James Murphy (LCD Soundsystem) vertont Tennisturnier US Open

Von Philipp Rhensius, 20. September 2014

Foto von James MurphyJames Murphy (Foto: Sachyn Mital)

Film-Soundtracks, eine eigene Kaffeesorte und eine Kooperation mit einem der größten IT-Unternehmen der Welt. Die Projekte von James Murphy, Kopf von LCD Soundsystem, zeigen, dass Musiker heute längst wie Unternehmen funktionieren. So arbeitet er neben der Filmmusik für Noah Baumbachs Film „While We’re Young“ derzeit mit IBM und den Machern des Tenniswettbewerbs US Open zusammen.

Für ein genauso ambitioniertes wie avantgardistisches Projekt entwickelte Murphy zusammen mit dem Programmierer Patrick Gunderson ein System, das die Daten von Tennisspielen, also die Ergebnisse und Punktezahlen, mithilfe von computergenerierten Algorithmen in Musik übersetzt. „Wir werden fast 400 Stunden Musik produzieren, aber ich werde nicht dasitzen und 400 Stunden Musik abspielen. Das wird eine Maschine erledigen“, sagte Murphy in einem Statement.

Neben dieser Masse von experimentellen elektronischen Musikstücken, die man unter dem Namen „US Open Sessions“ auf einer Website anhören kann, produziert Murphy 14 Remixe, die auf weiteren Daten basieren, etwa Wetterwechsel oder Publikumsreaktionen während der Spiele. So innovativ das Projekt auch ist, so antik ist die Idee dahinter. Denn dass Musik eigentlich nichts anderes ist als Mathematik – quantifizierbare Luftschwingungen mit physikalischen Regeln, wusste bereits der griechische Philosoph Pythagoras.

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