Wayne Graham – „Mexico“ (Rezension)

Von Helene Conrad, 21. November 2016

Cover des Albums Mexico von Wayne GrahamWayne Graham – „Mexico“ (K&F records)

Veröffentlichung: 7. Oktober 2016
Web: Wayne Graham bei Facebook
Label: K&F

7,9

Traurigkeit und Leid sind bekanntlich gute Motoren und Inspirationsquellen für große musikalische Werke. Diesbezüglich haben die Brüder Hayden und Kenny Miles aus Kentucky vermutlich einen großen Gefühlsfundus, aus dem sie schöpfen können. Nicht nur, dass ihr Heimatort Whitesburg als Problemstadt gilt, in der ein Großteil der BewohnerInnen von Arbeitslosigkeit betroffen ist, die beiden Musiker mussten im vergangenen Jahr zudem den tragischen Tod ihres besten Freundes verkraften. Ein einschneidendes Erlebnis, das auch Eingang in die Musik der 21- und 26-jährigen Brüder gefunden hat. Ihr viertes Album, das zum ersten Mal auch in Europa veröffentlicht wurde, nutzen Wayne Graham, um den Verlust zu reflektieren.

Unaufdringlich, ehrlich und betörend schön verpacken sie ihre Geschichten in eingängige, aber keineswegs banale Melodien. Und obwohl sie jedes Recht dazu hätten, klingen sie jedoch nie verzweifelt. Vielmehr bekommt man auf „Mexico“ die Verbundenheit der drei Freunde zu spüren, darf teilnehmen an ihrem letzten gemeinsamen Abend auf der Veranda ihres Elternhauses. Doch auf diesem Album finden sich nicht nur Momentaufnahmen, die Songs klingen für die Ewigkeit.

Geprägt ist die Musik von Hayden und Kenny Miles eindeutig durch ihre männlichen Vorfahren. Schlagzeug und Gitarre haben sie von ihrem Onkel und Vater gelernt, der Name der Band setzt sich aus den Vornamen der Großväter zusammen. Kein Wunder also, dass auch der Musikstil eine Mischung aus Folk, Blues, Americana und modernem Country ist. Die amerikanische Band hat hier etwas Besonderes geschaffen. Ein Soundtrack für Herbstabende, an denen man sich mit Wayne Graham ans Lagerfeuer wünscht.

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