1954 – „A Part Of Me“ (Rezension)

Cover des Albums „A Part Of Me“ des Produzenten 1954 (Project Mooncircle)

1954 – „A Part Of Me“ (Project Mooncircle)

7,5

Auf eine Reise zwischen Melancholie und Hoffnung, zwischen Furcht und Zuversicht will uns Ivan Arlaud alias 1954 auf seinem Debütalbum „A Part Of Me“ mitnehmen. Dabei arbeitet sich der aus Lyon stammende Franzose an einigen seiner musikalischen Vorbilder ab, schafft es aber dennoch, einen ganz eigenen Sound zu erschaffen, der behutsam einzelne Versatzstücke zu einem stimmigen Ganzen verwebt.

Um zu wissen, um welche Vorbilder es sich hier handelt, reicht ein Blick auf die Trackliste des Mixtapes, dass Arlaud einige Tage vor dem Album-Release für das Lowdown Magazine aufgenommen hat. Dort finden sich unter anderem Moderat, Lapalux, Nosaj Thing und Chrome Sparks wieder und werden von Arlaud in einem wunderbar abwechslungsreichen Mix vereint.

Entrückte Hoffnung

Das gleiche Abwechslungsspektrum findet sich auch auf „A Part Of Me“ wieder. Dabei zeigt sich Arlauds Talent, im richtigen Moment, die Zügel wahlweise anzuziehen oder locker zu lassen. So changiert das komplette Album zwischen melancholisch-verträumten Parts, treibenden Breakbeats und einzelnen Ausbrüchen, die sich hier und da ihren Weg bahnen und bleibt dabei immer auch ein bisschen unberechenbar. Während in einem Fall ein sich behutsam entwickelndes Intro letzten Endes in einem entspannten Gesangspart mündet („Blue Boy“), entwickelt es sich an anderer Stelle zu einem bedrohlichen Monster, das einem mit seiner dumpfen Bassline und seinen verzerrten Vocals ein Gefühl der Beklemmung beschert („Colored Lies“).

Seine gepitchten, kaum verständlichen Vocal-Fetzen nutzt Arlaud an mehreren Stellen und fügt seinem Sound damit eine entrückte Komponente hinzu, die meist ein Gefühl der Kälte und Fremdheit hervorruft. Zudem schafft er damit einen spannenden Kontrast zum eher warmen und flächigen Klang, der die hoffnungsvolleren Momente des Albums prägt.

1954 ist ein Debütalbum gelungen, das wirklich eine Reise zwischen Melancholie, Zuversicht und Furcht darstellt – eine wunderbare Symbiose aus den vielfältigen Künstlern, die unüberhörbar Pate gestanden haben. Da diese aber nicht als billige Kopie Einzug auf „A Part Of Me“ gehalten haben, sondern vielmehr als Stichwort-Geber, steht am Ende ein ganz eigenständiger Sound und vor allem ein wunderbares Album.

Veröffentlichung: 26. Januar 2018
Label: Project: Mooncircle

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