Revolutionär, Mythos, Pop-Ikone – zum 60. Todestag von Malcolm X

Von Rainer Szimm, 21. Februar 2025

Schwarzweiß-Foto von Malcolm X

Prägte mit seinen radikalen Ideen die Schwarze Bürgerrechtsbewegung: Malcolm X (Foto: Ed Ford, World Telegram staff photographer, Public domain, via Wikimedia Commons)

Am 21. Februar 1965 betrat gegen 15 Uhr ein müder und angespannter Malcolm X die Bühne des Audubon Ballroom im New Yorker Stadtteil Washington Heights, um zu den rund 400 versammelten Menschen zu sprechen. Auf Sicherheitsvorkehrungen hatte er großenteils verzichtet, obwohl er wenige Tage zuvor einem Brandanschlag auf ihn und seine Familie entkommen war und er Todesdrohungen erhalten hatte. Der Schwarze Bürgerrechtsaktivist wähnte sich wohl inmitten seiner Anhänger*innen sicher. Kurz nachdem der Applaus abebbte, sprangen zwei Männer in den vorderen Reihen auf, die einen fingierten Streit anfingen. Malcolm X versuchte zu beschwichtigen, zwei seiner Leibwächter machten Anstalten, die Störer zu trennen, als ein Mann vor der Bühne eine abgesägte Schrotflinte zog und den 39-Jährigen vor den Augen seiner Familie in die Brust schoss. Zwei weitere Attentäter feuerten ebenfalls, insgesamt wurden 21 Kugeln auf ihn abgegeben. Eine Not-OP im gegenüberliegenden Krankenhaus blieb erfolglos.

Der wütendste Schwarze Mann in Amerika

Der, der bei vielen als „wütendster Schwarzer Mann in Amerika“ galt, war tot. Einige tausend Menschen versammelten sich am 27. Februar in Harlem, um dem „Schwarzen, leuchtenden Prinzen – der nicht zögerte zu sterben, weil er uns so sehr liebte“, so der Trauerredner Ossie Davies, die letzte Ehre zu erweisen.

Danach geriet Malcolm X ein wenig in Vergessenheit, weil seine Witwe sich weitgehend zurückzog und auch das mediale Echo allmählich verhallte. In den 80er-Jahren setzte dann ein regelrechtes Revival ein, das besonders durch HipHop-Gruppen befeuert wurde. Die wirtschaftliche Lage der Schwarzen hatte sich vielerorts verschlechtert. Rassismus und Polizeibrutalität waren allgegenwärtig. Viele Schwarze Jugendliche hatten die Hoffnung auf eine Gleichbehandlung und auf eine Teilhabe am „American Dream“ aufgegeben. Die abgehängten Schwarzen hatten eher das Gefühl in einem „Amerikanischen Albtraum“ zu leben. Eine Realitätsbeschreibung, die Malcolm X schon 1964 vorgenommen hatte.

Was machte ihn in den 80er-Jahren, sogar bis heute, so attraktiv, dass er zu einem neuen Idol vieler Schwarzer Menschen wurde? Wohl auch, dass Malcolm X in seinem Leben das durchgemacht hatte, was viele von ihnen auch gut 20 Jahre nach Inkrafttreten der Bürgerrechtsgesetze noch immer täglich erlebten: systemischen Rassismus, Armut und eine oft nicht vorhandene Chancengleichheit gegenüber ihren weißen Mitbürger*innen. Seine geschliffenen Reden, sein Charisma, die schonungslosen Analysen der US-Lebenswirklichkeit und sein nimmermüder Kampf gegen Rassismus sowie die Fähigkeit, vielen Schwarzen ein neues Selbstwertgefühl und Stolz auf ihr afrikanisches Erbe einzupflanzen, trugen zu seiner steigenden Popularität bei. Die Geschichte seines Aufstiegs aus prekären Verhältnissen mit einer schwierigen Jugend und kriminellen Vergangenheit zu einem der wortgewaltigsten Führer der US-Bürgerrechtsbewegung, der aber im Gegensatz zu Martin Luther King Jr. die Integration in die weiße Mehrheitsgesellschaft ablehnte, elektrisierte Millionen Schwarze. Neben King, seinem langjährigen Gegenspieler, schaffte es Malcolm X als Kritiker bestehender Machtstrukturen und weißer Heuchelei Gehör auch außerhalb der USA zu finden.

Erste Politisierung

Dabei war sein facettenreicher Werdegang nicht frei von Kontroversen. Sein Eintreten für das Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung, die Forderung nach Selbstbestimmung, Separatismus, Gerechtigkeit und Freiheit der Afroamerikaner*innen mit allen Mitteln, „by any means necessary“, verstörte und ängstigte Viele, die Malcolm X als Feindbild stilisierten und dabei verkannten, dass er in seinem letzten Lebensjahr wieder eine erstaunliche Wandlung hin zu „einem für allgemeine Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit eintretenden Humanisten“, so die Historikerin und Malcolm-X-Biografin Britta Waldschmidt-Nelson, vollzog.

Ein filmreifer Lebenslauf allemal. Er wurde als Malcolm Little am 19. Mai 1925, als viertes Kind des Schreiners und Baptistenprediger Earl Little und seiner Frau Louise in Omaha, Nebraska, geboren. Sein Vater hatte Probleme, einen festen Job zu finden, sodass die Familie ständig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. Die Eltern waren überdies glühende Anhänger*innen von Marcus Garvey, einem gebürtigen Jamaikaner, der angesichts der schlechten Lebenssituation und ständiger rassistischer Übergriffe auf Schwarze Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr an ein gedeihliches Miteinander von Weißen und Schwarzen in den USA glaubte. Die Afroamerikaner*innen sollten sich daher abgrenzen, ihre eigenen Firmen gründen und möglichst nur bei Schwarzen einkaufen. Die Schwarzen Amerikaner*innen sollten überdies Stolz auf ihre afrikanischen Wurzeln und ihre Hautfarbe entwickeln. Seine Fähigkeit, Millionen selbstbewusste Schwarze zu mobilisieren, war Teilen der Obrigkeit offenbar nicht geheuer. Sein Abstieg begann. Garvey wurde nach Betrugsvorwürfen, ohne klare Beweise, schuldig gesprochen und 1927 nach Jamaika deportiert. Earl Little blieb den Idealen Garveys dennoch weiterhin treu, was die Suche nach einem festen Arbeitsplatz bei den meist weißen Arbeitgebern erschwerte. Die Familie zog mehrfach um, teils weil sie Probleme mit weißen Rassisten bekam, teils weil der Vater immer noch kein festes Einkommen erzielen konnte.

Sie landeten schließlich in Lansing, Michigan, in einem Viertel, in dem mehrheitlich Weiße wohnten. Auch hier fanden sie keinen Frieden. Ein Hauskauf wurde nachträglich beanstandet. Die Familie fand schließlich südlich von Lansing eine neue Heimat. Malcolm kam 1931 in die Schule. Ihre weiterhin katastrophale finanzielle Lage führte zu ständigem Streit zwischen Earl und Louise, häusliche Gewalt wurde zum Normalzustand. Nur Malcolm, als Lieblingskind seines Vaters, wurde meist von Earl verschont. Aber es kam noch schlimmer.

Denn Earl Little starb im September 1931. Ob durch einen Unfall oder nach einem rassistisch motivierten Überfall, wie Louise behauptete, konnte abschließend nicht ermittelt werden. Die alleinstehende Witwe mit sieben Kindern stand vor dem Abgrund. Die Mutter versuchte alles, um die Familie auch mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Dies gelang ihr jedoch nicht und die Familie zerbrach. In der Schule, als einziger Schwarzer Junge in der Klasse, waren Malcolms Noten hingegen ausgezeichnet, und er wurde sogar Klassensprecher. Er fühlte sich gut aufgenommen, ein Zustand, der nicht lange hielt. Ihn störte es zunehmend, dass seine Schulkameraden das N-Wort benutzten und dass er nach einem ungeschriebenen Gesetz auf Festen nicht mit weißen Mädchen tanzen durfte. Seine Verbitterung über diese Erniedrigungen erreichte einen Höhepunkt, als ihm sein Lehrer eröffnete, dass er als „N…“ nicht Anwalt, sondern höchstens Schreiner werden konnte. Damit war Malcolm klar, dass Anpassung nichts brachte und er als Schwarzer nicht aufsteigen konnte und dass er so schnell wie möglich die Welt der Weißen hinter sich lassen wollte.

Radikaler Wandel

Der frustrierte 16-Jährige fand Unterschlupf bei seiner älteren Halbschwester Ella in Boston, die ihn aber nicht bändigen konnte. Sie besorgte ihm einen Job bei der Bahn, der ihn im Februar 1942 nach New York führte. Besonders Harlem mit seinen Clubs tat es ihm an, damals ein Mittelpunkt Schwarzer Musik. Hier traten Jazz-Größen wie Dizzy Gillespie und Ella Fitzgerald auf, ein Umfeld, das Malcolm fesselte. Er rutschte aber dann ziemlich schnell in die Ganovenszene ab. Er arbeitete im Rotlichtmilieu, dealte mit Gras und Kokain, wurde selbst süchtig, klaute und beging Einbrüche. 1944 wurde er das erste Mal verurteilt, 1946, nach weiteren Einbrüchen, erhielt er eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Eine Zeit, die ihn radikal verändern sollte.

Anfangs schottete er sich von den Mitgefangenen ab. Dann beeindruckte ihn aber ein Schwarzer Insasse mit seinem Wissen und seiner Redegewandtheit. Malcolm bildete sich durch Selbststudium und arbeitete an seinen rhetorischen Fähigkeiten. Besonders die Geschichte vom Schwarzen Widerstand gegen die weißen Unterdrücker interessierte ihn. Als ihn dann zwei seiner Brüder überzeugten in die religiöse Gemeinschaft der Nation Of Islam (NOI) einzutreten, nahm sein Leben eine komplett neue Richtung.

Schwarzweiß-Foto von Malcolm X

Elijah Muhammad, Anführer der Nation Of Islam, bei einer Veranstaltung im Jahr 1964. Unter den Anwesenden: Cassius Clay/Muhammad Ali (Foto: New York World-Telegram and the Sun staff photographer: Wolfson, Stanley, photographer., Public domain, via Wikimedia Commons)

Die NOI-Lehre beinhaltete einige der Ideen des Schwarzen Nationalismus eines Marcus Garveys, die Malcolm durch seinen Vater bekannt waren. Ein schwarzer Allah aber würde den gläubigen Schwarzen irgendwann in einem Endkampf beistehen und die Herrschaft der Weißen beenden. Während dieser Wartezeit solle man den Regeln der NOI folgen. Diese besagten unter anderem, sich von Weißen zu isolieren, die Bildung zu stärken und den Geboten Gottes zu folgen. Dazu gehörte ein rigider Verhaltenskodex: kein außerehelicher Sex oder Ehebruch, kein Alkohol oder Schweinefleisch, strenge Gebetsvorschriften und die Abgabe eines erklecklichen Teils des Einkommens an die NOI. Den Frauen wurde hingegen nur eine Nebenrolle zugedacht: Sie durften nicht arbeiten, sollten zu Hause bleiben und dem Ehemann gehorchen. Wichtiger Teil des NOI-Dogmas war die Ablegung des Nachnamens, da dieser oft noch aus Sklaverei-Zeiten stammte. Ein „X“ sollte ihn ersetzen, bis der richtige afrikanische Familienname gefunden worden sei. Die NOI-Doktrin bot Hoffnung auf Erlösung und ein Gemeinschaftsgefühl, was besonders für Strafgefangene attraktiv war. Malcolm Little entschied sich für einen radikalen Cut und trat Ende 1948 zum Islam über und nannte sich bald darauf Malcolm X.

Gegenspieler von Martin Luther King Jr.

Nach seiner Entlassung im August 1952 ging er nach Detroit und widmete sich rastlos der NOI, einer anfangs etwa 400 Mitglieder starken Organisation, die primär durch Malcolms Elan immer mehr Anhänger*innen gewann. Durch seine Eloquenz, Schlagfertigkeit, Sarkasmus, Charisma und die eigenen Lebenserfahrungen überzeugte er viele junge Schwarze zum Eintritt und erlangte so schnell die Gunst des Anführers Elijah Muhammad, dem er anfangs blind folgte.

Malcolm X missionierte und predigte unermüdlich – erst in Detroit, dann in Boston, in Philadelphia und schließlich in Harlem. 1959 stieg der Bekanntheitsgrad von Malcolm X und der NOI schlagartig durch eine TV-Dokumentation. In ihr wurde eine breite Öffentlichkeit erstmals über die Existenz einer separatistischen und schlagkräftigen Gemeinschaft informiert, die die Weißen verdammte.
Der Beliebtheit der NOI bei vielen Schwarzen tat das keinen Abbruch. Malcolm X war medial ständig präsent und legte verbal nach. Auf die Frage während einer Diskussion, ob er pauschal alle Weißen hassen würde, entlud sich sein Furor: „Wie kann uns jemand fragen, ob wir den weißen Mann hassen, … der uns von Plantage zu Plantage verkaufte wie einen Sack Mehl …, und uns dann aufhängte von einem Ende des Landes zum anderen … Warum, was für eine sinnlose Frage!“

Anfang der 60er-Jahre war Malcolm X zu einer radikalen Alternative zur christlichen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King Jr. geworden und hatte einen ebenbürtigen Platz in der US-Öffentlichkeit neben seinem Gegenspieler eingenommen, dessen Positionen er zunächst ablehnte. Kings Beharren auf Gewaltlosigkeit im Kampf um mehr Rechte für Schwarze war in seinen Augen ineffektiv, da die weiße rassistische Mehrheit keine echten Zugeständnisse machen würde. Nur das Recht auf Selbstverteidigung könne den Unterdrückten helfen. Trotz seines permanenten Einsatzes für die NOI hatten sich seit längerer Zeit bei Malcolm X Zweifel an der apolitischen Ausrichtung der Gruppe geregt. Er ging in den darauf folgenden Monaten immer weiter auf Abstand.

Pilgerfahrt nach Mekka

Er trat im April 1964 eine Pilgerfahrt nach Mekka an, um sein Wissen über den Islam zu vertiefen. Dort machte er eine dramatische Wandlung durch. Er war tief beeindruckt von der Gastfreundschaft weißer Muslime. Er rückte in der Folge deutlich von alten Denkmustern ab: „In der Vergangenheit habe ich pauschale Anklagen gegen alle Weißen erhoben. Das werde ich nie wieder tun – denn ich weiß jetzt, dass einige Weiße wirklich aufrichtig sind, dass einige wirklich fähig sind, einem Schwarzen gegenüber brüderlich zu sein. Der wahre Islam hat mir gezeigt, dass eine pauschale Verurteilung aller Weißen genauso falsch ist, wie wenn Weiße pauschale Anschuldigungen gegen Schwarze erheben.“

Malcolm X signalisierte seine Bereitschaft mit allen gesellschaftlichen Kräften zu kooperieren, die sich für Gerechtigkeit und Menschenwürde einsetzten. Er suchte besonders den Austausch mit Bürgerrechtsgruppen. Anfang Februar 1965, wenige Wochen vor seinem Tod, lobte er in Selma, Alabama ausdrücklich den gewaltlosen Widerstand Martin Luther Kings. Ein Bündnis zwischen Malcolm X und King wurde immer wahrscheinlicher.

Dazu kam es nicht mehr, denn spätestens seit Juni 1964, drohte sein Konflikt mit der Nation of Islam zu eskalieren. Malcolm hatte sexuelle Eskapaden seines ehemaligen Lehrmeisters Elijah Muhammads, und damit dessen Heuchelei, öffentlich gemacht. NOI-Apologet*innen sahen das als Verrat und Verleumdung an. Malcolm stellte auch die komplette NOI-Ideologie infrage. Für deren Anhänger*innen war das Häresie. Einige von ihnen versuchten, Malcolm im Januar 1965 in Los Angeles umzubringen, was noch scheiterte. Die Bedrohung wurde nach einem Brandanschlag wenige Wochen darauf, noch akuter. Trotzdem vernachlässigte er Schutzvorkehrungen. So auch an seinem Todestag am 21. Februar im Audubon Ballroom, als seine Leibwächter fast alle unbewaffnet waren und die Attentäter leichtes Spiel hatten. In einem Prozess im März 1966 wurden dann drei NOI-Mitglieder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, davon einer, der noch am Tatort festgenommen worden war. Die beiden anderen, die von dem Festgenommenen zwar entlastet, aber dennoch verurteilt wurden, wurden 2021 als Justizopfer für unschuldig erklärt.

Sample-Quelle für den HipHop

Das Interesse der Öffentlichkeit an Malcolm X ging, trotz einer posthum erschienenen, millionenfach verkauften Autobiografie, in den Jahren nach seinen Tod merklich zurück, was sich in den 80er-Jahren ändern sollte. Besonders HipHop-Künstler*innen, die angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage vieler Schwarzer in den Armenvierteln, des latenten Rassismus und der Polizeibrutalität eine ähnliche Wut auf die Verhältnisse hatten, wie sie auch Malcolm X verspürt hatte, erinnerten sich an ihn.

Besonders die Tonaufnahmen seiner Reden und sein fast schon rappender Sprechstil eigneten sich vorzüglich für die neue Sampling-Technik. Besonders prägnante Zitate daraus wurden in die Tracks der Musiker*innen eingespeist, um die oft aggressive Botschaft der Songs zu verstärken. Keith LeBlanc, ein weißer US-Schlagzeuger, der 1983 für seinen Track „No Sell Out“ Audio-Schnipsel aus einer Malcolm-X-Rede sampelte, gilt als erster Musiker, der solche Tonausschnitte verwendete. Anfangs noch kritisch von Einigen wegen seiner Hautfarbe beäugt, genehmigte die Witwe von Malcolm X die Verwendung: „Diese Aufnahme dokumentiert Malcolms Stimme zu einem Zeitpunkt und an einem Ort in der Geschichte, der etwa 19 oder mehr Jahre zurückliegt. Ihre Bedeutung ist heute noch genauso relevant wie damals.“ Der Song wurde in der Clubszene ein Hit. Danach wurde immer mehr Malcolm-X-Material in die politischen HipHop-Stücke eingeflochten.

1987 nutzten Public Enemy für ihren Song „Bring The Noise“ die Satzstücke aus einer Rede Malcolms, die ein Jahr später Jungle Brothers in ihrem Track „I’ll House You“ ebenfalls integrierten. Auch die Gruppe Boogie Down Productions nahm auf ihrem Album „By All Means Necessary“ 1988 Bezug auf Malcolm X. Bandmitglied KRS-One spielte sogar auf dem Cover auf ein berühmtes Malcolm-Foto an, das ihn mit Waffe am Fenster zeigte. Im selben Jahr nutzte auch die Rockband Living Colour für ihr Lied „Cult Of Personality“ Tonmaterial aus der berühmten „Grass-Roots“-Rede. Ebenso die Bands The Beatnigs für den Track „Malcolm X“ und Gang Starr 1994 für ihr „Tonz ‚O‘ Gunz“.

Aber bereits seit Ende der 70er-Jahre hatten die ersten HipHop-Gruppen wie Grandmaster Flash And The Furious Five aus dem vormaligen Ort des Schreckens, dem Audubon Ballroom, mit ihren HipHop-Jams einen Ort der Freude gemacht. 1992 wurde das Malcolm-X-Revival durch den Film „Malcolm X“ von Spike Lee mit Denzel Washington in der Hauptrolle noch weiter befeuert. So hatte die Popkultur einen großen Anteil daran, ein neues Licht auf den Bürgerrechtsaktivisten zu lenken. Viele junge Schwarze und auch weiße Amerikaner*innen sahen in ihm jetzt ein Vorbild im Kampf gegen Rassismus und Ungleichheit, und er wurde zum Symbol insgesamt für eine Auflehnung gegen Obrigkeiten. Die USA haben sich großenteils mit Malcolm X versöhnt: Schulen, Straßen und Parks wurden nach ihm benannt, und in Teilen des Landes wird am 19. Mai, seinem Geburtstag, seiner gedacht.

Bild mit Text: Förderverein „Freunde von ByteFM“

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Diskussionen

2 Kommentare
  1. posted by
    M. Wagner
    Feb. 21, 2025 Reply

    …mit großem Interesse und beeindruckt von so viel Wissen lese ich Deine Artikel! Mit diesem hier ging es mir ganz besonders so.
    Danke dafür und herzliche Grüße
    Marion

  2. posted by
    Rainer Szimm
    März 29, 2025 Reply

    Vielen Dank Marion für Deine sehr netten Worte. Wünsche Dir das Beste. Herzliche Grüße, Rainer

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