erfahren durften, war ihr Auftritt in der beliebten Comic-Sitcom »The Simpsons«. Und wenn man es sich genau überlegt: NRBQ sind die Simpsons der Rockmusik.




1.  NRBQ / Here comes Santa Claus
Christmas Wish / Line
2.  NRBQ / Birdman
NRBQ / Rounder
3.  NRBQ / Batman
Honest Dollar / Ryko
4.  NRBQ / The Dummy Song
Honest Dollar / Ryko
5.  NRBQ / Places Far Away
Brass Tacks / Staatsakt
6.  NRBQ / Getting to know you
Brass Tacks / Staatsakt
7.  Carl Perkins & NRBQ / Boppin' The Blues
Boppin' The Blues / CBS
8.  NRBQ / Rocket Number 9
NRBQ / Columbia
9.  NRBQ / God bless us all
God bless us all / Zensor
10.  NRBQ / Sitting in the park
God bless us all / Zensor
11.  NRBQ / Talk To Me
Yankee Stadium / Ryko
12.  NRBQ / Rain at the drive in
Grooves In Orbit / Castle
13.  Yo La Tengo / Magnet
The Q-People – A Tribute To NRBQ / Rhino
14.  NRBQ / Magnet
Scraps
15.  Travis Shook and The Club Wow / Bob Gets a girl
The Essential / Just like real
16.  Skeeter Davis & NRBQ / Temporarily out of order
She sings, they play / Rounder
17.  NRBQ / Sit in my lap
Brass Tacks / Staatsakt
1 8.  NRBQ / Christmas wish
Christmas Wish / Line

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tomwaits vor 2 Monaten
Schliesse mich "collocationist" voll und ganz an. Und danke für den Konzerttipp Astatke->Mannheim; hat noch geklappt :-) Viele Grüße, Frank

collocationist vor 2 Monaten
Auch beim Wiederhören am Mittwoch Morgen: große Sendung, Klaus! Gruß, Peter (F.)

madame blanchard vor 2 Monaten

ddrummer vor 2 Monaten
Hallo! Also mich erinnert das Saxophon persönlich sehr stark an "Van der Graaf Generator" (David Jackson) "!. Grüße Manfred

.ptk. vor 4 Monaten
... solange der Radio-DJ auch 2018 noch die besten Sendungen macht (insbesondere die Carib Souls -merci !) dann kann während der grossartigen Mark E Smith Sendung der Hörer auch mal kurz gequält werden (was ja dann auch ganz im Sinne des Fall Gründers ist, der sich darüber bestimmt gefreut hätte). Tolle Sendethemen, perfekte Musikauswahl !

jod vor 4 Monaten
"Die Kollegen schauen ihn ratlos an / Es geht wieder los, ruf den Irrenarzt an!" Ein erheiternder Einblick- und gut, dass es wieder vorbei ist! ;-) Danke!

klauswalter vor 8 Monaten
Is there life on Mars, Lutz Eßler?

lutz eler vor 8 Monaten
Tja, lieber Klaus, es sind ja 'bloß' 12,6% geworden. By the way: bei den Reichstagswahlen 1928 hat die NSDAP 2,6% bekommen. Jetzt flugs die Taschenrechner raus und mal hochgerechnet. Danach den Atlas durchgeblättert: wohin soll man denn auswandern, bitteschön?

klauswalter vor 9 Monaten
thanx for your interest in gentryfication & the sound of money. long live rubber soul & billie joe!

tomwaits vor 10 Monaten
thanx for this interesting kind of gentryfication

martin lickleder vor 10 Monaten
danke schön! und auch an dieser stelle noch mal entschuldigung für den fauxpas auf dem inner sleeve: "suburb role" ist natürlich kein anagramm von "revolver", sondern von "rubber soul". "1000x korrigiert, 1000x ist nix passiert", wie's bei klaus lage so schön heißen sollte... herzliche grüße the sound of money

sizou vor einem Jahr
(zu Was ist Musik) so wunderbares und lustiges interview mit christiane rösinger. danke!

sizou vor einem Jahr
(zu Was ist Musik) so wunderbares und lustiges interview mit christiane rösinger. danke!

karstenfrehe vor einem Jahr
Coole Sendung vom 12.2.! Danke dafür :-)

klauswalter vor einem Jahr
ja, sebastian, du hast recht. wenn ich mal viel zeit habe, gibts eine ganze sendung bam bam. danke!

senest vor einem Jahr
Statt Depression: Großes Danke fürs Ausspielen der Isaac-Hayes-Nummer! Und nicht vergessen sollte man hinsichtlich BAM BAM Biggie Smalls’ a.k.a. Notorious B.I.G.’s »Big Poppa Bam Bam« – und wahrscheinlich zahllose weitere Referenzen … Gruß Sebastian

klauswalter vor einem Jahr
danke, christian und ricardo...no depression!

christian fausten vor einem Jahr
Mark Fisher tot und vergangenen Sonntag starb Jaki Liebezeit. Auch dieses Jahr kommt auf Touren (siehe 2016). It's getting cold in this hotel. Und nun? Depression? Gut möglich, aber ich nehm's nicht persönlich. Lieber Klaus, vielen Dank für diese Sendung. Gruß Christian

ricardo vor einem Jahr
Das war eine super spannende Sendung. Chapeau

klauswalter vor einem Jahr
Liebe Bettina, klar erinnere ich mich an die Wrangelconnection, schön, dass Du jetzt hier gelandet bist, viel Spass mit unserem Programm! Best, Klaus

kopflos vor einem Jahr
Liebe Bettina, Du warst nicht allein...

bettina_berlin vor einem Jahr
Lieber Klaus Walter, Wer hätte das gedacht: "Status Quo Vadis" ...wie lange habe ich das nicht mehr gehört und dann diese Stimme des Moderators... Zwischen Zeit und Ewigkeit... Ein Lichtblick... Musik für eine andere Wirklichkeit.... Lieber Herr Walter. Ohne Übertreibung kann ich behaupten, nicht nur in den 80ern Ihr größter Fan gewesen zu sein. Damals habe ich ALLE "der Ball ist rund" Sendungen auf Kassette aufgenommen + gefühlte 100 mal gehört. Diese Kassetten habe ich immer noch! Können Sie sich noch an die "Wrangelstraßen Connection" erinnern? Herzliche Grüße, Bettina Hirsch

tazredaktion vor 2 Jahren
stimmt, war mein fehler. tatsächlich wurden beide alben am todestag noch einmal bemustert, daher mein irrtum.

hoobsmccan vor 2 Jahren
Hit 'n Run Phase One und Hit 'n Run Phase Two sind beide letztes Jahr in relativ kurzen Abständen als Stream und Download erschienen.

kopflos vor 2 Jahren
Sehr sehr schöne Sendung. ... wie fast immer!

klauswalter vor 2 Jahren
danke für die blumen, freut mich.

senest vor 2 Jahren
Wir haben eine ganz feine Sendung. Danke!

hoobsmccan vor 2 Jahren
Hallo Klaus, vielen Dank für die tolle Sendung, insbesondere für Take Five von Rico. Der Song ist mindestens so klasse wie die Tracks auf der Wareika Dub-LP, die ich vor einigen Jahren ergattern konnte.

klauswalter vor 2 Jahren
danke für die blumen, echt unterschätzte band.

bobstrummer vor 2 Jahren
Danke, endlich wird diese große "vergessene" Band mal gewürdigt.
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