Alles wie immer und doch anders – das Immergut Festival

(WhoMadeWho beim Immergut Festival)WhoMadeWho beim Immergut Festival

Das Immergut Festival im mecklenburgischen Neustrelitz fand dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt, am 25. und 26. Mai. Einiges hat sich mit der Zeit geändert, vieles ist aber auch gleich geblieben. Von „Früher war alles besser“ kann aber trotzdem nicht die Rede sein. Das Festival ist über die Jahre mit seinen Besuchern gemeinsam gewachsen. Ausverkauft heißt hier nicht Ausverkauf, sondern Limitierung zum Wohle aller. Und das ist es auch, was das Immergut von anderen Festivals unterscheidet – es spielen die Lieblingsbands der Vereinsmitglieder des Immergutrocken e. V. (das ist der Veranstalter des Festivals), Geheimtipps sowie einige bekanntere Bands. Die Publikumsmagneten sollen ruhig die anderen buchen.

Wenn man das Immergut heute mit dem von vor zehn Jahren vergleicht, dann ist vieles noch immer genauso geblieben, wie es schon zum Anfang gehandhabt wurde: die Bands, die abwechselnd auf den zwei bzw. drei Bühnen spielen, das Fußballturnier am Samstag, das Anbaden in einem der vielen Seen in der nahen Umgebung, die Disko, die weit bis in den Morgen andauert, oder die Nähe zwischen Publikum und Künstlern. Einige Dinge haben sich aber auch geändert. Das Publikum ist mit dem Immergut gealtert und scheint auch etwas ruhiger geworden zu sein, der Sandstrand vom Lieblingssee ist auf einmal verschwunden, weil das Wasser im See zu hoch steht, und es gibt DJs, die explizit elektronische Tanzmusik auflegen, so zum Beispiel in diesem Jahr der Berliner DJ „Alle Farben“ oder die schwedischen Slagsmålsklubben, die als letzter Act am frühen Sonntagmorgen am Birkenhain spielten. Dass es nun auch Clubmusik auf dem Festival zu hören gibt, macht manch einem Besucher die Entscheidung schwer, ob man zur Indie-Disko ins Zelt geht oder ausgelassen am Birkenhain tanzt. Manch einer mag sich sogar die Frage stellen, ob es denn nötig ist, auf einem Indie-Festival jetzt auch komplett elektronische Musik anzubieten.

Außerdem kamen in den letzten Jahren Lesungen mit auf den Timetable und künstlerische Installationen zierten das Gelände. In diesem Jahr wurde das Festival bereits am Donnerstag mit einem Konzertabend im Neustrelitzer Landestheater eröffnet.

Bereits im Vorfeld wurde über eine mögliche Überraschungsband diskutiert, die hinter dem Namen „Let’s Did It“ stecken könnte. Die Auflösung gab es dann mit dem ersten Song: Die Sportfreunde Stiller kehrten nach mehr als zehn Jahren zum Immergut zurück und sind somit nur eine von vielen Bands, die schon vor ihrem Durchbruch beim Immergut gespielt haben. Bei den weiteren Headlinern am Freitag konnten WhoMadeWho weitaus mehr punkten als Blood Red Shoes.

Ein Highlight an diesem Wochenende waren außerdem Friska Viljor, die zur Freude vieler ihr komplettes erstes Album spielten, an den Debütauftritt beim Immergut auf der Zeltbühne im Jahr 2007 konnte das aber nicht heranreichen. Davor spielten noch Kakkmaddafakka auf der Waldbühne und machten mit zwei wunderbar anzusehenden Background-Tänzern die im Vorhinein für den Bandnamen vergebenen Minuspunkte wieder wett.

Am Ende bleiben eine Menge neuer Anekdoten, tiefschwarze Popel, Konfetti-Spuren und ein Bändchen mit der Aufschrift „Freunde“.

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