Rap im Augenblick: Jeshi aus London

Der britische Rapper Jeshi, der mit seiner Single „Coming Down“ im britischen Rap zu den spannendsten Acts gehört.

Jeshi

Mit seinen Beats knietief in der Musikgeschichte, mit seinem Rap im Augenblick: Der UK-Rapper Jeshi fällt auf. Nicht durch besonders krasse Punchlines, nicht durch klatschträchtigen Beef setzt sich der Ostlondoner von anderen Rapper*innen ab. Flamboyanz ist sein Ding nicht, was aber nicht bedeutet, dass er verhuschte Reime ins Mikro nuscheln würde. Jeshis Ding ist es eher, Momentaufnahmen in süffige Verse zu kondensieren und dabei ein schlüssiges Gesamtbild abzugeben. Und an diesem hat er seit seiner 2017er EP „The Worlds Spinning Too Fast“ hörbar gearbeitet.

Was sich schon auf der letzten Single „Same Songs“ angedeutet hat, zeigt sich auf „Coming Down“ noch klarer: In den vergangenen drei Jahren hat Jeshi ein neues Level erreicht. Musikalisch kann man da eher Eckdaten aufzeigen, als dass sich Vergleiche fänden. Erinnerungen an Boogie– und G-Funk zieren einen Breakbeat, der knapp an langsamem House vorbeischrammt. Irgendwo dazwischen finden sich hochgepitchte Gesangsfetzen wie in diesem anderen London-Ding namens UK Garage. Sinn verleiht dieser Kombination aber erst so richtig der Erzähler, wenn Jeshi im lässigen Flow über sein Leben rappt. Eine ungewöhnliche künstlerische Stimme, die selbst im stark besetzten UK-HipHop heraussticht. Jeshi gehört damit im britischen Rap im Augenblick zu den spannendsten MCs.

Die EP „Bad Taste“ von Jeshi erscheint am 3. April bei Because Music. Der Vorabsong „Coming Down“ ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

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