
Die Berliner Musikerin Masha Qrella wurde bei den VUT Indie Awards als bester Act ausgezeichnet (Foto: Diana Näcke)
Stay independent! Dieser Slogan, zugleich Wunsch und Mantra, lag über der Verleihung der diesjährigen VUT Indie Awards (VIA). Diese wurden am 18. September 2025 im Rahmen des Reeperbahn Festivals in Hamburg zum insgesamt 13. Mal an Künstler*innen, Musikunternehmen und Projekte vergeben, die ohne die Unterstützung großer Konzerne Kultur schaffen. Ein Abend, um Musik, Kunst, die eigene Unabhängigkeit und ein bisschen auch sich selbst zu feiern.
Bildet Banden!
Nach kurzen, einleitenden Worten von Moderatorin Nina „Fiva“ Sonnenberg stellte Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien, in seinem Grußwort dann auch gleich die Frage, wie sich Unabhängigkeit in diesen Tagen überhaupt gestalten lässt. Eine seiner Antworten darauf: Bildet Banden! Ein Ansatz, der ja auch im diesjährigen Festivalmotto „Imagine Togetherness“ mitschwingt.
Ohne Unterstützung und Zusammenhalt hätte wohl auch die erste Preisträgerin des Abends niemals eigene Musik veröffentlichen können. Und so bedankte sich die Münchner Musikerin Vandalisbin, die als beste Newcomerin ausgezeichnet wurde, in ihrer Rede vor allem bei denen, die ihr dabei geholfen haben – auch in Form von finanzieller Unterstützung –, ihren Traum vom professionellen Musikmachen zu verwirklichen.
Besondere Verdienste für die unabhängige Musikbranche
Während die Berliner Musikerin Masha Qrella als bester Act ausgezeichnet wurde, und sich damit gegen die Mitnominierten Derya Yıldırım & Grup Şimşek sowie Güner Künier durchsetzte, ging der Preis für das beste Album an Ebow und „FC Chaya“. In ihrer Laudatio bezeichnete Nebou vom Hamburger Rap-Kollektiv Bangerfabrique „FC Chaya“ nicht nur als „Manifest“, sondern auch auch als „Soundtrack des Lebensgefühls queeren migrantischen Lebens“.
Neben Auszeichnungen in sieben Kategorien, die allesamt einer Fachjury bestimmt wurden, wurde auch erstmals seit 14 Jahren wieder die „Indie-Axt“ verliehen. Diese ging in diesem Jahr an Helen Smith, Vorstandsvorsitzende des europäischen Independent-Verbands Impala, die seit vielen Jahren als Vermittlerin zwischen Politik und der unabhängigen Musikwelt agiert.
Ein Preis für besondere Verdienste für die unabhängige Musikkultur ging in diesem Jahr an Frank Bull. Bull ist nicht nur akribischer Archivar und Sammler, sondern auch Gründer von Vinyl-On-Demand (VOD) – ein Label, das Vinyl in sehr kleinen Auflagen und auf Anfrage presst und damit Musik, die nicht mehr verlegt wird, wieder zugänglich macht.
Die Gewinner*innen im Überblick:
• Beste*r Newcomer*in: Vandalisbin
• Bester Act: Masha Qrella
• Bestes Album: Ebow – „FC Chaya“
• Bestes Label: Grand Hotel van Cleef
• Bestes Experiment: Holly Herndon & Mat Dryhurst – „The Call“
• Best New Music Business: Aurismatic
• Sonderpreis: Frank Bull
• Indie-Axt: Helen Smith
