Presseschau 12.02.: Zeiten des Umbruchs

Auch wir kommen heute nicht drum herum uns mit den kürzlichen Ereignissen in Ägypten zu beschäftigen. Nachdem es noch am Donnerstag hieß, Mubarak würde sich weigern, den Regierungssitz zu verlassen, spitzte sich gestern die Situation zu. Am Nachmittag verkündete der Vizepräsident Suleiman mit versteinerter Miene den Rücktritt Mubaraks. Dieser habe die Führung des Landes nun in die Hände des Militärs gelegt und schnell Reißaus in Richtung Badeort Scharm al Scheich genommen.
Im Zuge des Rücktritts versammelten sich Zehntausende Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo, welcher in den vergangen Wochen zum Zentrum des Widerstandes geworden war. Bis in die heutigen Morgenstunden lag sich die Bevölkerung in den Armen und feierte landesweit die Stürzung des Regimes. Mittlerweile haben Soldaten mit den Aufräumarbeiten begonnen und Stacheldraht, Barrikaden und Panzer entfernt. Mehr zu den Ereignissen sind im Tagesspiegel nachzulesen.

Zu feiern gibt es auch die Verlobung des vermutlich schönsten Paares in diesem Jahr: Prinz William und seine hübsche Kate. Der Verlobungsring hat es nicht nur der englischen Bevölkerung, sondern auch einem gewissen Zhou Mingwang angetan. Der Chinese hat den Ring etwas genauer unter die Lupe genommen und fertigte eine Kopie für den Vertrieb an. Prompt bestellte ein britischer Händler 10.000 Stück. Damit aber keine Schwierigkeiten mit der Fälschung aufkommen, veränderte der chinesische Tüftler das Ringdesign minimal. Mehr dazu auf der Seite der Tagesschau.

Die aktuelle Berlinale ist im vollen Gange. Neben Filmen zum Kapitalismus („Margin Call“) und der RAF („Wer Wenn Nicht Wir“), gibt es auch Beiträge zu rebellischen Töchtern. Die Zeit Online widmet sich in einem Artikel dem Film „El Premio“, welcher in Argentinien 1979 spielt. Eine Mutter und ihre Tochter Ceci sind auf der Flucht vor dem Militär. Bald besucht das wissbegierige Mädchen die nächstliegende Schule und findet Lust am Schreiben. Doch die freien Gedanken, welche sie auf Papier bringt, werden ihr und ihrer Mutter zum Verhängnis. Die Regisseurin Paula Markovitch erzählt mir ihrem ergreifenden Film die Geschichte ihrer Eltern.

Im Pop-Netz wird fleißig über das Album-Cover der neuen Strokes-Platte berichtet. „Angels“ heißt die gute Scheibe, doch mit Engel hat die Abbildung des Albums wenig zu tun. Das an Tetris-Türmen auf einem Schachbrett erinnernde Bild ist eine Arbeit des Künstlers Guy Pouppez, welcher 1993 starb. Vermutlich stammt sein Werk aus den Sechzigern oder Siebzigern. NME und Pitchfork sind ganz im Bilde.

Das könnte Dich auch interessieren:



Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.