Neue Platten: Josh Rouse – "The Happiness Waltz"

Von philippkoehler, 25. März 2013

Josh Rouse - The Happiness Waltz (Yep Roc)Josh Rouse – „The Happiness Waltz“ (Yep Roc)

5,7

„The Happiness Waltz“ heißt die neueste Veröffentlichung des in Spanien lebenden amerikanischen Songwriters Josh Rouse. Die spanische Sonne und das damit einhergehende Lebensgefühl mögen einen Anteil daran gehabt haben, dass „The Happiness Waltz“ durchweg eine gewisse Leichtigkeit verbreitet und für Sommermorgen- und Frühstück-auf-der-Terrasse-Assoziationen sorgt.

Über geradlinigen, poppigen Arrangements singt Rouse seine Songs, die meist von den schönen Dingen des Lebens handeln. Und sollten textlich einmal kleine Probleme im Weg stehen, sind sie meist schnell aufgelöst und weichen Verträumtheit und Sorglosigkeit. Rouse gibt sich als Optimist, der mit seinen Texten wenig in die Tiefe geht und ganz dem Titel des Albums treu bleibt.

Musikalische Schwachstelle ist dabei seine Stimme, die es nicht schafft, den Songs einen persönlichen Stempel aufzudrücken und überhaupt etwas charakterlos daherkommt. Mal fühlt man sich an Nils Lofgren erinnert, mal an Joe Purdy, bei manchen Phrasierungen gar vage an Bob Dylan. Nur eine individuelle Klangfarbe sucht man vergeblich. Die Vocals lassen Ecken und Kanten vermissen und lassen die Songs auf „The Happiness Waltz“ zu glatt und ohne persönlichen Bezug erscheinen.

Josh Rouses Gesang ist dann auch sinnbildlich für den Gesamteindruck, den das Album hinterlässt: Die Musik ist gefällig, aber ohne viel Tiefgang und Charakter. „Simple Pleasure, that is really all I want“, singt Rouse, und es scheint, als würde er damit die eigenen Ansprüche an seine Neuerscheinung meinen. „The Happiness Waltz“ ist am Ende eines dieser Alben, die nicht schlecht sind, durchaus Spaß machen können, aber eben auch nicht so recht begeistern wollen.

Label: Yep Roc | Kaufen

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Sufjan Stevens – „Carrie & Lowell“ (Album der Woche)
    "Carrie & Lowell" ist schwere Kost, instrumentiert mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Dunkelheit und Hoffnung stehen hier nah beieinander. Nur begleitet von Akustikgitarre, Banjo und manchmal Klavier, singt Sufjan Stevens ruhig und sanft von Tod, Schmerz, und Trauer und erinnert dabei an Nick Drake und Elliott Smith....
  • DJ Koze – „Amygdala“ (Album der Woche)
    "Amygdala" klingt trotz aller Vielschichtigkeit, allen Verdrehungen und geschickt eingesetzten klanglichen Verhaspelungen sehr homogen. Maestro Koze gibt uns 13 Tracks an die Hand, mit denen sowohl Tage als auch Nächte ein ganzes Stück geschmeidiger durchlebt werden können. Unser Album der Woche....
  • Jamie xx – „In Colour“ (Album der Woche)
    Dance-Musik macht Jamie xx glücklich. Mit seinem Debütalbum "In Colour" gibt der 26-Jährige ein Stück von diesem Glück weiter. "In Colour" ist ein in vielen Farben schillerndes House-Dubstep-Amalgam. Soundschnipsel aus Jungle-Dokus und hochkarätige Gäste treffen auf pluckernde Arpeggios, dröhnende Synths und lässige Beats....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert