Artists


Zara McFarlane

Zara McFarlane (*16. Mai 1983 in London, England) ist eine britische Jazz-Sängerin und Songwriterin, England. Ihr Debütalbum „Until Tomorrow“ erschien im Jahr 2011 über Gilles Petersons Label Brownswood Recordings. 

Zara McFarlane wuchs in London als Kind jamaikanischer Eltern auf, was einen wesentlichen Einfluss auf ihre musikalische Entwicklung hatte: Noch heute verarbeitet sie Elemente aus Reggae, Dub und weiteren karibischen Stilen in ihrer Musik. Ihren ersten TV-Auftritt absolvierte McFarlane als Teenager in einer Talentshow, wo sie einen Song von Lauryn Hill performte. Später erlangte sie einen Master-Titel in Jazz Studies, bevor sie sich der angesehenen Jazz-Förderungsorganisation „Tomorrow’s Warriors“ anschloss, die ihr dabei half, musikalische Kontakte zu knüpfen. McFarlanes selbstbetitelte Debüt-EP erschien 2010, erzielte jedoch nur wenig Aufmerksamkeit. Erst als mit einem Vertrag bei Brownswood Recordings kam ihre Karriere in Schwung: Für ihr von Jazz und Soul geprägtes Debütalbum erhielt sie begeisterte Kritiken, für den Nachfolger „If You Knew Her“ (2014) sogar mehrere Auszeichnungen, darunter den renommierten MOBO (Music Of Black Origin) Award als bester Jazz-Act. McFarlanes drittes Album „Arise“ (2017) wurde von Moses Boyd produziert, einer wichtigen Figur der UK-Jazz-Szene.

„Future Echoes“ aus dem Jahr 2020 ist das vierte Album von Zara McFarlane.


Paul Weller

Paul Weller (*25. Mai 1958 in Woking, England) ist ein britischer Sänger, Songwriter und Gitarrist, der sowohl als Mitglied der Bands The Jam und The Style Council bekannt ist als auch für seine spätere Solokarriere. Sein selbstbetiteltes Solodebüt erschien 1992.

Als Weller in den frühen 1990er-Jahren eine Solokarriere begann, konnte er bereits auf eine stattliche musikalische Karriere zurückblicken: Zwischen 1972 und 1982 war er als Sänger und Gitarrist von The Jam einer der Hauptakteure des Mod-Revivals; von 1983 bis 1989 landete er mit der Blue-Eyed-Soul-Combo The Style Council zahlreiche Hits. Mit seinem Funk- und Jazz-beeinflussten Solodebüt schaffte es Weller 1992, sich auch als Einzelkünstler zu behaupten. Noch erfolgreicher fiel der zwischen Rock ’n’ Roll und Akustikballaden oszilierende Nachfolger „Wild Wood“(1993) aus, der es auf Platz 2 der britischen Albumcharts schaffte. Mit dem Aufkommen der Britpop-Bewegung Mitte der 90er-Jahre erlangte eine ganze Generation von Nachwuchsmusiker*innen, die sich auf Weller berief, Bekanntheit: Pulp, Blur, Oasis. Mit Letzteren spielte Paul Weller deren Hit „Champagne Supernova“ ein, zum Ausgleich war Oasis-Gitarrist Noel Gallagher auf mehreren Alben Wellers zu hören, beispielsweise als Organist auf dem 2018 erschienen „True Meaning“.

„On Sunset“ aus dem Jahr 2020 ist das fünfzehnte Soloalbum von Paul Weller. Die Weller in stilistischer Hochform zeigende Single „More“ davon war ByteFM Track des Tages. Der Musiker war zudem bereits in mehreren Sendungen bei ByteFM Thema, zum Beispiel 2017 bei Champagne Supernova und 2018 bei Keep It Real.


Leon Bridges

Leon Bridges (*13.Juli 1989 in Atlanta, Georgia als Todd Michael Bridges) ist ein US-amerikanischer Soul-Sänger und Gitarrist aus Fort Worth, Texas. Sein Grammy-nominiertes Debütalbum „Coming Home“ veröffentlichte er 2015 über Columbia Records.

Leon Bridges orientiert sich in seiner Musik vornehmlich an klassischem Soul der 1950er- und 60er-Jahre. Dabei lässt es sich nicht nur gesanglich und instrumental davon inspirieren: Auch der roh daherkommende Produktionsstil sowie Bridges‘ gesamter Look erinnern an vergangene Jahrzehnte. Der Durchbruch gelang dem Musiker, der zuvor an zahlreichen Open-Mic-Veranstaltungen in seiner Heimatstadt Fort Worth teilgenommen hatte, mit der Soul-Ballade „Coming Home“ im Jahr 2014. Die Single, die von zahlreichen Radiosendern gespielt wurde, brachte ihm einen Vertrag mit Columbia Records ein, die seine ersten beiden Alben „Coming Home“ (2015) und „Good Thing“ (2018) veröffentlichten. Leon Bridges ist ein beliebter Kollaborationspartner. Er hat Musik mit Acts wie Nick Waterhouse, Macklemore & Ryan Lewis und Khruangbin veröffentlicht. Aus der Zusammenarbeit mit letzteren entstand eine ganze EP: „Texas Sun“ aus dem Jahr 2020. 

Als Reaktion auf die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd veröffentlichte Leon Bridges in Kollaboration mit Terrace Martin den politischen Song „Sweeter“. Dieser war im Juni 2020 ByteFM Track des Tages.


The Style Council

The Style Council waren eine zwischen 1983 und 1989 aktive britische Blue-Eyed-Soul-Band aus London, England. Gegründet wurde sie von dem ehemaligen The-Jam-Sänger Paul Weller (Gesang, Gitarre, Bass) und Mick Talbot (Gesang, Keyboard, Piano), der zuvor Mitglied der Bands Dexys Midnight Runners, The Bureau und The Merton Parkas war. Weitere Langzeitmitglieder waren Steve White (Schlagzeug) und Dee C. Lee (Gesang). Ihre Debüt-EP „Introducing The Style Council“ erschien 1983. „Café Bleu“, die erste LP, folgte 1984. 

Verbunden durch eine gemeinsame Abneigung gegen Rock-Klischees, beschlossen die zuvor schon bekannt gewesenen Musiker Weller und Talbot, The Style Council zu gründen. Hier konnte Paul Weller seine Liebe für Soul zum Ausdruck bringen, für die es bei den Punk- und Rock-orientierten The Jam zuvor wenig Spielraum gegeben hatte. Weitere Einflüsse für The Style Council waren Funk und Synth-basierter Pop. Die Band äußerte sich gerne explizit politisch und wetterte beispielsweise gegen den neoliberalen Kurs der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher. Mit Songs wie beispielsweise der Synth-Ballade „Long Hot Summer“, dem funky „Money Go Round“ und dem Soul-Stück „You’re The Best Thing“ konnte die Gruppe – insbesondere in Großbritannien – zahlreiche Hits landen. 

The Style Council lösten sich im Jahr 1989 auf. Sowohl Weller als auch Talbot sind weiterhin als Musiker aktiv.


HipHop

HipHop ist ein Musikgenre, das seinen direkten Ursprung in der New Yorker Bronx der frühen 1970er hat, wo DJs auf Block-Partys Breaks aus Funk-Platten ineinander mischten. MCs („masters of ceremonies“) weiteten rhythmische Titelansagen zu Sprechgesang (Rap) aus. DJs wie DJ Kool Herc entwickelten neue Techniken an den Plattentellern, wie zum Beispiel das Scratching. Diese erste Phase des HipHop wurde ab etwa 1984 von der „New School“ des HipHop abgelöst. Diese Zäsur kennzeichnet neben einer Hinwendung zu härteren Alltagsthemen der Einsatz von Samples.

Die New School ging nahtlos in das „goldene Zeitalter“ des HipHop über, das von Mitte der 1980er bis in die frühen 90er währte. Charakteristisch sind musikalisch ein innovativer Umgang mit Samples aus verschiedenen Genres und die Bezugnahme auf afroamerikanisch konnotierte Musiktraditionen wie Jazz und Funk. Inhaltlich diversifizierten sich die Themen verstärkt. Vor allem zwei Traditionen prägten die Ära: der mit der Westküste assoziierte „Gangsta“-Rap und der weniger aggressive „East-Coast“-Rap.

Die 90er waren vom Mainstream-Erfolg des Genres und einer sich verstärkenden Rivalität zwischen Künstler*innen von der Ost- und der Westküstenszene gekennzeichnet. Ab der zweiten Hälfte der 1990er gliederte sich HipHop vermehrt in diverse Subtrends. Der Schwerpunkt verlagerte sich in die US-amerikanischen Südstaaten (Southern Rap), insbesondere nach Atlanta, wo auch die bis heute dominierenden Trends wie Crunk-, Snap-, Glitch- oder Wonky-HipHop entstanden. International wurde HipHop besonders ab den 90er-Jahren zu einer der einflussreichsten Jugendkulturen. Bei ByteFM widmet sich die Sendung DeutschRap ausschließlich HipHop in deutscher Sprache..


Coldcut

Coldcut sind ein einflussreiches britisches Produzentenduo, das 1986 in London, England gegründet wurde. Es besteht aus Matt Black und Jonathan More. Ihr Debütalbum „What’s That Noise?“ erschien 1989. Es enthält Gastbeiträge von unter anderem Mark E. Smith (The Fall) und der HipHop-Künstlerin Queen Latifah.

Bevor sie Coldcut gründeten, waren Black und More als DJs tätig. Ihre erste Zusammenarbeit, die Single „Say Kids What Time Is It?“ (1987), gilt als der erste Track aus Großbritannien, der hauptsächlich auf Samples basiert, was Coldcut zu Pionieren in diesem Bereich machte. Genregrenzen wurden dabei ignoriert, das Duo samplete alles von James Brown über Deep Durple bis hin zur israelischen Popsängerin Ofra Haza. Ihre musikalische Uneingeschränktheit brachten sie auch auf ihrem als Meilenstein geltenden Album „Let Us Play!“ (1997) zum Ausdruck, auf dem sie ihre wichtigsten künstlerischen Einflüsse verarbeiteten. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit Musiker*innen, die so unterschiedlich sind wie Grandmaster Flash und Jello Biafra (Dead Kennedys). Es war zudem die erste Veröffentlichung auf Ninja Tune, dem von Black und More betriebenen Label. Dieses gilt mit Artists wie Bonobo, Sampa The Great und The Cinematic Orchestra als eines der renommiertesten in den Bereichen der Elektronik und des alternativen HipHop.

Im Jahr 2020 gründeten Coldcut zusammen mit Musiker*innen aus von verschiedenen Kontinenten das von Funk, Jazz und Afrobeat inspirierte Projekt Keleketla!, dessen Single „International Love Affair“ im Juni desselben Jahres ByteFM Track des Tages war.


Darkstar

Darkstar sind ein 2006 gegründetes britisches Electronic-Duo aus London, bestehend aus James Young und Aiden Whalley. Ihr Debütalbum „North“ erschien im Jahr 2010 über Hyperdub (Burial, Dean Blunt, Zomby). 

Darkstar veröffentlichten seit 2007 diverse Tracks und EPs, inspiriert von Grime, Dubstep und Synth-Pop (darunter der Song „Aidy’s Girl Is A Computer“, der es in die Listen der besten Songs des Jahres 2009 diverser relevanter Musikmedien und in einen Mix von Jamie xx schaffte), ehe im Jahr 2010 ihr Debütalbum erschien: Auf dem Kritiker*innenliebling „North“ fokussierte sich das Duo auf einen düsteren Sound zwischen Synth-Pop und Ambient. Einen gänzlich anderen Weg schlugen sie für ihr zweites Album „News From Nowhere“ ein. Übersättigt vom melancholischen Sound des Vorgängers, nahmen sie mithilfe von analogen Synthesizern und Kassettenrekordern ein Album auf, das insgesamt eine hoffnungsvollere Stimmung vermittelt. Auf dem Nachfolger „Foam Island“ setzten sich die beiden mit sozialem Wandel im UK auseinander und interviewten dafür zahlreiche Jugendliche im (ärmeren) Norden Englands. „Foam Island“ war im September 2015 Album der Woche bei ByteFM.

Civic Jams“, das vierte Album von Darkstar, ist 2020 über Warp Records (Aphex Twin, Boards of Canada, Flying Lotus) erschienen und wurde ByteFM Album der Woche.


Tony Allen

Tony Allen (*12. August 1940 in Lagos, Nigeria – 30. April 2020) war ein einflussreicher nigerianischer Schlagzeuger, Songwriter und Komponist, der zu den Mitbegründer*innen des Afrobeat zählt. Bekannt wurde er in den 1960er-Jahren als Drummer von Fela Kuti. 

Beeinflusst von diversen Spielarten nigerianischer Musik (Jùjú, Highlife) und US-amerikanischem Jazz, brachte sich Tony Allen im Alter von 18 Jahren autodidaktisch das Schlagzeugspielen bei. Er spielte mit einigen Musiker*innen, bevor er Mitte der 60er Jahre eine intensive künstlerische Partnerschaft mit Fela Kuti einging. Ende der 60er wurde Allen zum musikalischen Direktor von Kutis damaliger Band Africa ’70. Diese mischte Jazz, Soul, Highlife und die für ihre Polyrhythmen bekannte Yoruba-Musik. Um all diese Genres unter einen Hut zu bekommen, entwickelte Allen einen gänzlich neuen Drumming-Stil und wurde somit zu einem der Pioniere jener Musik, welche bald „Afrobeat“ genannt wurde. Aufgrund interner Streitigkeiten um Finanzielles verließ Tony Allen Africa ’70 in den späten 70ern. Er zog nach Paris, gründete seine eigene Gruppe und erfand das, was er selbst als Afrofunk bezeichnete: die Verschmelzung von Afrobeat, Electronica, Dub und R&B. In späteren Jahren kollaborierte er mit verschiedenen Musiker*innen zahlreicher Genres, darunter Flea (Red Hot Chili Peppers), Air, Charlotte Gainsbourg und Jeff Mills. Er war zudem Teil von Damon Albarns Supergroups The Good, The Bad & The Queen und Rocket Juice & The Moon.

Im Jahr 2020 erschien mit „Rejoice“ ein gemeinsames Album von Tony Allen und dem einflussreichen südafrikanischen Trompeter Hugh Masekela. Einen Monat später starb Allen, den Brian Eno einst als den „wahrscheinlich besten Schlagzeuger, der je gelebt hat“ bezeichnet hatte, im Alter von 79 Jahren in Paris. Posthum erschienen 2020 seine Aufnahmen mit dem internationalen Kooperationsprojekt Keleketla!, an dem unter anderem Coldcut, Shabaka Hutchings und Tenderlonious beteiligt waren. Der Song „International Love Affair“ von dem selbstbetitelten Keleketla!-Album war ByteFM Track des Tages.


Sofie

Sofie ist der Name, unter dem die in Wien aufgewachsene Sängerin und Songwriterin Sofie Fatouretchi Musik veröffentlicht. 

Sofie, die von jungen Jahren an mit klassischer Musik in Kontakt war, fing im Alter von vier Jahren an, Violine zu spielen. Im Teenageralter begann sie ein Studium am renommierten Wiener Konservatorium, brach dieses jedoch zugunsten eines nomadischen Lebens zwischen Los Angeles, New York und London wieder ab. Sie trat eine Stelle bei Boiler Room an, als sich das heute weltberühmte Musikprojekt noch im Aufbau befand, arbeitete als Radio-DJ und bei Stones Throw Records, wo sie unter anderem die HipHop-Künstler Knxwldge und Mndsgn mit ins Boot holte. Stones Throw Records sind es auch, die Sofies eigene Musik veröffentlichen: verträumte, persönliche Lo-Fi-Pop-Songs mit einer Vielzahl von Einflüssen von Chanson à la Serge Gainsbourg bis hin zu experimentellem Lo-Fi-Pop im Geiste von Künstler*innen wie Gary Wilson. Letzterer wirkte auch im Musikvideo zu Sofies Song „Truth Of The Matter“ mit.

„Cult Survivor“ aus dem Jahr 2020 ist das Debütalbum der Künstlerin.


XTC

XTC waren eine britische Rockband aus dem südenglischen Swindon. Sie wurde 1972 von Andy Partridge (Gesang, Gitarre) und Colin Moulding (Gesang, Bass) gegründet. Weitere Langzeitmitglieder waren Dave Gregory (Gitarre, Keyboard, Backgroundvocals) und Terry Chambers (Schlagzeug). Ihr Debütalbum „White Music“ erschien 1978.

XTC wurden im Rahmen der aufkeimenden englischen Punk-Bewegung bekannt. Obwohl die Songs von XTC – insbesondere in den 70er-Jahren – stilistisch deutliche Parallelen sowohl zu Punk als auch zu New Wave aufwiesen, lehnte Hauptsongwriter Partridge diese Bezeichnungen ab und bevorzugte es, seine Musik „Pop“ zu nennen. Wichtige Einflüsse aus ihrer Anfangszeit sind Disco, Ska, Dub, Reggae und Motown-Soul sowie so unterschiedliche Künstler*innen wie The New York Dolls, The Beatles, Captain Beefheart und Black Sabbath. Ihren ersten Plattenvertrag (bei Virgin Records) hatten XTC, laut Partridge, John Peel zu verdanken, der die Gruppe live gesehen und anschließend in seiner Radiosendung gespielt hatte. Ihr Debütalbum „White Music“ war trotz der Tatsache, dass es gute Kritiken erhielt, kommerziell ein Misserfolg. Ihren kommerziellen Durchbruch feierte die Band mit der Single „Making Plans For Nigel“ vom Nachfolger „Drums And Wires“ (1979). Es folgten ausverkaufte Konzerte in Großbritannien und den USA und eine internationale Tour als Supportact von The Police. In den 80ern änderten XTC ihren Sound grundlegend und inkludierten unter anderem mithilfe eines Mellotrons häufig psychedelische Elemente in ihre Musik. Mitte des Jahrzehnts veröffentlichten XTC unter dem Pseudonym The Dukes Of Stratosphear 60s-Psych-Hommage-Musik.

In den 90ern fokussierte sich Partridge auf orchestral arrangierte bzw. akustische Popsongs. Beide Jahrzehnte verliefen für die Band semierfolgreich. Im Jahr 2006 lösten sich XTC auf. Obwohl sie nur für kurze Zeit kommerziell erfolgreich waren, haben sie eine treue Fangemeinde und gelten als wichtiger Einfluss auf die Genres Power-Pop und Britpop. Im Januar 2018 widmete sich Christian Tjaben in einer Ausgabe von School Of Rock dem Werk der Band.


Keleketla!

Keleketla! ist ein internationales Musikprojekt, dessen Mitglieder unter anderem aus Großbritannien, Südafrika, Nigeria, den USA und Papua-Neuguinea kommen.

Keleketla! wurde von Matt Black und Jonathan More ins Leben gerufen, gemeinsam bekannt als das britische Pionier-Electronic-Duo Coldcut und zudem Gründer des Labels Ninja Tune (u. a. Bonobo, The Cinematic Orchestra, Sampa The Great). Coldcut wurden in die Bibliothek „Keleketla“ in Johannesburg, Südafrika eingeladen, die auch ein Medienzentrum ist und als Schauplatz für diverse Kulturveranstaltungen fungiert. Dort kamen Coldcut mit südafrikanischen Musiker*innen in Kontakt, wodurch der Grundstein für das Musikprojekt Keleketla! gelegt war, das der Bücherei namentlichen Tribut zollt. Nachdem das Projekt an Fahrt aufgenommen hatte, wurden weitere Künstler*innen akquiriert, darunter die Afrobeat-Größen Tony Allen und Dele Sosimi, die US-amerikanischen Spoken-Word-Pioniere The Watts Prophets, der westpapuanische Aktivist Benny Wenda sowie die UK-Jazz-Protagonisten Shabaka Hutchings und Tenderlonious.

Auf ihrem ersten Album „Keleketla!“ (2020) mischt die Band Elemente aus Funk, Jazz und Afrobeat. Die Texte, sind mal mehr, mal weniger explizit politisch. Weitgehend instrumental, aber trotzdem ein Statement gegen Rassismus und Spaltung, war die Vorabsingle „International Love Affair“ Juni 2020 ByteFM Track des Tages. Das Album gehört zu den letzten Aufnahmen des Schlagzeugers Tony Allen, der vor Veröffentlichung der Platte gestorben ist.


Scritti Politti

Scritti Politti ist das 1977 gegründete Sophisti-Pop-Projekt des walisischen Sängers, Gitarristen und Produzenten Green Gartside. Ursprünglich als Band angelegt, ist Scritti Politti seit 1998 de facto Gartsides Solo-Projekt. Weitere Gründungsmitglieder sind Nial Jinks (Bass), Tom Morley (Schlagzeug) und Matthew Kay (Keyboard).

Der Bandname ist eine Verballhornung eines Textes des marxistischen Theoretikers Antonio Gramsci und verweist auf die politischen Bezüge der Gruppe, die in der Hausbesetzerszene als Punkband begann. Eine Drogen und Lampenfieber geschuldete Panikattacke brachte Gartside dazu, den gesamten Band-Entwurf zu überdenken. Als Resultat schlugen Scritti Politti einen dem Punk entgegengesetzt erscheinenden Weg als subversive Pop-Gruppe mit Major-Deal ein. Das Debüt-Album „Songs To Remember‟ zeigt diese Abkehr deutlich; zur vollen Entfaltung kam der große Pop-Entwurf auf den folgenden Alben „Cupid & Psyche 85‟ und „Provision‟ (1988), die mit zahlreicher Studiomusikern in New York entstanden. Auf letzterem ist ein Trompetensolo von Jazz-Legende Miles Davis zu hören.

Ab 1999 ist Scritti Politti deutlich durch HipHop beeinflusst, wenngleich Gartside seinem fragilen, an Smokey Robinson angelehnten Gesangsstil treu bleibt. 2006 veröffentlichte das Label Rough Trade das Scritti-Politti-Album „White Bread, Black Beer“, dessen Songs Gartside dem Labelchef Geoff Travis eigentlich nur als Demos vorgespielt hatte. Nach 14-jähriger Pause folgte im Juni 2020 die Single „Tangled Man“ mit zwei Coverversionen von Songs der britischen Folk-Sängerin Anne Briggs.


Sevdaliza

Sevdaliza (*1. September 1987 in Teheran, Iran als Sevda Alizadeh) ist eine iranisch-niederländische Sängerin, Songwriterin und Produzentin aus Rotterdam. Ihr Debütalbum „ISON“ erschien im Jahr 2017 über ihr eigenes Label Twisted Elegance.

Sevda Alizadeh floh als Kind mit ihren Eltern aus dem Iran in die Niederlande. Sozialisiert wurde sie musikalisch vornehmlich durch HipHop und Pop/R&B à la Janet Jackson. Ihre musikalische Karriere begann sie vergleichsweise spät mit Mitte 20, zunächst mit Rap-Texten auf Niederländisch. Auf die Veröffentlichung einiger EPs folgte 2017 das Debütalbum „ISON“, auf welchem die Künstlerin Elemente aus Trip-Hop, Downtempo, Industrial und R&B mit orchestralen Arrangements und melancholisch-dramatischem Gesang kombinierte. Obwohl sie das Album nicht ankündigte, erreichte es den ersten Platz der iTunes-Charts für elektronische Musik. Sevdaliza verzichtet auf üppige Labelstrukturen und arbeitet stattdessen eng mit einem kleinen Team zusammen. Neben ihrem Stammproduzenten Mucky spielen diverse visuelle Künstler*innen eine wichtige Rolle in diesem Netzwerk. Sie kreieren in Zusammenarbeit mit Sevdaliza ihre aufwändigen Musikvideos, Coverartworks, Outfits etc. 

Im März bzw. Mai 2020 kündigten die Singles „Lamp Lady“, „Oh My God“ und „Joanna“ das Erscheinen des zweiten Albums von Sevdaliza an.


Bananagun

Bananagun sind eine australische Psychedelic-Rock-Band aus Melbourne, die zunächst als Soloprojekt von Nick Van Bakel gegründet wurde und in der Folge zum Quintett angewachsen ist. Neben Van Bakel (Gitarre, Percussion Gesang) besteht die Band aus Josh Dans (Bass), Jack Crook (Gitarre), Charlotte Tobin (Djembe, Percussion) und Jimi Gregg (Schlagzeug). „Do Yeah“ – die Debütsingle der Band – erschien 2019 als 7-Inch-Single. 

Der warme Psychedelic-Sound von Bananagun setzt sich aus einer Vielzahl an Einflüssen zusammen: Während manchmal Assoziationen zum Garage-Rock oder Surf der 60er-Jahre aufkommen, erinnern andere Tracks wiederum an den Tropicália-Sound aus Brasilien oder bedienen sich bei polyrhythmischem Drumming westafrikanischer Musik der 1970er-Jahre. So ist die 2020 veröffentlichte Single „People Talk Too Much“ inspiriert von Afrobeat à la Fela Kuti.

„The True Story Of Bananagun“ aus dem Jahr 2020 ist das Debütalbum der Band. Die über das britische Label Full Time Hobby (Timber Timbre, Katie Von Schleicher) erschienene LP ist das erste Release von Bananagun als Quintett.


Madonna

Madonna Louise Ciccone (16. August 1958; Bay City, Michigan), ist eine US-amerikanische Sängerin, Entertainerin und Songschreiberin. Sie ist die kommerziell erfolgreichste Künstlerin der bisherigen Popgeschichte. 1978 brach sie das College ab und flog nach New York, um dort ein neues, anderes Leben aufzubauen. Sie schlug sich als Musikerin, Kellnerin und Model durch. Ihre erste Single „Everybody” erschien im Oktober 1982, der Nachfolger „Burning Up” ein halbes Jahr später. Beide wurden Achtungserfolge in den Club-Charts. „Holiday” wurde im September 1983 ihr erster internationaler Hit.

Nach diesem ersten Erfolg landete Madonna einen Hit nach dem anderen: „Borderline”, „Lucky Star”, „Material Girl” und „Like A Virgin” sind nur eine Auswahl ihrer Singles allein des Jahres 1984. Madonna behielt stets selbst die Kontrolle über ihre Karriere und machte immer wieder mit gezielten Provokationen auf sich aufmerksam. Einzig ihre Schauspielversuche wurden von der Kritik quasi einhellig verrissen.

Zu ihren größten Erfolgen der 1990er zählen „Vogue”, „Justify My Love” und „Frozen”. 2002 nahm sie den Titelsong für den James-Bond-Film „Die Another Day” auf. Madonna änderte ihre stilistische Ausrichtung immer wieder radikal und ist seit Jahrzehnten eine der Konstanten des Showgeschäfts.


Noname

Noname (*18. September 1991 in Chicago, USA als Fatimah Nyeema Warner) ist eine US-amerikanische Rapperin und Produzentin. Ihr Debüt-Mixtape „Telefone“ veröffentlichte sie im Jahr 2016 als digitalen Download. Ihr erstes Studioalbum „Room 25“ folgte 2018.

Warner fing im Jugendalter an, Gedichte zu schreiben und diese im Rahmen von Open-Mic-Events und Poetry-Slams vorzutragen. Kurz darauf traf sie sich mit weiteren Wortkünstler*innen aus Chicago, um sich im Freestyle-Rap zu versuchen. Erste mediale Aufmerksamkeit erlangte sie als Featuregast, unter anderem auf Releases ihrer Jugendfreunde Chance The Rapper und Mick Jenkins. Auf ihrer ersten eigenen Veröffentlichung – dem Mixtape „Telefone“ – präsentierte sie zehn als Telefonate aufgebaute Songs, in denen sie sich im virtuosen Spoken-Word-Stil mit Themen wie dem Dasein als afroamerikanische Frau und dem Aufwachsen in Chicago befasste. Ähnlich politisch fiel ihr Debütalbum „Room 25“ aus. So rechnete sie auf dem Song „Blaxploitation“, der im Dezember 2018 Track des Tages bei ByteFM war, mit Doppelmoral und Rassismus ab. Musikalisch setzt Noname auf klassische Jazz- und Soul-Instrumentals, die live eingespielt werden. Neben ihrer Tätigkeit als Solokünstlerin ist sie auch Teil des Trios Ghetto Sage (mit Smino und Saba) und betreibt einen Buchclub, der sich auf Literatur von schwarzen und LGBTIQ-Autor*innen fokussiert. 

„Factory Baby“ aus dem Jahr 2020 ist das zweite Studioalbum von Noname. Zuvor hatte sie öffentlich ihre Frustration über ihr überwiegend weißes Publikum geäußert und angedeutet, dass sie sich nach ihrem zweiten Album aus dem Musikbusiness zurückziehen würde.


Buzzcocks

Buzzcocks sind eine britische Punkband, die zu den frühesten Vertretern des Genres zählt. Die Gruppe wurde 1976 von Pete Shelley (Gesang, Gitarre) und Howard Devoto (Gesang) im nordwestenglischen Bolton gegründet wurde. Zum ursprünglichen Lineup gehörten zudem Steve Diggle (Bass) und John Maher (Drums). Ihr Debütalbum „Another Music In A Different Kitchen“ erschien 1978.

Beeindruckt von einem Konzert der Punk-Pioniere Sex Pistols, beschlossen Shelley und Devoto, die zuvor schon gemeinsam musiziert hatten, nun ebenfalls Punk zu machen. 1976 traten sie neben Gruppen wie The Clash, The Damned und Siouxsie And The Banshees auf einem von Malcolm McLaren organisierten Punk-Festival auf. und Nach der Veröffentlichung einer vier Songs starken und zehn Minuten langen EP namens „Spiral Scratch“ im Jahr 1977 beschloss Devoto, gelangweilt von Punk, die Band zu verlassen. Er gründete im selben Jahr die Post-Punk-Gruppe Magazine. Nach seinem Ausscheiden übernahm Shelley den Gesang. Seine hohe Stimme gilt neben den Melodien, die die Energie von Punk mit der Eingängigkeit des Pop vereinen, als markantestes Merkmal der Musik von Buzzcocks, die mit „What Do I Get“ und „Ever Fallen In Love (With Someone You Shouldn’t’ve)“ Songs schrieben, die heute als Klassiker des Punk gelten. 

Im Jahr 1981 löste sich die Band auf und vereinigte sich einige Male wieder. Pete Shelley starb im Jahr 2018. Zahlreiche Musiker*innen, darunter Peter Hook von New Order sowie Mitglieder der Bands Pixies und Pearl Jam, zollten ihm Tribut.
 


The Damned

The Damned sind eine britische Punk-/Rockband, die 1976 von Dave Vanian (Gesang), Brian James (Gitarre), Captain Sensible (Bass) und Rat Scabies (Schlagzeug) in London, England gegründet wurde. Ihr Debütalbum „Damned Damned Damned“ erschien 1977 und war die erste LP einer britischen Punkband.

Die späteren Mitglieder von The Damned lernten sich im Umfeld der aufkeimenden Londoner Punkszene kennen. Ihr erstes Konzert spielten sie 1976 als Support von Sex Pistols. Im selben Jahr veröffentlichten sie mit „New Rose“ die erste britische Punk-Single überhaupt – noch vor „Anarchy In The U.K.“. „New Rose“ war im Mai 2019 ByteFM Track des Tages. Während das Debütalbum von The Damned gefeiert wurde und dazu führte, dass sie die erste UK-Punk-Gruppe wurden, die durch die USA tourte, floppte der Nachfolger „Music For Pleasure“. 1978 lösten sich The Damned auf. 1979 meldeten sie sich mit dem Garage-Rock-beeinflussten „Machine Gun Etiquette“ zurück, das mit „Love Song“ einen der bekanntesten Songs der Gruppe enthält. In den 1980er-Jahren wandten sich die Musiker nach einigen Besetzungswechseln einem düstereren Gothic-Rock-Sound zu. 

The Damned sind weiterhin aktiv. Ihr elftes Studioalbum „Evil Spirits“ erschien 2018. Produziert wurde es von dem einflussreichen Bowie-Producer Tony Visconti.


Die Goldenen Zitronen

Die Goldenen Zitronen sind eine einflussreiche seit 1984 aktive deutsche Art-Punk-Band aus Hamburg. Ihre Gründungsmitglieder waren Schorsch Kamerun (Gesang), Ted Gaier (Bass, Gitarre), Aldo Moro (Gitarre, Bass) und Ale Sexfeind (Schlagzeug). Ihr Debütalbum „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ erschien 1987.

Die Goldenen Zitronen gehörten zu den ersten deutschen Punkbands. In ihrer Anfangsphase kombinierten sie humoristische Texte mit Punk- und Rock-’n’-Roll-Instrumentierung, um sich in den 1990er-Jahren endgültig von diesem Stil zu verabschieden. So vereint das 1994 erschienene Album „Das bißchen Totschlag“ Einflüsse aus elektronischer Musik, HipHop und Noise. Zudem wurden darauf Themen wie die Verschärfung des Asylgesetztes sowie rassistisch motivierte Morde in Deutschland behandelt. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit politischen Inhalten wurde ab diesem Zeitpunkt eines der Hauptcharakteristika der Band. Ihr instrumentales Repertoire wurde in den Folgejahren um Elemente aus diversen elektronischen Stilen, Jazz und Krautrock erweitert. In ihren Konzerten verwenden sie auch Elemente aus dem Bereich des Theaters und der Performance-Kunst. Die einzigen verbliebenen Originalmitglieder sind Schorsch Kamerun und Ted Gaier. 

More Than A Feeling“, das 13. Studioalbum von Die Goldenen Zitronen, erschien 2019 über Buback Tontträger. Es war, genau wie „Die Entstehung der Nacht“ (2009) und „Who’s Bad“ (2013), ByteFM Album der Woche.


Ween

Ween sind eine US-amerikanische Alternative-Rock-Band aus New Hope, Pennsylvania, die 1984 von Aaron „Gene Ween“ Freeman (Gesang, Gitarre) und Mickey „Dean Ween“ Melchondio (Gesang, Gitarre) gegründet wurde. Ihr Debütalbum „GodWeenSatan: The Oneness“ erschien 1990.

Die Musik von Ween zeichnet sich neben ihren häufig schwarzhumorigen und obszönen Texten insbesondere durch ihre Vielzahl an Einflüssen aus. Diese erstrecken sich von Hard-, Prog- und Psych-Rock über Punk, Funk, Soul, Gospel bis hin zu Country und R&B. Die beiden Gründungsmitglieder der Band lernten sich in der High School kennen und brachten in den Achtzigern sechs selbstaufgenommene Kassetten heraus. Mit ihrem eigenartigen, Genregrenzen sprengenden Sound erspielten sie sich bald eine treue Fangemeinde und spielten im Vorprogramm von Acts wie They Might Be Giants, Butthole Surfers und Henry Rollins. Weitreichende mediale Aufmerksamkeit erreichten sie mit der Single „Push Th‘ Little Daisies“ vom Album „Pure Guava“ (1992). Als ihr Meisterwerk wird häufig das 1997 erschienene Konzeptalbum „The Mollusk“ bezeichnet, auf dem sie sich die mit maritimen Themen auseinandersetzten. Das Album beeinflusste Stephen Hillenburg zu der erfolgreichen Cartoon-Serie „Spongebob Schwammkopf“. Zu ihren Einflüssen zählen Gene und Dean Ween unter anderem The Beatles, Parliament/Funkadelic, Dead Kennedys und Devo.

Aufgrund von Freemans schwerem Drogen- und Alkoholproblem lösten sich Ween im Jahr 2011 auf. 2015 vereinigten sie sich wieder für regelmäßige Konzerte, aber ohne die Absicht, neues Material zu veröffentlichen.


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