Ronnie Hawkins ist tot

Foto des kanadischen Musikers Ronnie Hawkins, der im Alter von 87 Jahren gestorben ist.

Ist im Alter von 87 Jahren gestorben: Rockabilly-Legende und Ziehvater von The Band Ronnie Hawkins (Foto: Tabercil, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Der kanadische Musiker Ronald „Ronnie“ Hawkins ist tot. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist der Rockabilly-Star im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Hawkins gilt als einer der bekanntesten Rock-’n‘-Roll-Musiker in Kanada. Er war Bandleader von Ronnie Hawkins And The Band, aus denen später The Band hervorging.

Ende der 50er-Jahre zählten Ronnie Hawkins And The Band zu den erfolgreichsten Live-Bands ihres Genres. Sie tourten intensiv in Kanada sowie Teilen der USA. Der 1935 in Arkansas geborene Hawkins, Spitzname „The Hawk“, hatte die Band 1957 gegründet und mit wechselnder Besetzung angeführt. Er hatte bei seinen Mitmusikern einen Ruf als sehr humorvoller, aber fordernder Band-Leader. Seine Live-Performances galten als energiegeladen und mitreißend. Mit dem „Camel Walk“ hatte er sogar einen eigenen Tanzstil auf der Bühne entwickelt, der als Vorläufer des „Moonwalk“ angesehen werden kann. Mit den Singles „Mary Lou“ und „Forty Days“ schaffte es die Gruppe damals in die Billboard Hot 100 und war auch einige Male im US-amerikanischen TV zu sehen.

Ziehvater von The Band

Das 1963er Line-up der Formation, damals bestehend aus Robbie Robertson, Richard Manuel, Levon Helm, Garth Hudson und Rick Danko, trennte sich 1963 von Hawkins. Die Gruppe machte zunhächst als Bob Dylans Begleitband weiter und veröffentlichte ab 1968 als The Band eigene Platten. The Band avancierten zu einer der größten Rock-Bands der Musikgeschichte. Hawkins spielte auch in Martin Scorseses Konzertfilm „The Last Waltz“ (1978) mit. Ein Streifen, der das Abschiedskonzert von The Band im Winterland Ballroom in San Francisco im Jahr 1976 zeigt.

In Kanada hatte Hawkins inzwischen eine neue Heimat gefunden. Er hatte schon 1964 die kanadische Staatsbürgerschaft angenommen und lebte zuletzt im Bundesstaat Ontario. Er veröffentlichte weiterhin eigene Musik, darunter die Singles „Bluebirds Over The Mountain“ oder „Down In The Alley“. Insgesamt brachte Hawkins mehr als 25 Alben heraus. Sein letztes Album „Still Cruisin“ erschien 2002.

Zahlreiche Musiker*innen und Weggefährt*innen haben in den sozialen Netzwerken ihre Trauer über den Tod Hawkins’ zum Ausdruck gebracht. „Er war nicht nur ein großartiger Künstler, großartiger Performer und Bandleader, sondern hatte auch einen unvergleichlichen Humor“, so Robbie Robertson von The Band in einem Tweet. „Gott hat nur einen wie ihn erschaffen. Und er wird auf ewig in unseren Herzen leben!“

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