Neue Platten: Bright Eyes – "The People's Key"

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Wer? Kreativer Kopf hinter Bright Eyes ist Conor Oberst. Früher für seine extreme Schüchternheit bekannt, hätte so manch einer nicht gedacht, dass Bright Eyes nun mit „The People’s Key“ ihr mittlerweile zehntes Studioalbum vorlegen können. Dass zwischen diesem und dem Vorgänger „Cassadaga“ vier Jahre vergingen, ist keinem Mangel, sondern eher einem Überfluss an Kreativität geschuldet, denn der aus Omaha, Nebraska, stammende Oberst widmete sich mit Monsters Of Folk oder der Mystic Valley Band anderen Projekten.

Was? „The People’s Key“ bietet Abwechslung, Oberst ist hörbar viel rumgekommen. Wo einst düstere Melancholie alles Licht und alle Freude schluckte, haben wir es mit dem neuen Werk mit einer schönen Indieplatte zu tun. Was bleibt und bei einer Bright Eyes Veröffentlichung nicht fehlen darf, ist die fragil trotzige Stimme von Sänger Oberst, genausowenig wie die wohlbekannte Orgel. „Jejune Stars“ und „Triple Spiral“ sind regelrechte Uptempokracher, die Bright Eyes mögen zweifelsohne Gitarren und Rockschlagzeug, gerne dann auch mit Hall. Dass dem einstigen Leisetreter auch im fortschreitenden Alter nicht die tragischen Geschichten ausgehen, die zu verarbeiten Oberst immer in seiner Musik suchte, beweist „Ladder Song“. Nur ein Klavier in tiefstem Moll begleitet seine Stimme und könnte problemlos auch der Feder der Chefmelancholiker von The Black Heart Procession entstammen.

Warum? Gerüchten zufolge sei „The People’s Key“ das letzte Album der Formation Bright Eyes. Die wohl erfolgreichste Band aus Omaha hat sozusagen ihren Soll erfüllt, das Städtchen auf die musikalische Landkarte zu bringen, das von Oberst gegründete Saddle Creek Label zu Bekanntheit zu verhelfen und die Popkultur auf ein Neues für den verschüchterten Kleinstadtjungen und seinen Weltschmerz zu sensibilisieren. So könnte man meinen, dass diese Geschichte in der Tat erzählt sei. Omaha floriert musikalisch, Oberst ist mittlerweile jenseits der 30 angekommen und verhandelt in seinen Liedern ganz andere Dinge. So macht die neue Platte auch Spass, bietet gewohnt schönen Indierock mit einigen soliden Indiehymnen, die bestimmt auch noch im kommenden Sommer Freude bereiten werden, aber so wirklich Neues gibt es nicht mehr zu berichten. Alt und ideenlos ist das Album deswegen keineswegs, das Songwriting beherrscht Oberst nach wie vor (man denke an Bright Eyes Meilenstein „Lifted Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“), aber vielleicht tut ihm ein neues Medium dafür ganz gut.

Label: Saddle Creek | Kaufen

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