Jamila Woods im Interview bei Ein Topf aus Gold

Foto von Jamila Woods (Foto: Jagjaguwar)Die Chicagoer Künstlerin Jamila Woods ist heute bei ByteFM im Interview in der Sendung Ein Topf aus Gold mit Diviam Hoffmann zu hören. (Foto: Zoe Rain / Jagjaguwar)

Geschichten zwischen futuristischen Utopien und der Schwarzen US-amerikanischen Gegenwart – Jamila Woods zeigt sich auf ihrem ersten Album „Heavn“ als eine der großen ErzählerInnen ihrer Generation. Im vergangenen Sommer veröffentlichte die Künstlerin aus Chicago ihr Debüt – welches aber auch einige Stolpersteine mit sich brachte: Weil einige Samples (von sowohl Musik als auch Text) nicht geklärt waren, musste sie Teile der Platte komplett neu aufnehmen. In einigen Songs hat sich dadurch der Sound maßgeblich geändert: So erstrahlt zum Beispiel der Titeltrack in einem neuen, mit ihrer Liveband eingespielten Arrangement. Das neue „Heavn“ erscheint jetzt erstmals auf Vinyl und Jamila Woods steht im November auch auf europäischen Bühnen. Diviam Hoffmann hat für ihre Sendung Ein Topf aus Gold die Künstlerin zum Interview getroffen.

Eine wichtige Inspiration für Jamila Woods ist afrofuturistische Kunst: „Bei afrofuturistischen Ideen geht es prinzipiell darum, dass AfroamerikanerInnen sich selber ihre Zukunft vorstellen – denn normalerweise sind sie im Science-Fiction-Genre absolut unterrepräsentiert“, sagt die 27-jährige Musikerin. Ein für sie besonders wichtiges Beispiel dieser Erzählungen fand seinen Ursprung in der amerikanischen Sklaverei: „Viele Slaven sind der Gefangenschaft entflohen, indem sie von Bord sprangen – sie nahmen ihr Leben lieber in die eigene Hand. Nun gibt es diese afrofuturistischen Geschichten über Unterwasser-Gemeinden im Atlantik, die von den geflohenen Sklaven gegründet wurde. Das war die Hauptinspiration für den Song ‚Heavn‘: Unsere Vorfahren tanzen unter Wasser, darum gibt es Wellen auf dem Meer.“ Dabei geht es ihr aber um mehr als nur um die ferne Zukunft: „Ich glaube zwar an eine afroamerikanische Zukunft, wichtig ist es mir aber auch, Schwarze Utopien in der Gegenwart zu schaffen.“

Neben dem Morgen und dem Jetzt bezieht sich Jamila Woods auf ihrem Album auch auf ihre Vorfahren, zum Beispiel auf die US-Bürgerrechtsaktivistinnen Rosa Parks oder Audre Lorde: „Rosa was a freedom fighter / And she taught us how to fight / Audre was a freedom fighter / And she taught us how to fight“, heißt es etwa in „Blk Girl Soldier“. Jamila Woods: „Ich habe in der Schule nicht viel über afroamerikanische Geschichte, über meine Geschichte, gelernt. Deswegen ist es mir so wichtig, diese Persönlichkeiten in meiner Kunst zu erwähnen – denn so können vielleicht auch andere Menschen von ihnen lernen.“

Das Interview mit Jamila Woods sowie viel Musik der Künstlerin aus Chicago, könnt Ihr heute um 18 Uhr in Ein Topf aus Gold hören. Mitglieder unseres Fördervereins Freunde von ByteFM können die Sendung ab dem 4. Oktober auch in unseren ByteFM Sendungsarchiv nachhören.

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