
Afrika Bambaataa, einer der Wegbereiter des HipHop, ist im Alter von 68 Jahren gestorben (Foto: Mika-photography, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Der US-amerikanische Musiker, Rapper und Produzent Afrika Bambaataa ist gestorben. Dies gab unter anderem sein ehemaliges Label Tommy Boy via Instagram bekannt: „Mit seinem Tod gedenken wir seiner Beiträge zum Genre und zur Kultur im Allgemeinen, die bis heute fortwirken“, so ein Auszug aus der Nachricht. Afrika Bambaataa wurde 68 Jahre alt.
Bambaataa, geboren als Lance Taylor in der New Yorker Bronx, zählt zu den prägenden Pionieren des HipHop. Mit seinen Blockpartys, die er in den 1970er-Jahren veranstaltete, und als einer der ersten Breakbeat-DJs half er entscheidend dabei, den Sound und das Selbstverständnis der entstehenden Szene als Kulturbewegung zu formen.
HipHop gegen Gewalt vs. Missbrauchsvorwürfe
International bekannt wurde er vor allem mit der Single „Planet Rock“ (1982), die er zusammen mit der Soulsonic Force aufnahm. Der Song verband HipHop mit elektronischen Klängen und griff Motive der Elektronik-Pioniere Kraftwerk auf. Die Single gilt als wegweisend für den Electro-Funk- sowie für spätere Dance- und Rap-Produktionen. Auch Titel wie „Jazzy Sensation“, „Looking for the Perfect Beat“ und „Renegades Of Funk“ festigten seinen Ruf als stilprägender Produzent. Seine Musik beeinflusste Generationen von Künstler*innen und trug dazu bei, dass HipHop weit über New York hinaus bekannt wurde.
Mit der von ihm mitgegründeten „Universal Zulu Nation“ verfolgte Bambaataa außerdem das Ziel, Jugendliche aus Gewaltmilieus in kreative Gemeinschaften zu führen. Zugleich prägte er das bis heute verbreitete Verständnis von HipHop als Zusammenspiel von DJing, Rap, Breakdance und Graffiti.
Sein musikalisches Erbe war zuletzt jedoch stark belastet: Seit mehreren Jahren standen schwere Missbrauchsvorwürfe im Raum, die Bambaataa stets zurückwies. Die Bewertung seiner Rolle in der HipHop-Geschichte bleibt daher bis heute umstritten.