Neue Platten: Tim Hecker & Daniel Lopatin – Instrumental Tourist

Von matthiasroehrs, 19. Dezember 2012

MirauCooperative

3,5

Wenn man bedenkt, dass Tim Hecker bereits seit 1996 aktiv ist, stapelt man sicher nicht zu tief, wenn man sagt: „Der Mann hat Status“. Nun hat er zusammen mit Daniel Lopatin ein neues Album veröffentlicht, das sich „Instrumental Tourist“ nennt und sich ganz der Ambient-Musik und dem Schaffen von Atmosphäre verschreibt.

Und so muss man das Album auch sehen, denn außer dieser Atmosphäre hat das Album nicht viel zu bieten. Wenig bis gar keine Beats, kein Gesang und erst recht kein Ziel. Die Lieder führen nirgendwo hin und wirken eher wie eine zufällige Anordnung verschiedener Synthesizer-Sounds. Sicher, zufällig werden diese Soundschnipsel nicht sein, doch wird man auch nicht eines Besseren belehrt, wenn man versucht, sich die gewünschten Atmosphären aus den Songtiteln abzuleiten. Da gäbe es beispielsweise „Scene From A French Zoo“ oder „Uptown Psychedelia“ und „Racist Drone“, wo die Themen entweder nur sehr mäßig verarbeitet wurden oder die beiden Kollaborateure über eine recht eigenartige Weltanschauung verfügen. Letztendlich muss man aber überlegen, was wie wen inspiriert und deshalb fällt es Menschen ohne Zugang zu solcher Musik vielleicht schwer, eine Art Können oder musikalisches Genie dahinter zu erkennen. Doch beim ambitionierten Ambient-Hörer kann das Album dann doch den einen oder anderen Punkt einfahren.

Schlussendlich könnte man natürlich auch generell über so atmosphärische Musik wie die vorliegende diskutieren und welchen Platz sie in der Welt hat. Einfach so würde der Autor „Instrumental Tourist“ nicht empfehlen. Das Album wäre im Hintergrund sicherlich kein Störfaktor, doch vermissen würde es wohl niemand.

Label: Cooperative | Kaufen

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Sufjan Stevens – „Carrie & Lowell“ (Album der Woche)
    "Carrie & Lowell" ist schwere Kost, instrumentiert mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Dunkelheit und Hoffnung stehen hier nah beieinander. Nur begleitet von Akustikgitarre, Banjo und manchmal Klavier, singt Sufjan Stevens ruhig und sanft von Tod, Schmerz, und Trauer und erinnert dabei an Nick Drake und Elliott Smith....
  • DJ Koze – „Amygdala“ (Album der Woche)
    "Amygdala" klingt trotz aller Vielschichtigkeit, allen Verdrehungen und geschickt eingesetzten klanglichen Verhaspelungen sehr homogen. Maestro Koze gibt uns 13 Tracks an die Hand, mit denen sowohl Tage als auch Nächte ein ganzes Stück geschmeidiger durchlebt werden können. Unser Album der Woche....
  • Jamie xx – „In Colour“ (Album der Woche)
    Dance-Musik macht Jamie xx glücklich. Mit seinem Debütalbum "In Colour" gibt der 26-Jährige ein Stück von diesem Glück weiter. "In Colour" ist ein in vielen Farben schillerndes House-Dubstep-Amalgam. Soundschnipsel aus Jungle-Dokus und hochkarätige Gäste treffen auf pluckernde Arpeggios, dröhnende Synths und lässige Beats....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert