Hello, I'm Johnny Cash

26.02.2012 von  

(johnnycash.com)
(Foto: johnnycash.com)

Rebell, Outlaw, “Man in Black”! Einer der einflussreichsten und wichtigsten Musiker des vergangenen Jahrhunderts erblickte heute, vor 80 Jahren, das Licht der Welt. Happy Birthday, Johnny Cash!

Hello, I’m Johnny Cash.

Mit diesen Worten, gefolgt von “Folsom Prison Blues” begrüßte Johnny Cash sein Publikum bei nahezu jedem seiner Auftritte. Der Song entstand während seines dreijährigen Militärdienstes bei der US-Air Force in Deutschland und erzählt in der ganz eigenen und empathischen Art des Johnny Cash die Geschichte eines verurteilten Gefangenen.

Schuld und Sühne, die Schattenseiten des Lebens, das Gute und das Böse, sowie der Glaube an Gott bilden die Inhalte und Themen vieler seiner Songs. “I´m the biggest sinner of all them”, so sah sich Cash zeitlebens selber. Vielleicht erzählte er deshalb die meisten seiner Geschichten in der Ich-Perspektive, wie eben bei “Folsom Prison Blues” („But I shot a man in Reno, just to watch him die“) oder auch “Cocaine Blues” (“I took a shot of cocaine and I shot my woman down”). Und vielleicht war eben dieses starke Verbundenheitsgefühl Cash’s mit „Outlaws“ oder Außenseitern jeglicher Art ausschlaggebend für seinen ersten Live Auftritt im San Quentin State Prison 1958. Seitdem trat Cash regelmäßig in verschiedenen US-amerikanischen Gefängnisanstalten auf und versuchte, seine Plattenfirma davon zu überzeugen, ein Live-Album aufzunehmen. Dies gelang ihm schließlich 1968 und das Live-Album „Johnny Cash At Folsom Prison“ wurde veröffentlicht und erreichte Platz 2 der Country-Album-Charts.
Obwohl Cash stets das romantische Image eines Gesetzlosen aufrechterhielt, verbrachte er selbst nie länger als einen Tag im Gefängnis. Eines dieser Erlebnisse verarbeitete er in dem Song „Starkville City Jail“, als er wegen dem Pflücken von Blumen auf einem Privatgrundstück verhaftet wurde.

J.R. Cash wurde als viertes von insgesamt sieben Kindern des Farmerehepaares Ray Cash und Carrie Cloveree Rivers Cash, am 26.Februar 1932 in Kingsland, Arkansas geboren und wuchs auf den Baumwollfeldern in Dyess auf. Die erlebten wirtschaftlichen und persönlichen Schicksalsschläge seiner Familie verarbeitete Cash später in seinen Songs.
Nach seiner Rückkehr aus Deutschland, hielt Cash sich und seine frisch angetraute erste Ehefrau, Vivian Liberto, als Vertreter für Elektroartikel über Wasser. Bis er eines Tages schließlich den Mut fand, Sam Phillips von Sun Records seine Songs vorzuspielen, trat er mit seiner Band, den Tennessee Two, später Tennessee Three, in verschiedenen Clubs in Memphis auf. Im Juni 1955 wurde die erste Single (“Hey Porter”, “Cry! Cry! Cry!) veröffentlicht und Cash hatte seinen ersten großen Auftritt im Vorprogramm von Elvis Presley.

Es folgte sein erster Nummer Eins Hit “I Walk The Line” in den Country Charts und zahlreiche Auftritte. Mit steigenden Leistungsdruck und der Häufung familiärer Konflikte mit seiner Frau Vivian, flüchtete sich Cash immer häufiger in die tröstenden Arme von Alkohol, Amphetaminen und Barbituraten. Von eben dieser Drogensucht und seiner heimlichen Liebe zu June Carter handelte auch einer seiner größten Hits „Ring Of Fire“. Im März von 1968, zwei Jahre nach seiner Scheidung von Vivian Liberto und 13 Jahre nach dem ersten Treffen Backstage auf einer großen Country-Veranstaltung, heirateten Johnny Cash und June Carter. Zwei Jahre später wurde ihr gemeinsamer Sohn John Carter Cash geboren. Auch er ist heute Country-Sänger.

Johnny Cash ist einer der einflussreichsten US-amerikanischen Musiker des 20.Jahrhunderts. Der stets schwarz gekleidete Mann, mit seiner unverwechselbaren Bassbariton-Stimme schrieb etwa 500 Songs und verkaufte mehr als 53 Millionen Tonträger. Er war Schauspieler, Autor und moderierte seine eigene TV-Show, in der er unter anderem Berühmtheiten, wie seinen langjährig Freund und ehemaligen Nachbarn Bob Dylan, Neil Young, Stevie Wonder und Ray Charles zu Gast hatte. „The Man In Black“ ist nicht nur als jüngster Musiker in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen worden, sondern auch in der Rock And Roll Hall Of Fame und der Gospel Music Hall Of Fame. Bis zu seinem Tode im September 2003, arbeitete er, trotz schwerer Krankheit, an seinem letzten großen Werk: „The American Recordings“; die letzten beiden Alben dieser Reihe erschienen posthum.

Nach Johnny Cash’s Tod wurden Hunderte Bänder bisher unveröffentlichter Aufnahmen gefunden. Ein kleiner Teil dieser Aufnahmen wurde bereits 2006 auf dem Album „Personal File“ veröffentlicht. Dies lässt auf weitere Veröffentlichungen dieses außergewöhnlichen Musikers hoffen.