Avantgarde-Komponist Alvin Lucier ist tot

Foto des experimentellen Komponisten Alvin Lucier, der im Alter von 90 Jahren gestorben ist.

Schöpfte musikalische Inspiration durch Naturwissenschaft und Technik: Alvin Lucier (Foto: Mary Lucier via Facebook)

Der US-amerikanische Komponist Alvin Lucier ist gestorben, wie seine Ex-Frau und frühere Kollegin Mary Lucier in einer Mitteilung auf Facebook bekannt machte. Der Schöpfer experimenteller, avantgardistischer Musik und langjährige Professor an des Wesleyan University in Middletown, Connecticut, starb an gesundheitlichen Komplikationen infolge eines Sturzes, wie seine Tochter Amanda Lucier gegenüber der Presse bestätigte. Lucier war mit avantgardistischen Arbeiten und Installationen bekannt geworden, die manchmal Gehirnwellen, Raumakustik und andere unerwartete Klangquellen beinhalteten. Er wurde 90 Jahre alt.

Der 1931 in Nashua, New Hampshire, geborene Lucier interessierte sich zunächst für Jazz, bevor er sich mehr der zeitgenössischen klassischen Musik zuwandte. Er studierte unter anderem Komposition und Musiktheorie an der US-amerikanischen Elite-Universität Yale. 1966 gründete er zusammen mit anderen experimentellen Komponisten wie Robert Ashley, David Behrman und Gordon Mumma die Sonic Arts Union. Im Rahmen eines Stipendiums war er zuvor nach Europa gekommen, wo er von experimentellen Komponisten wie John Cage, David Tudor und Merce Cunningham beeinflusst wurde.

Inspiriert von Naturwissenschaft und Technik

Luciers Werke und konzeptionelle Ansätze standen oftmals mit naturwissenschaftlich-technischen Ideen in Verbindung. Bekanntheit erlangte er etwa durch den Einsatz unkonventioneller Maschinen und Geräte für die Klangerzeugung. So nutzte er in seinem bahnbrechenden Werk „Music For Solo Performer“ von 1965 einen vom Physiker Edmond Dewan stammenden Gehirnwellenverstärker. Bei seiner 1968er Komposition „Vesper“ verwendete er Echo-Ortungsgeräte.

Sein wohl bekanntestes Werk ist „I Am Sitting In A Room“ aus dem Jahr 1969. Lucier sagt darin einen Text auf, der wiederholt aufgenommen und abgespielt wird. So lange, bis die vervielfachten Worte sich zum raumfüllenden Geräusch auftürmen. Sein 1990 erschienenes Stück „Nothing Is Real“ enthält Versatzstücke des Beatles-Stücks „Strawberry Fields Forever“, die über einen Lautsprecher in einer Teekanne wiedergegeben werden.

Sein radikaler, grenzüberschreitender Ansatz brachte Luciers Musik das Label „Post-Cage“ ein, in Anspielung auf den Komponisten John Cage. Im Laufe seiner mehrere Dekaden umspannenden Karriere nahm Lucier Dutzende Werke auf. Zuletzt war Anfang des Jahres „Music For Piano XL“ erschienen, eine Kollaboration mit dem französischen Pianisten Nicolas Horvath.

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