Mit allen nötigen Mitteln: Boogie Down Productions‘ Malcolm-X-Tribut

KRS One, MC von Boogie Down Productions, deren Albumtitel „By All Means Necessary“ durch Malcolm X' Forderung, mit allen nötigen Mitteln die Gleichstellung der afroamerikanischen US-Bürger*innen zu erkämpfen, inspiriert war.

KRS One, MC von Boogie Down Productions (Foto: Luigi, CC BY, via Wikimedia Commons)

Mit allen nötigen Mitteln: Was Malcolm X wirklich erreicht habe, sei noch gar nicht erkennbar, sagte dessen Witwe Betty Shabazz nach seiner Ermordung am 21. Februar 1965. Der neben Martin Luther King populärste und einflussreichste US-amerikanische Bürgerrechtler wurde bei einem öffentlichen Auftritt Opfer eines Attentats. Die genauen Hintergründe sind bis heute ungeklärt; eine jüngst erschienene Dokumentation legt nahe, dass zwei Männer unschuldig Jahrzehnte hinter Gittern verbracht haben. Dass Indizien, die zum wahren Mörder hätten führen können, zurückgehalten worden sind. Der Macher der Doku hat mittlerweile erreicht, dass der Fall neu eröffnet wird.

Sein Erfolg bescherte Malcolm X mächtige Feinde. Der Staat sah in ihm einen potentiellen Unruhestifter – nicht zuletzt, weil er reale Ungerechtigkeiten und mörderischen, systemischen Rassismus öffentlich machte. Und damit einen großen Teil der afroamerikanischen Bevölkerung erreichte. Seine Kompromisslosigkeit in dieser Hinsicht führte letztlich zum Bruch mit der Organisation Nation Of Islam, durch deren Förderung er vom Kleinkriminellen zum prominentesten Kämpfer für die Rechte afroamerikanischer US-Bürger*innnen geworden war. Ein Bruch, der ihn vermutlich sein Leben kostete.

Malcolm X‘ Einfluss ist bis heute spürbar. Sein Aufruf, mit allen nötigen Mitteln („by any means necessary“) die Gleichstellung aller Menschen zu erkämpfen, ist sein wohl berühmtestes Zitat. 1988 lieh sich KRS Ones HipHop-Crew Boogie Down Productions das Zitat für das Album „By All Means Necessary“. Das Coverfoto greift ein Bild von Malcolm X auf, der mit Waffe im Anschlag am Fenster steht. Hier geht es um Selbstverteidigung, nicht um einen Aufruf zur Gewalt. So handelt der Track „Stop The Violence“ davon, bei allen realen existenziellen Bedrohungen doch bitte das Gangster-Gehabe aus dem HipHop fernzuhalten.

Malcolm X wurde am 21. Februar 1965, heute vor 55 Jahren, ermordet. „Stop The Violence“ von Boogie Down Productions ist unser Track des Tages. Hört ihn Euch hier an:

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