Foxygen – „…And Star Power“

Es mutet im ersten Moment etwas konzeptlos an, ein Album mit 24 Songs und fast eineinhalb Stunden Laufzeit herauszubringen – irgendetwas wird schon passen. Was Foxygen auf „…And Star Power“ präsentieren, ist jedoch keineswegs wahllos. Es ist ein bunter Teller voll vielseitiger Psychedelic-Popsongs, auf dem man mit Freude nach den schönsten Stücken suchen darf.

Ihre kalifornische Heimat hört man Foxygen zu jeder Zeit an. Ein hippiesker, von den 60er- und 70er-Jahren inspirierter Sound durchzieht das gesamte Werk. Hatte ihr vorheriges Album „We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic“ noch mit Hits wie „Shuggie“, „No Destruction“ und vor allem „San Francisco“ geglänzt, entwickelt „…And Star Power“ seinen Reiz aus der Gesamtheit der Songs.

Mit dichten Schwaden aus flirrenden, sonnengetränkten Gitarren und verhalltem Gesang betten Foxygen den Hörer die meiste Zeit weich, um hin und wieder kleine Momente des Ausbruchs zu liefern, wie etwa mit „Cosmic Vibrations“ und „How Can You Really“. Ansonsten schwebt „…And Star Power“ geschmeidig dahin und funktioniert als perfekter Soundtrack, um die Gedanken in Ruhe abschweifen zu lassen.

Das Duo orientiert seinen Sound hörbar an Vorbildern wie den Stones und klingt auf eine wunderbare Weise gestrig, ohne den modernen Anspruch vermissen zu lassen. Wer bereits sein Plätzchen in der verschrobenen Galaxie von Jonathan Rado und Sam France gefunden hat, darf sich an einem psychedelischen Trip erster Güte erfreuen. Alle anderen schnappen sich ein Kissen und legen sich einfach mal dazu.

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Cover Sleater-Kinney – „No Cities To Love“
    Zusammen mit anderen Bands kämpften Sleater-Kinney in den 90er-Jahren mit ihren songgewordenen Pamphleten für feminine Selbstbestimmung, Basisdemokratie und gegen die patriarchalischen gesellschaftlichen Strukturen. Auf dem neuen Album ist das nicht anders. Dazugekommen ist eine kapitalismuskritische Haltung, gepaart mit sozialer Empathie....
  • Cover des Albums Jeff Özdemir & Friends Vol. 2
    Dass Sympathie oft die bessere Voraussetzung für fruchtbare Projekte ist als große Professionalität, wird auf „Jeff Özdemir & Friends Vol. 2“ bewiesen. Das Album vereint 18 entspannte Songs, die der Plattenladenbesitzer Özdemir zusammen mit den unterschiedlichsten Leuten geschrieben hat....
  • Bild des Albumcovers von „Hymns To The Night“ von Lea Porcelain, das unser ByteFM Album der Woche ist.
    Dunkle Klänge, aber keine Düsternis. Zwischen New Romantic und Clubmusik ist „Hymns To The Night“, das Debüt von Lea Porcelain, mehr Schweben als Schwere....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.