La France, en confidence French Pop – made in America
Ausgabe am 08.06.2026: French Pop – made in America
Dass in der kanadischen Provinz Québec einfach nicht aufgehört wird, auf Französisch Musik zu machen – und das heißt eben auch: zu texten und zu singen – ist hinlänglich bekannt. Aber damit ist es eben nicht getan.
Was kommt dabei raus, wenn das Schicksal drei jungen Französinnen einen Streich spielt, und sie sozusagen „aus Versehen“ in California / USA aussetzt? Antwort: gute Popmusik. Claire Chicha aka Spill Tab hat mit ihrem Album „Angie“ die EP-Phase hinter sich gelassen, bei Laureen Rebeha Zouaï aka Lolo Zouai ist das schon sieben Jahre her (Album damals „High Highs To Low Lows“), beide machen ihre Songs im Spagat zwischen Gastland und Herkunftsland, beide schwimmen im Elektro, im Modern Pop, beide werden aber ihre Schwäche für Chansons nicht los. Dabei sind beide zumindest teilweise in California aufgewachsen – was sie von der dritten Kandidatin unterscheidet: Marie Seyrat hat ihre frühe Jugend in Paris verbracht, ist aber längst die eine Hälfte des Los-Angeles-Duos Freedom Frye (Hälfte zwei: Bruce Driscoll aus Michigan), die im Allgemeinen Indie-Pop machen, aber ab und zu setzt Marie eben ihre French-Pop-Akzente und singt dann auch hinreißende französiche Texte (Album „L’Invitation“).
Außer den drei kalifornischen Musikerinnen zwei frankokanadische Musiker in dieser Sendung: Jérôme Minière, geboren und aufgewachsen in Frankreich (Orléans) lebt seit über 20 Jahren in Montréal/Québec und wagt sich immer wieder in seinen Texten an sperrige Themen der Welt im Wandel: Ein Popstück über KI machen geht nicht? Doch, geht, minimalistisch und – ganz im Ernst – poetisch („Pensées Sans Calcul“, Übersetzung in der Sendung … :))
Und Vincent Rooberge hat unter dem Bandnamen Les Louanges soeben sein zweites Album veröffentlicht, „Alouette“. Ein Rockalbum mit lauter tollen Song-Ideen, mit ganz Kanada in den Texten und mit einer enormen Leichtigkeit ohne irgendwie gefällig zu klingen. Nach seinem ersten halben Hit vor vier Jahren („La Nuit Est Une Panthère“) hat niemand im Land mit so einem unbändigen zweiten Aufschlag gerechnet, aber nun ist „Alouette“ da, und es ist das Album der Stunde im französischsprachigen Amerika.
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