Recht auf Stadt Benefizgala

Von christoph-twickel, 14. Oktober 2009

Klaus Walter hat’s in der letzten Ausgabe von Was ist Musik bereits ausgiebig musikalisch illustriert:
Die „kreative Klasse“ ist aufgebrochen, um sich zu beschweren – in Hamburg und auch anderswo. Unsere Nachbarn vom Uebel & Gefährlich haben jetzt einen Haufen guter Bands und Künstler zusammengetrommelt – für eine Benefiz-Gala, die Gentrification, Sellout des öffentlichen Raums und das „Recht auf Stadt“ zum Thema macht.

RECHT AUF STADT BENEFIZGALA
Freiräume schützen, Initiativen unterstützen. Ein anderes Hamburg ist möglich!

Fr 30. Oktober 21 Uhr, Uebel & Gefaehrlich, Hamburg, 14 Euro

Die Sterne, 1000 Robota, Kettcar akustisch, Gisbert zu Knyphausen, Juri Gagarin, Schwabinggrad Ballett, Kiss Kiss Club, Zoran Zupanic u.v.a.

Uns reichts. Wir wollen sie nicht mehr mitträumen, die urbanen Aufwertungsvisionen. Wir lassen uns keine neuen Büro-Appartment-Komplexe, Kreativimmobilien und coole Maisonette-Eigentumswohnungen mehr vor die Nase setzen. Uns steht sie bis hier oben, die Investoren-City in Stahl und Glas, mit ihren austauschbaren Franchise-Gastronomien und Läden. Wir können es nicht mehr hören, das Marketingsprech von der pulsierenden Metropole, während um uns herum die Mieten steigen und die Grünstreifen verdichtet werden. Wir haben keine Lust mehr auf das Unternehmen Stadt, das öffentlichen Raum nur noch als Portfolio von Sahnelagen begreift, die man zum Höchstgebot auf den Immobilienmarkt werfen kann.
Wir erklären hiermit: Eine Stadt ist weder Marke noch Konzern. Und ihre Einwohnerinnen und Einwohner sind keine Anhängsel der Standortentwicklung. Erfreut stellen wir fest, dass sich in Hamburg immer mehr Menschen organisieren, um der Umstrukturierung, der Gentrifizierung und der totalen Inwertsetzung ihrer Nachbarschaften ihren Widerstand und ihre Visionen entgegenzusetzen. Wir feiern einen heißen Herbst in Hamburg: Mit den Initiativen Komm in die Gänge, No BNQ, Kein Ikea in Altona, Moorburgtrasse stoppen, Es regnet Kaviar, dem Café Exil, dem Centro Sociale und all den Stadtteilinitiativen von St. Georg bis Wilhelmburg, von St. Pauli bis Hoheluft, die laut und deutlich sagen: Kein Fußbreit der Bruttogeschossflächen-Ideologie! Für Planung von unten! Eine andere Stadt ist möglich!

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