Neue Platten: Cold War Kids – "Dear Miss Lonelyhearts"

Cold War Kids - Dear Miss LonelyheartsCold War Kids – „Dear Miss Lonelyhearts“ (V2)

6,9

Üblicherweise sagt man ja dem dritten Album nach, das schwierigste zu sein. Die Cold War Kids hatten es damit tatsächlich nicht leicht: Deren letzte Veröffentlichung „Mine Is Yours“ wollte die Kritiker nicht so recht begeistern. Zeit also für die Kalifornier, mit dem Nachfolger einiges wieder geradezurücken.

„Dear Miss Lonelyhearts“ heißt das nun zwei Jahre später erschienene vierte Album, das sich stilistische Weiterentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat. Während der Vorgänger stellenweise wie ein Pastiche verschiedener Sounds von U2 bis zu den Black Keys klang, versucht man sich hier an musikalischer Emanzipation. Die Vorabsingle und Opener des neuen Albums „Miracle Mile“ geht mit Klavierstakkato und Four-to-the-floor-Intro gut nach vorne und entwickelt sich zum soliden Schrammelrock-Song. Stellvertretend für den Rest des Albums steht der Song damit aber noch lange nicht, denn auf „Dear Miss Lonelyhearts“ experimentieren die Cold War Kids stärker als zuvor mit ihrem Sound. Das reicht vom häufigen Synthie-Einsatz, der mal mehr („Loner Phase“), mal weniger gelungen („Bottled Affection“) ist. Zwischendurch versucht man sich mit „Tuxedos“ an einer 50er-Ballade, komplett mit Slapback-Echo und schwermütigem, fast weinerlichem Gesang, um später wieder bei verhallten, hymnischen Balladen zu landen.

All das lässt allerdings nicht den Eindruck von musikalischer Reifung aufkommen, eher hat man das Gefühl, dass die Cold War Kids auch beim vierten Album noch nicht recht wissen, wohin es musikalisch gehen soll. Es fehlt das Alleinstellungsmerkmal, die Ecken und Kanten am zugegeben zwar sicher radiotauglichen, aber auch glattgebügelten Sound. Am stärksten ist die Band, wenn sie sich auf die rockigen Elemente in ihrer Musik konzentriert. Dort schaffen es die vier Musiker, die ihren Stil selbst zwischen Punk und Soul einordnen, am authentischsten zu klingen. Ihre Ausflüge in andere Genres hingegen wirken dagegen zu flach und musikalisch unausgegoren, um als Wegweiser klar in eine Richtung zu deuten. „Dear Miss Lonelyhearts“ schafft es so nicht, die Cold War Kids als gereifte Band zu zeigen, denn entgegen aller Hoffnungen und Bemühungen sind sie auch beim vierten Album leider noch nicht „angekommen“.

Label: V2 | Kaufen

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