09.08.: In the forest

„Louder than hell“ vs. „Alles so friedlich hier!“ Die Medien stürzen sich nur zu gerne auf die Berichterstattung des W:O:A (Wacken Open Air), das am Freitag in Schleswig-Holstein zu Ende ging (auch wir berichteten). So auch Die Welt, die einen amüsanten Rückblick auf das Festival gibt, und in dem die Autorin zwischendurch den Eindruck bekommt, das Festival sei „Teil einer neuen Hippiebewegung“.

Dazu passt auch das taz-Interview mit Christophe Szpajdel, Zeichner in der Metalszene: „Die Natur ist meine größte Inspiration“. Christophe hat zwar schon mindestens 7000 Logos für Metalbands entworfen und sich somit einen beachtlichen Ruf erarbeitet, davon leben kann er aber dennoch nicht. Sein festes Gehalt bezieht der Belgier als Forstarbeiter. Das passt gut ins Bild, teilweise erinnern die Logos tatsächlich an aus den Boden gerissene Baumwurzeln.

In den Wald wurden auch eine Reihe von Journalisten eingeladen, und zwar von Lars von Trier. Der dreht gerade seinen neuesten Film „Melancholia“ in den Wäldern von Schweden. Das weckt unangenehme Assoziationen zu seinem Schocker „Antichrist“, die Journalisten kommen aber trotzdem – oder gerade deswegen. Der Spiegel war auch da, gruselt sich ein bisschen, erfährt aber nicht viel. Zitat Lars von Trier: „Ich drehe ja Filme, weil man in diesem Medium die Geschichten am besten erzählen kann. Darum versuche ich so wenig wie möglich zu sagen.“
Sowas nennt man wohl PR.

Pitchfork meldet derweil: Sänger und Keyboarder Tyondai Braxton verlässt die Battles. Seine Abneigung gegen die anstehenden Touren der Band sei der Hauptgrund gewesen. Außerdem möchte Tyondai sich in Zukunft mehr um sein Soloprojekt kümmern. Das zweite Album der Battles soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Die Kandidatur von Wyclef Jean zum haitianischen Präsidenten löst unterdessen große Diskussionen aus. Der Freitag fragt sich vor allem, Wie und Warum Jean zu dieser Entscheidung kommt, und erhält interessante Antworten des Musikers. Sein ehemaliger Fugees-Bandkollege und Cousin Pras Michel gibt zu, für den Konkurrenten Michel Martelly stimmen zu wollen, berichtet der NME. Und auch Schauspieler Sean Penn, selbst politisch aktiv, sähe Jean lieber in der Rolle des Spendeneintreibers als in der des Politikers.
To be continued…

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