Sababa 5 – „Nadir“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion, 7. Juli 2025

Cover des Albums „Nadir“ von Sababa 5

Sababa 5 – „Nadir“ (Batov Records)

Der Kopf in den Wolken und die Füße fest auf dem Boden: Sababa 5 waren bislang eine Band der Gegensätze. Das – verwirrenderweise nur aus vier Mitgliedern bestehende – Projekt aus Tel Aviv spielte auf seinen ersten drei LPs eine instrumentale Mischung aus spacigem Funk und Desert-Blues, mit einer tighten Rhythmusgruppe und verträumt ausschweifenden Gitarren- und Orgel-Melodien. Musik für Liebhaber*innen von geschmackvollen Grooves, die keine eindeutige Richtung brauchen, um anzukommen. Nicht ganz im Kosmos, aber auch nicht richtig auf diesem Planeten.

Im Vergleich dazu geben Sababa 5 auf ihrem neuesten Werk eine extrem klare Richtung vor: nach unten. „Nadir“ ist der Name ihres vierten Albums – der astronomische Fachausdruck für den tiefstmöglichen Punkt (im Kontrast zum Zenit, dem höchsten Punkt). Ob es sich hier um einen persönlichen, politischen oder gesellschaftlichen Abgrund handelt, verrät die Band nicht. Doch eine veränderte Stimmung ist sofort spürbar, in den hinterlistigen Halbton-Intervallen der Bassline des Openers „VU“. „Nadir“ ist das bis dato düsterste Sababa-5-Album geworden.

Nicht heavy, aber bedrohlich

Was nicht heißt, dass diese Band plötzlich Industrial-Metal spielt. Sababa 5 arbeiten auch im düsteren Modus ungemein subtil. Bassist Amir Sadot und Schlagzeuger Itamar Weinstein spielen ihre Instrumente nicht aggressiv oder laut, sondern agieren in ihrem telepathisch tightem Zusammenspiel stets bedacht, fast schon sanft. Ilan Smilans Gitarre oszilliert zwischen rhythmischen Wah-Wah-Riffs und melodischen Soli, ohne viel Verzerrung. Und lässt dennoch, im Einklang mit Keyboarder Eitan Drabkin, oft ein nervöses Zucken durch ihre Melodien flirren.

Die Atmosphäre auf „Nadir“ ist nie wirklich heavy. Aber stets ein bisschen bedrohlich. Im Track „2025“ wiederholt Smilan immer wieder die gleiche Phrase, schraubt sich in der Wiederholung immer weiter hoch – nur um dann synchron mit seiner Band wieder in die Tiefe zu sinken. Kein dramatischer Sturz, sondern ein langsamer, stetiger Niedergang. Eine fühlbare Schwermut liegt in diesen instrumentalen Tracks – was sie umso interessanter macht – und sie von der Musik anderer kosmopoliter Groove-Bands wie Khruangbin oder The Heliocentrics absetzt. Hier, in der Tiefe von „Nadir“, scheinen Sababa 5 einen neuen Höhepunkt gefunden zu haben.

Veröffentlichung: 4. Juli 2025
Label: Batov Records

Bild mit Text: Förderverein „Freunde von ByteFM“

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