Ehua – „Panta Rei“ (Rezension)

Von Dirk Domin, 16. Mai 2025

Ausschnitt vom Albumcover von "Panta Rei" von Ehua

Vielleicht ist es am einfachsten in dieser Erzählung beim Plattenlabel zu beginnen: 3024. Die Postleitzahl der niederländischen Heimat Rotterdam von Martijn Deijkers, inzwischen schon lange in Washington D.C. wohnhaft. 3024 ist das Label von Martijn Deijkers und als Martyn hat er in den vergangenen Jahrzehnten die elektronische Musik in seinem ganz eigenen Stil revolutioniert. Und genau deshalb passt das Debütalbum von Ehua so gut zu 3024.

Ehua wohnt in London. Ihre Musik klingt sehr nach London, aber doch gleichzeitig nach so viel mehr. Celine Angbeletchy – so heißt Ehua bürgerlich – hat familiäre Wurzeln in Italien und Côte d’Ivoire, wohnt mittlerweile im UK und veröffentlicht ihr Album auf einem quasi niederländisch-US-amerikanischen Label. Und genau diese Vielfalt ist in jedem einzelnen der insgesamt 14 Stücke auf der Platte zu hören. „NYC“ mit einem großartigen, minimalistischen Piano klingt sehr nach New York, der Kontrabass in „Amarena“ eher nach Makaya McCraven – wenn da nicht dieser Breakbeat wäre.

Über Bässe und Aprikosen

Über eine Affinität zur tiefen Londoner Vielfalt der Bassmusik muss gar nicht erst spekuliert werden. Alter Dubstep ist zu hören, 2-Step, Maya Jane Coles, durchaus auch Jamaika-Dub. In „Bricks“ etwa ist die Experimentierfreude, die ihr Debütalbum „Panta Rei“ so spannend macht, deutlich zu hören. Im Stück „Bumju“ sind Bezüge zu Côte d’Ivoire hörbar – und in Form vom Bass auch spürbar. Und Assoziationen zum Weltraum sind auch erlaubt.

Nach drei EPs – eine davon auf dem Label 3024 im Jahr 2023 – und vielen DJ-Auftritten gibt es jetzt das ersehnte Debütalbum von Ehua. Die italienische Lässigkeit und auch die Liebe zu Disco-Synthesizern führt zu den Aprikosen: „Albicocca“ ist die italienische Übersetzung und Stück Nummer zwei auf dem Album, auf welchem Ehua sich auch zum ersten Mal (mit ziemlich mystischem Gesang) vor das Mikrofon getraut hat.

Das Artwork stammt, wie üblich bei den Veröffentlichungen von 3024, von Jeroen Erosie. Auf der Bandcamp-Seite von 3024 wird die Platte mit dem deutschen Wort „Gesamtkunstwerk“ beschrieben – und das passt zu dieser großartigen Zwischen-den-Stühlen-Musik.


Veröffentlichung: 2. Mai 2025
Label: 3024 Music

Cover des Albums „Panta Rei“ von Ehua

Bild mit Text: Förderverein „Freunde von ByteFM“

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