Elfenheulen im Zauberwald – Hanne Hukkelberg im Knust


Ob es am schlechten Wetter lag oder daran, dass St. Pauli am selben Abend verloren hatte? Nicht viele Leute waren gekommen, um Hanne Hukkelberg am vergangenen Sonntag im Hamburger Knust zu erleben. Allen, die nicht da waren, sei gesagt: Ihr habt etwas verpasst!

Die norwegische Sängerin entführte das Publikum in einen Kosmos voller mehrschichtiger Klangstrukturen, liebevoll ineinander verwoben, magisch und fantastisch wie ein nebliger Zauberwald voller mystischer Wesen. So weit die Assoziatonskette bei geschlossenen Augen. Öffnete man die Lider, so sah man eine kleine, schwangere – wir wollen hier keine falschen Gerüchte verbreiten, doch das Bäuchlein war auffällig – Frau allein mit einem Laptop, einem Keyboard und einer Gitarre auf der Bühne stehen – aber mit einer Stimme, die das Herz zum Erzittern brachte.

Schneidend scharfe Töne, mit Hilfe des Computers gedoppelt oder mit Hintergrundgesang begleitet, untermalt von hallenden Flächen, donnernden Trommeln und wunderbaren kleinen Geräuschdetails, wie z.B. dem Schreibmaschinentippen, live mit dem Keyboard erzeugt, dem Tönen einer Klangschale in den Händen der Sängerin, zerbrechendem Glas oder Glockenklingen. Die einzelnen Lieder bauten sich langsam auf, begannen meist simpel und steigerten sich zu voluminösen Sinfonien, ohne je schwülstig zu wirken, da immer wieder jazzige Tonfolgen die Melodien durchkreuzten. Hukkelbergs Gesang schraubte sich immer wieder in unglaubliche Höhen, sodass man fast glauben konnte, es würde technisch nachgeholfen. Das Elfenheulen war aber echt, genauso wie die Person Hukkelberg eine faszinierende Authentizität ausstrahlte. Keine Starallüren, keine Arroganz den Zuhörern gegenüber.
Fast schon schüchtern wirkte sie bei der Verabschiedung nach dem letzten Song und man fragte sich, woher dieser zierliche Mensch all die Kraft für solch starke Musik hernimmt.

Wer nun bereut, Hanne Hukkelberg nicht gesehen und gehört zu haben, der sei getröstet. Die Dame kann man noch am 20.09. in der Tonhalle Düsseldorf und am 21.09. im Capitol in Offenbach als Support von Wilco bewundern. Ansonsten bleibt einem vorerst nur ihr aktuelles Album „Blood From A Stone“.

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