08.07.: "Frida Kahlo ist mir zu folkloristisch"

Kollektive Trauer. Der Traum vom vierten WM-Titel ausgeträumt. Aber was soll eigentlich dieses ständige Geschreibe über Fußball? Mehr Popkultur, mehr Musik muss her. Dabei hat aber doch die taz längst begriffen, dass das Spiel gestern eine „große Symphonie des Fußballs“ war. Und dass die Deutschen „Abwehrarbeit in Dur“ geleistet hätten. Na dann geht’s ja.

Da die Fußball-WM jetzt bald vorbei ist, kann man sich wieder auf andere kulturelle Events konzentrieren. Auf die Frida Kahlo-Ausstellung im Gropius-Bau in Berlin zum Beispiel. Und damit man auch als Frida-Kahlo-gar-nicht-bis-nur-ein-bisschen-Kenner zwischen all den bestens Informierten nicht auffällt, gibt es in der taz elf schlaue Sätze zum Mitreden.

Ähnlich großzügig wie die taz mit Tipps gibt sich derzeit auch a-ha. Allerdings nicht mit Tipps, sondern mit Geld.
Die Norweger haben nämlich so etwas wie einen a-ha-Förderpreis gegründet. Bei dem von ihnen initiierten Bandcontest bekommt jeweil die besten Band aus Nord-,Ost-,Süd- und Westnorwegen umgerechnet 100.000 Euro und darf als Vorband bei a-has Abschiedstour auftreten. Mit 100.000 Euro gewinnt damit jede Band doppelt so viel wie beim Man Booker Prize, was den, nennen wir ihn a-ha-Preis, zu einem der größten Kunst-Preise der Welt macht, schreibt der Guardian.

Ebenfalls nicht entgangen ist dem Guardian die Kampagne, die Justin Bieber gerne für eine Tour nach Nordkorea schicken würde.
Auf einer Website konnte man abstimmen, welches Land der Teenie-Schwarm als nächstes bereisen soll. Es gab bei der Länder-Auswahl keinerlei Einschränkungen, was sich über Facebook und Twitter so schnell verbreitete, dass Nordkorea innerhalb von zwei Tagen mit mehr als 500.000 Stimmen den ersten Platz belegte. Mittlerweile gab Biebers Plattenfirma bekannt, die Abstimmung sei eine Fälschung.
Der Guardian spielt, nur für den Fall, einmal durch, wie es Justin in Nordkorea so ergangen wäre. Die Möglichkeiten für einen Aufrtitt wären jedenfalls sehr limitiert (die Clubszene in Pjöngjan besteht aus dem Club Taedong Diplo). Und man ist sich auch nicht sicher, ob die Club-Gänger sich mit Biebers Musik hätten anfreunden können. Mittlerweile haben sie sich wohl an die einzige CD gewöhnt, die im Taedong Diplo existiert: Trance Hits 1993.

Zum Abschluß sei Euch noch ein Nachruf in der Zeit empfohlen. Der Humorist der 68 und Kommune 1-Gründer Fritz Teufel starb gestern im Alter von 67 Jahren an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung. Er war einer der ersten, die verstanden, dass auch Satire Gesellschaftskritik sein kann. Oder ein Terrorist und Taugenichts. Je nachdem, welchen Leser-Kommentaren man glaubt. Wenn’s der Wahrheitsfindung dient.

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    10.07.: Literatur und Fußball: Eine Liebesgeschichte : ByteFM Magazin
    Jul 10, 2010 Reply

    […] ist nicht nur wie Musik (wie wir in der Presseschau am Freitag gelernt haben), Fußball ist auch wie Literatur. Denn “Fußball bringt nicht nur Proleten ins […]

  2. posted by
    Kunstmuseum Gehrke-Remund
    Jul 13, 2010 Reply

    Frida Kahlo: La Tehuana

    Vier weitere Tehuana-Kleider sind jetzt in der Frida Kahlo Ausstellung „Leid und Leidenschaft“ im Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden ausgestellt.

    „… als Tehuana trage ich…“, schrieb Frida Kahlo zu Nicholas Muray in Februar 1939 aus Paris. Tatsächlich machte Frida Kahlo diese Huipiles (Blusen) und Röcke, aus der Landenge von Tehuantepec im Süden Mexikos, in der ganzen Welt berühmt.

    Ab dem 1. Juni 2010 werden im Kunstmuseum Gehrke-Remund vier zusätzliche Tehuana Kleider – ursprünglich aus Mexiko – gezeigt.
    Diese vier weiteren Stücke ergänzen die vier Huipiles und Röcke, die bereits in der Ausstellung zu sehen sind.

    Jedes Exponat ist besonders wertvoll in seiner eigenen Art und Weise. Das aufwendigste Tehuana-Kleid in der Ausstellung ist ein Gala Stück: einem Rock und einer Bluse aus dem gleichen Material und Muster.
    Dessen Blumen-Muster sind handgestickt, die geometrischen Muster sind handgewebt. Es dauert mehr als 3 Monate um diese Bluse anzufertigen und fast ein Jahr für das gesamte Kleid.
    Der Rock endet mit einer weißen Spitze. Aufgrund der reichhaltigen, handgestickten Blumenmuster und der Breite des Rockes wiegt dieser fast zwei Kilo.

    Das Tehuana-Kleid Exponat ist neben dem Frida Kahlo Gemälde: „Baum der Hoffnung, bleib stark“, 1946 ausgestellt. Darauf stellt sich die mexikanische Künstlerin in einem Selbstbildnis mit einem ähnlichen Tehuana-Kleid dar.

    Die Frauen des Landenge von Tehuantepec sind bekannt als stark und unabhängig. Zur Zeit der Frida Kahlo eroberten diese die Fantasie von vielen Reisenden und Künstler. Durch das Tragen der Tehuana-Kleider, machte Frida Kahlo eine Aussage über sich selbst und ihre mexikanischen Wurzeln.

    Die Frida Kahlo Ausstellung „Leid und Leidenschaft“ ist eine Dauerausstellung und zeigt 116 Gemälde Frida Kahlo: Handbemalte lizenzierten Repliken von © Banco de México Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2008.

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