Neue Platten: Unknown Mortal Orchestra – „Multi-Love“

Von Luise Vörkel, 22. Mai 2015

Cover des Albums Multi-Love von Unknown Mortal OrchestraUnknown Mortal Orchestra – „Multi-Love“ (Jagjaguwar)

6,0

Das leicht Kratzige der Vorgänger hat Ruban Nielson für Album Nummer drei von Unknown Mortal Orchestra beibehalten. Musikalisch gibt es aber große Unterschiede. „Multi-Love“ klingt kohärenter und satter. Das liegt unter anderem an dem Instrumenten-Wechsel, den Nielson vollzogen hat. Eigentlich an der Gitarre geschult, hat er sich erstmals intensiv mit Synthesizern aller Art auseinandergesetzt.

In seinem Wohnort Portland kaufte er ein paar Synths mit Macken günstig an, reparierte sie und experimentierte mit den verschiedenen Klangpaletten. So erhielt die neue Platte soulige und funkige Ecken. Ganz präsent zum Beispiel beim smoothen „The World Is Crowded“, in dem Nielsons Falsett zwischen tiefem Gepluckere hervorschillert. Schön auch „Necessary Evil“ mit unbeirrbarem Bass und straighten Rhythmen, die von kurzen Bläsersaltos aufgelockert werden.

Energischer und sehr tanzbar dank schwungvollem Gesang und starken Drums, die keine Scheu vor Hi-Hat-Schmackes haben, klingt „Like Acid Rain“. In die gleiche Kerbe haut „Can’t Keep Checking My Phone“. Auf „Multi-Love“ hat Unknown Mortal Orchestra seinen staubigen Lo-Fi-Indie-Pop mit einer Prise Sly & The Family Stone und einem Quäntchen intelligenten R’n’B gewürzt und dabei neun raue, ansteckend groovende Stücke geschaffen. „Multi-Love“ ist klangtechnisch so um einiges runder geworden als Nielsons erste beiden Platten.

Label: Jagjaguwar
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