Neues Album von Dub-Musiker Burnt Friedman

Foto von Burnt FriedmanBurnt Friedman

Innovator, Revolutionär, Querdenker. Es sind solche, in ihrer Worthülsigkeit verführerischen Attribute, die im Musikjournalismus gerne herangezogen werden. Oft sind das jedoch vergebliche Versuche, die nicht wirklich vorhandene Qualität des jeweils besprochenen Künstlers oder Musikstils zu rechtfertigen.

Nur sehr selten trifft diese Beschreibung wirklich zu. Beim Dub-Musiker und Produzenten Bernd Friedman aka Burnt Friedman ist das jedoch der Fall. Als Innovator, Revolutionär und Querdenker und Langzeit-Kollaborateur von Can-Schlagzeuger Jaki Liebezeit stellt er seit Jahrzehnten nicht nur die Musik und ihre Normen, sondern auch die Rezeption und Produktionsbedingungen infrage.

Ungleich vieler anderer Künstler ist Friedman seit jeher davon überzeugt, dass die Möglichkeiten von Musik als Kunstform noch lange nicht ausgeschöpft sind. Auf seinen Gigs spielt er, wenn die Location es erlaubt, grundsätzlich nicht vor, sondern wie die Zuschauer inmitten der Soundanlage. Als vorwiegend mit elektronischen Geräten spielender Musiker verwendet er keine Mikrofone und sieht demnach keinen Sinn darin, nicht auch selbst Teil des Publikums zu sein.

„Ich möchte Musik machen, die an kein einziges existierendes musikalisches Idiom erinnert“, sagte Friedman vor Kurzem in einem interessanten Interview mit dem Online-Musikmagazin Resident Advisor. Friedman zufolge seien vor allem elektronische Geräte, deren Klangspektrum sehr breit ist, noch dazu in der Lage, Sounds zu produzieren, die an nichts außerhalb ihrer selbst erinnern.

Ob er diesen Anspruch auch auf dem am 30. Januar erscheinenden Album „Nonplace Soundtracks – Scenes 01-25“ einlöst, bleibt abzuwarten. Das teilweise in Zusammenarbeit mit dem neuseeländischen Jazzsaxofonisten Hayden Chisholm und dem Gitarristen Joseph Suchy entstandene Werk enthält ausschließlich Musik, die ursprünglich für Filme, Fernsehen und andere Situationen mit bewegten Bildern entstanden ist. Sein Label Nonplace verspricht eine dichte Mischung aus 25 kurzen cinematischen Szenen zwischen Ambient und rhythmischen Tracks.

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