Twin Sister – „In Heaven“

(Domino)

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Twin Sister setzen sich zusammen aus Andrea Estella (Gesang), Gabe D’Amico (Bass), Bryan Ujueta (Drums), Dev “Udbhav” Gupta (Keyboard) und Eric Cardona (Gitarre, Gesang). Das Quintett aus Long Island, New York, gründete sich 2008 und veröffentlichte bereits zwei EPs: „Vampires With Dreaming Kids“ (2008) und „Color Your Life“ (2010). Mit „In Heaven“ bringen Twin Sister ihr erstes Album heraus.

Was? Sanft öffnet das Glockenspiel die Himmelspforten und lädt zu einer Reise „In Heaven“ ein. Sängerin Andrea Estella strahlt mit ihrem Gesang eine Gelassenheit und Ruhe aus, bei der man gleich auf Wolke Sieben schwebt. In Songs wie „Kimmi In A Rice Field“ oder dem Opener „Daniel“ flüstert und säuselt Estella verzauberte Töne, die den Hörer in einen süßen Schlaf wiegen.

Es wird an der Harfe gezupft, Synthesizer blitzen auf und der eingängige Rhythmus lässt es in den Füßen kribbeln. Wenn dann Eric Cardonas Gitarre zum Einsatz kommt, sind Popsterne der 80er Jahre zum Greifen nah. In dem Stück „Eastern Green“ kommt Eric sogar gesanglich zum Zug, versetzt mit einem Feuerwerk aus Synthies und beschwinglichem Gitarrenhall. „In Heaven“ übermittelt in seinen zehn Songs watteweichen, einnehmenden Romantic-Pop – sorgfältig poliert und glänzend.

Warum? Der Traumtanz wird auch nach „Color Your Life“ und „Vampires With Dreaming Kids“ auf „In Heaven“ fortgeführt. Harmonisch, grazil, versetzt mit einem Hauch von Funk und Disco, sind die zehn Songs des Albums nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern musikalischer Balsam für Leib und Seele. Twin Sister heben sich von der üblichen Indie-Popmasse ab, indem sie sich von 80er-Jahre-Klängen inspirieren lassen und sich diese zu Eigen machen – ohne zu kopieren. Vielmehr experimentieren sie mit verschiedenen Musikgenres und bauen daraus ihre eigenen soften und voluminösen Luftschlösser, die nicht so schnell wieder verpuffen werden.

Label: Domino | Kaufen

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Cover Sleater-Kinney – „No Cities To Love“
    Zusammen mit anderen Bands kämpften Sleater-Kinney in den 90er-Jahren mit ihren songgewordenen Pamphleten für feminine Selbstbestimmung, Basisdemokratie und gegen die patriarchalischen gesellschaftlichen Strukturen. Auf dem neuen Album ist das nicht anders. Dazugekommen ist eine kapitalismuskritische Haltung, gepaart mit sozialer Empathie....
  • Cover des Albums Jeff Özdemir & Friends Vol. 2
    Dass Sympathie oft die bessere Voraussetzung für fruchtbare Projekte ist als große Professionalität, wird auf „Jeff Özdemir & Friends Vol. 2“ bewiesen. Das Album vereint 18 entspannte Songs, die der Plattenladenbesitzer Özdemir zusammen mit den unterschiedlichsten Leuten geschrieben hat....
  • Bild des Albumcovers von „Hymns To The Night“ von Lea Porcelain, das unser ByteFM Album der Woche ist.
    Dunkle Klänge, aber keine Düsternis. Zwischen New Romantic und Clubmusik ist „Hymns To The Night“, das Debüt von Lea Porcelain, mehr Schweben als Schwere....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.