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Was ist Musik Wer hat Angst vor schwarzen jungen Frauen? (18.12.2016)

ByteFM: Was ist Musik vom 18.12.2016

Ausgabe vom 18.12.2016: Wer hat Angst vor schwarzen jungen Frauen?

Wer hat Angst vor weißen alten Männern? Das war die Frage in der letzten Sendung. Heute dagegen: Wer hat Angst vor schwarzen jungen Frauen?

Die Antwort ist einfach: Weiße alte Männer. Nicht alle, aber einige, auch wichtige. Welcher Witzbold hat da Regie geführt? Unmittelbar vor der Wahl Donald Trumps steht an der Spitze der US-Albumcharts: „A Seat At The Table“, Solanges Album, das schon im Titel das Recht beansprucht, mit am Tisch zu sitzen und in seinem offensivsten Song „All my niggas in the whole wide world“ adressiert, um klarzustellen: „This shit is for us“. Unmittelbar nach der Wahl steht an der Spitze der US-Albumcharts: "We Got It From Here...", das unerwartet gelungene Comeback von A Tribe Called Quest, das schon als das erste Protest-Album der Ära Trump bezeichnet wurde und mit dem Song „The Donald“ endet. Nein, nicht der Donald. „The Donald“ war der Kosename von Phife Dawg, dem verstorbenen Rapper von ATCQ. Trumps Wahl wird also flankiert von zwei Alben, die in ihrer Vielfalt illustrieren, was hinter der Parole „Black Lives Matter“ so alles stecken kann. Solange verpackt ihre Black Power in geschmeidig smoothen, hochmodernen und dabei traditionsbewußten R&B, der kaum einmal den Midtempobereich verläßt und nicht über die Stränge schlägt. Wo Solange filigran das Florett schwingt, da greift Ihre große Schwester zum Säbel. Oder gleich zur Axt. 2016 ist das Jahr der großen Black Power-Gesten von Queen Beyoncé: Im Video zu ihrem Hit „Formation“ steht sie mit hochgereckter, geballter Faust auf dem Dach eines Autos der New Orleans Police, das in braunen Fluten versinkt: Hurrikan Katrina läßt grüßen. Beim Super Bowl tritt sie auf mit einer Armee aus Black Panthers – durchweg schwarze Frauen. Polizei und Football, Bastionen weißer Männlichkeit, erniedrigt von einer schwarzen Frau. Das sitzt, auch bei Rudolph `Zero Tolerance´Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York und Unterstützer von Donald Trump. «Das ist Football, nicht Hollywood“, brüllt der weiße Republikaner Guiliani, ein Skandal „dass Beyoncé den Super Bowl als Plattform nutzt, um unsere Polizisten anzugreifen, die unser Leben beschützen.“ Dritte große Geste: Beyoncé auf der Bühne vor einem riesigen Schriftzug: FEMINISM. Der größte weibliche Popstar des Planeten propagiert Feminismus und Black Power. Da sehen weiße Männer ihre Hegemonie bedroht und Maskulinisten zetern: „Feminazis“.

Neben den Geschwistern Knowles passt auch Rihanna ins 2016er Bild: Drei Superstars unserer Zeit, alle drei sind: jung, schwarz, weiblich und sehr selbstbewußt. Solche Frauen können Kastrationsängste auslösen, vor allem bei älteren weißen Männern. Und so eine Angst schlägt schon mal um in Hass, und Hassreden schlagen schon mal um in Hasstaten, wie die ersten Wochen nach der Wahl von Donald Trump zeigen. Ausgerechnet schwarze Frauen dominieren den amerikanischen Pop, späte Nachkommen von Sklavinnen. Sklavinnen, die ihrem weißen Herren jederzeit zur Verfügung zu stehen hatten – mit dem ganzen Körper. Oder, in der Sprache des Präsidenten: Frauen, denen man jederzeit an die Pussy grabschen kann. Beyoncé, Rihanna und Solange - der Alptraum der weißen alten Männer. Das Kabinett des Donald Trump – die Rache der weißen alten Männer. Also Starring: Abra, Mykki Blanco, Jamila Woods und schwarze Männer, die Gutes tun. Wäsche zusammenlegen zum Beispiel.

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Playlist

1.  Beyoncé / Formation
Lemonade / Columbia
2.  Beyoncé ft. Chimamanda Ngozi Adichie / Flawless
Flawless / Columbia
3.  Solange / Cranes in The Sky
A Seat At The Table / Columbia
4.  Solange / F.u.b.u.
A Seat At The Table / Columbia
5.  Solange / Interlude: No Limits
A Seat At The Table / Columbia
6.  Solange / Don´t Touch My Hair
A Seat at The Table / Columbia
7.  Mykki Blanco / I want a Dyke For President
Mykki / K7
8.  Mykki Blanco / For President
Mykki / K7
9.  Mykki Blanco / High School Never Ends
Mykki / K7
10.  Jamila Woods / BLK Girl Soldier
HEAVN / Closed Sessions
11.  Jamila Woods / VRY BLK
HEAVN / Closed Sessions
12.  Abra / Pull up
Princess / K7
13.  Rihanna / Desperado
Anti / Universal
14.  The Dream / Rih-Flex
Rih-Flex / Universal